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Driven

(Driven, 2001)

Dt.Start: 15. November 2001 Premiere: 16. April 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Drama
Länge: 117 min Land: Australien, Kanada, USA
Darsteller: Sylvester Stallone (Joe Tanto), Burt Reynolds (Carl Henry), Kip Pardue (Jimmy Bly), Stacy Edwards (Lucretia "Luc" Jones), Til Schweiger (Beau Brandenburg), Gina Gershon (Cathy Moreno), Estella Warren (Sophia Simone), Cristián de la Fuente (Memo Moreno), Brent Briscoe (Crusher), Robert Sean Leonard (DeMille Bly)
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: Sylvester Stallone


Inhalt

Beau Brandenburg, der Topfavorit der diesjährigen CART-Saison, hat mit dem Nachwuchstalent Jimmy Bly einen ernstzunehmenden Konkurrenten bekommen. Doch der junge Herausforderer kann dem Mediendruck und den Erwartungen seines Bruders nicht standhalten und bringt sich durch Unkonzentriertheiten in Lebensgefahr. Um den Jungen mehr Sicherheit zu geben, holt Teamchef Carl Henry den erfahrenen Joe Tanto ins Team.
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Kritik

Driven hat eine Wertung von 3%

Sage und schreibe fünf Jahren arbeitete Sylvester Stallone an dem Drehbuch zu Driven. Dabei besuchte er mehrere CART- und Formel 1-Rennen und informierte sich ausführlich über den Sport. Man sollte also meinen, er wäre dadurch im Stande ein Script zu verfassen, das ein sehr realitätsnahes Bild des Autorennsports bietet. Aber weit gefehlt, denn in mehr als einer Szene muß man sich fragen, ob Sylvester Stallone nicht die meiste Zeit bei den Boxenludern zugebracht hat, anstatt dem Rennverlauf zu folgen. In seinem Drehbuch fahren Autos mit Achsenbruch noch eine ganze Runde mit Vollspeed weiter oder zwei Fahrer rollen des Feld von hinten auf und liefern sich dann ein packendes Duell mit dem Führenden. Wahrscheinlich werden jedem, der schon jemals ein Formel 1-Rennen im Fernsehen verfolgt hat, die Haare zu Berge stehen.

Auf der Handlung von Driven könnte man ewig herumreiten, denn was sich Sylvester Stallone hier einfallen hat lassen, das bewegt sich weit jenseits der Definition "schlechtes Drehbuch". Mit dem Film glorifiziert er die Fahrer und zeigt uns in eindruckvoller Weise, daß die Jungs wirklich tolle Burschen sind. Beispielsweise fliegt ein Auto nach einem Horrorcrash hunderte von Metern durch die Luft und landet in einem Tümpel. Die zwei Topfavoriten fahren mit ihren Boliden kurzerhand an den Straßenrand und eilen ihrem Kumpel zu Hilfe. Die Feuerwehr und Rettungskräfte kommen erst Stunden später zum Unfallort. Noch irgendwelche Fragen? Die Buh-Männer des Films sind die Manager und Teamchefs, die als geldgierige und seelenlose Personen dargestellt werden.

Im Hause Warner sollte man vielleicht in Erwägung ziehen, vor jeder Vorstellung zu Driven Original Formel 1 Helme auszuteilen. Denn während der Vorstellung verspürt man das dringende Bedürfnis seinen Kopf gegen irgendeine Mauer oder einen Sitz zu donnern, um das Ganze ertragen zu können. Der Film strotzt nur so vor Szenen, bei denen einfaches Kopfschütteln nicht auseicht, da muß einfach gnadenloses Headbanging her. Neben meiner persönlichen Lieblingsszene, die wahrscheinlich als "Sly's Coin Collection" in die Filmgeschichte eingehen wird, gefiel mir die Szene, in der ein Fahrer mit gebrochenem Bein einen haarsträubenden Fahrtüchtigkeitstest durchlaufen muß, besonders gut. Auch der extensive Dramateil, in dem innerhalb kürzester Zeit mehrere menschliche Tragödien abgearbeitet wurden, wirkte eher als Volksbelustigung, denn als tragisches Element.

Man darf Regisseur Renny Harlin sicherlich nicht unterstellen, daß er sein Handwerk nicht versteht, denn er hat schon mehrmals bewiesen, daß er auch gute Filme machen kann. Aber bei Driven muß man ihm die rote Karte zeigen, denn mit was er uns hier quält, das spottet wirklich jeder Beschreibung. Schon nach wenigen Minuten Film gehen seine hektischen Bilder und Schnitte auf die Nerven. Der ganze Film ist durchsetzt mit möchtegern rasanten und innovativen Einstellung, die in keinster Weise die Spannung oder das Rennfeeling erhöhen. Zu dumm, daß der Film zu 60% aus Szenen besteht, in denen nicht gesprochen wird, also Szenen in denen Renny Harlin mit seiner Kamera und der Musik zu uns sprechen muß. Besonders kitschig waren auch die Special-Effects, die teilweise den Scorpion King aus Die Mumie kehrt zurück noch unterboten.

Zum Abschluß bekommen noch die Schauspieler oder besser gesagt, die Leute, die vor der Kamera stehen, ihr Fett weg. Sylvester Stallone war in Cop Land wirklich brillant und bewies ungeahnte Fähigkeiten, doch in Driven stümperte er wieder herum und nuschelte seine Sätzchen teilweise herunter, daß Untertitel von Nöten gewesen wären. Till Schweiger schlug sich in seiner ersten großen Hollywoodrolle ganz wacker und holte noch das beste aus seinen nicht vorhandenen Schauspielfähigkeiten heraus. Der gute alte Burt Reynolds ließ sich für seine Rolle extra noch ein bisserl aufpeppen und ließ sich nach einer ausgedehnten Solariumssitzung noch die Augenbrauen und den Schnauzer schwarz färben. Das wirkte in Bezug auf sein graues Haupthaar wirklich toll, aber immer noch attraktiver als die gelinde gesagt abgenutzte Gina Gershon. Ein atemberaubendes Hollywooddebüt feierte Quasselstrippe Verona Feldbusch, sie war ganze dreimal im Bild und sagte einmal "sänk ju". Blümchen alias Jasmin Wagner war auch mit von der Partie und durfte aufgrund ihrer begrenzten Englischkenntnisse deutsch sprechen.

So nun befinden wir uns in der letzten Runde dieser Review und das große Fazit steht ins Haus. Zunächst einmal sollte noch mal unterstrichen werden, daß Sylvester Stallone fünf Jahre am Drehbuch gearbeitet hat. Dabei heraus kam eine Story, die man nahtlos bei Unter Uns einbauen könnte. Durch Renny Harlin's bescheidene Bildersprache wurde der Film dann auf nervenaufreibende 117 Minuten aufgeblasen. Der Film Driven ist schlicht und ergreifend grottenschlecht und wird nicht einmal bei der Zielgruppe Anklang finden. Was für ein Armutszeugnis aller Beteiligten

von Thomas Straßer


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