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Nachdem er vor fünf Jahren einen Oscar für seine Verkörperung von Ray Charles in Ray gewonnen hat, widmet sich Jamie Foxx nun erneut dem Leben eines Musikers. In Der Solist spielt er den Obdachlosen Nathaniel Anthony Ayers, der klassische Musik liebt und das Cello wie ein Meister zu spielen vermag. Joe Wrights Inszenierung zeigt vorrangig eine ungewöhnliche Freundschaft und erzählt von dem Mut, andere Menschen in sein Leben zu lassen. Unterstützung bekommt Foxx dabei von Robert Downey Jr., der einen Reporter spielt. Auch dieser hat eine wichtige Lektion im Leben zu lernen.
Bei der LA Times arbeitet Steve Lopez (Robert Downey Jr.) an einer erfolgreichen Kolumne und da er privat gerade kurz vor der Midlife-Crisis steht, sind seine Artikel sehr beliebt. In ihnen jammert und klagt er theatralisch herum und je mehr er das tut, desto mehr Leser interessieren sich dafür. Eines Tages jedoch, als er auf der Suche nach einer neuen Geschichte ist, trifft er auf Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx). Dieser Obdachlose, der wirr und sehr durcheinander redet, bezaubert ihn mit dem einzigartigen Klang seiner zweisaitigen Geige. Diese spielt er unter einer Beethovenstatue und sofort sieht Lopez das Potenzial einer großartigen Geschichte. Er beginnt den Lebenslauf des Stadtstreichers zu recherchieren und entdeckt, dass dieser einst ein Cello-Wunderkind war, das sogar an der renommierten Juilliard angenommen wurde.
Lopez interessiert sich für ihn und kann bald nicht mehr zwischen beruflichem und privatem Interesse unterschieden. Außerdem hat er auch mit seinem Ego zu kämpfen und Nathaniels bedingungsloses Vertrauen und seine Schizophrenie machen ihm schwer zu schaffen. Bald muss er sich entscheiden, was ihm wichtiger ist. Ein Freund, oder eine Karriere, für die er über Leichen gehen muss. Doch die Figur des Reporters ist keineswegs negativ angelegt. Er ist ein ganz gewöhnlicher Mensch, mit Schwächen und Stärken. Er arbeitet unter seiner Ex-Frau Mary (Catherine Keener), die seine Vorgesetzte ist und schafft es trotzdem, ein gutes Verhältnis zu ihr zu haben. Er organisiert für Nathaniel ein Cello, um die kaputte Geige zu ersetzen und sucht für ihn nach einer Unterkunft. Doch als sich die Dinge zu schnell ändern, gerät Nathaniel in Panik und droht immer weiter in seine Welt abzutauchen.
Jamie Foxx (Gesetz der Rache) gibt mit seiner Verkörperung des Obdachlosen Musikers eine glänzende Schauspielerleistung. Er erscheint jeden Tag mit neuen, verrückten, nicht zusammengehörigen Kleidungsstücken und hält unglaublich wirre und deshalb nicht weniger komplexe Monologe. Daneben springt er überraschend schnell und glaubwürdig zwischen verschiedenen Stimmungen hin und her. Drehbuchautorin Susannah Grant (Erin Brockovich) hätte keinen besseren Schauspieler für ihre Texte finden können. Diese basieren auf dem Buch des echten Los Angeles Times Journalisten Steve Lopez. Er veröffentlichte all die Artikel über Nathaniel, nachdem er ihn auf der Straße kennen und schätzen gelernt hatte. Wie im Film war er sofort von seiner Musik begeistert. Er konnte nicht glauben, dass dieses musikalische Genie tagsüber durch die Straßen wandert, seine traumhafte Musik spielt und nachts in einem Pappkarton schläft.
Regisseur Joe Wright (Abbitte) ließ es sich daher auch nicht nehmen, die Elendsviertel der Stadt der Engel aufzuzeigen. Neben Wolkenkratzern und Lopezs geräumigem Haus, sieht man auch Obdachlose auf der Straße schlafen. Zudem gibt es immer wieder Rückblenden, die Nathaniel als kleinen Jungen oder Juilliard-Schüler zeigen. Hier beginnen seine Probleme, die später sein ganzes Leben, auf eine sehr tragische Weise, beeinflussen sollten. Wright hält sich mit seiner Kamera nie zurück, doch er erlaubt sich auch ab und an wunderschöne, metaphorische Bilder, die Nathaniels Musik noch eindringlicher machen, oder dem Zuschauer einen Zugang zu seiner Wahrnehmung der Musik geben. Das gefühlvolle und dennoch fesselnde Drama lebt förmlich von den bewegenden und melancholischen Melodien des Cellos. Der Solist ist ein Film der berührt. Wenn auch die Geschichte etwas stärker sein könnte, so verzichtete man klugerweise darauf, auf alles eine Antwort zu haben. Immerhin handelt der Film nicht nur von einer Geisteskrankheit, sondern auch von Freundschaft und der Liebe zur Musik. |