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Stadt der Engel

(City of Angels, 1998)

Dt.Start: 23. Juli 1998
DVD: 11. März 1999
Premiere: 10. April 1998 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 114 min Land: USA
Darsteller: Nicolas Cage (Seth), Meg Ryan (Maggie), Andre Braugher (Cassiel), Dennis Franz (Messinger), Colm Feore (Jordan), Robin Bartlett (Anne), Joanna Merlin (Teresa), Sarah Dampf (Susan)
Regie: Brad Silberling
Drehbuch: Dana Stevens


Inhalt

Seth ist ein unsichtbarer Engel, der Menschen in Not seelisch beisteht, der sie tröstet und sie sogar mit in den Tod begleitet. Eines Tages kümmert er sich um die Ärztin Maggie Rice, die schwer damit zu kämpfen hat, dass sie einem Patienten bei einer Operation nicht das Leben retten konnte. Der Engel verliebt sich in Maggie, da sie der einzige Mensch war, der ihm trotz seiner Unsichtbarkeit direkt in die Augen schaute. Doch Seth steckt in einem Dilemma: Soll er seine Existenz als unsterblicher Engel aufgeben, um ein normaler Mensch zu werden?
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Stadt der Engel hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Jens Grimm
Stadt der Engel hat eine Wertung von 60%
Kann man Wim Wenders fantastischen Klassiker Der Himmel über Berlin würdig neu verfilmen? Regisseur Brad Silberling bejahte diese Frage und inszenierte ein Hollywood-Remake namens Stadt der Engel, das mit Oscarpreisträger Nicolas Cage und Meg Ryan schauspielerisch überzeugen sollte. Insgesamt wurde das Ziel, zumindest in etwa die Qualität der Vorlage zu erreichen, klar verfehlt. Dies liegt jedoch nicht maßgeblich an den Darstellern, sondern an der insgesamt zu dünnen Story.

Bild aus Stadt der Engel Als Wim Wenders 1987 sein Drama Der Himmel über Berlin in die Kinos brachte, stand bereits nach kurzer Zeit fest, dass sich sein Spielfilm zum Klassiker entwickeln würde. Die unglaubliche Poesie und atemberaubende Atmosphäre, die Wenders damals auf die Leinwand zauberte, war schlichtweg großartig. Etwa elf Jahre später entschied sich Brad Silberling, der 1995 mit seiner bekannten Trickkomödie Casper einen großen Kinoerfolg feierte, zu einem Remake des deutschen Meisterwerks.

Seth (Nicolas Cage) sitzt neben einem jungen Mädchen, das äußerst hohes Fieber hat und nicht mehr lange leben wird. Als sie im Krankenhaus stirbt, begleitet er sie in ein neues Leben fernab der Erde. Seth ist ein Engel, der für die Menschen zwar unsichtbar ist, der ihnen aber mental zur Seite steht und ihnen hilft, das Leben auch in Krisensituationen zu bewältigen. Als er einen Patienten, der während einer Operation stirbt, abholen will, lernt er die junge Ärztin Maggie Rice (Meg Ryan) kennen, die sich erhebliche Vorwürfe macht, dass sie nicht in der Lage war, dem Patienten das Leben zu retten. Der gutherzige Engel ist sofort angetan von der Ärztin und verliebt sich schließlich in sie. Seth gerät in einen Konflikt, bei dem er sich entscheiden muss, ob er sein Dasein als ewiger Engel aufgeben will, um ein Leben als Mensch zu führen.

Die Erwartungen an Regisseur Silberling waren aufgrund der bombastischen Vorlage von Wenders natürlich alles andere als gering und es glaubte wohl kaum jemand ernsthaft daran, dass sein Drama es mit Der Himmel über Berlin aufnehmen könne. Und tatsächlich: Das Remake ist qualitativ deutlich schwächer, was insbesondere an der fehlenden Tiefgründigkeit des Films liegt. So schafft es Silberling nicht, seine Hauptfigur Seth würdig zu charakterisieren. Zwar wird deutlich gemacht, dass sich der Engel schon länger mit der Frage beschäftigt, wie ein Leben als Mensch sein würde, und auch sein letztendlicher Entschluss ist glaubwürdig, doch es fehlt an der Poesie von Wenders, um Seths insgesamt doch recht oberflächlichem Charakter Tiefe zu verleihen. Überhaupt muss man feststellen, dass Stadt der Engel inhaltlich - wenn überhaupt - nur mäßig begeistern kann, da nicht nur die jeweiligen Charaktere ein wenig zu stereotypisch dargestellt werden, sondern auch die Dialoge teils zu platt erscheinen.

Dies hört sich vermutlich schlimmer an, als es in Wahrheit ist, da Stadt der Engel insgesamt ein recht solider Film ist, der auch einige Stärken vorzuweisen hat. Besonders hervorzuheben ist dabei der Soundtrack, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass die dargebotene Atmosphäre trotz inhaltlicher Schwächen passabel ist. Alanis Morissette wurde für ihre Darbietung des Songs Uninvited sogar für den Grammy und für den Golden Globe Award nominiert. Darüber hinaus gibt es einige wirklich starke Momente, die dem Zuschauer im Gedächtnis bleiben. Zu nennen ist hier beispielsweise die Szene, als Seth Maggie davon überzeugen will, dass man nicht alle Dinge im Leben durch Vernunft fassen und beweisen kann, sondern dass es Dinge gibt, die man nur durch sein Gefühl bzw. durch seinen Glauben versucht zu verstehen. Dieser Moment erinnert unmittelbar an den Science-Fiction Klassiker Contact, bei dem man diese wichtige Grundaussage von Seth ebenfalls zu hören bekommt.

Im Großen und Ganzen bietet Regisseur Silberling einen angemessenen Film, der durchaus unterhaltsam ist. Mehr aber auch nicht. Gegen die zu schwach entwickelten Charaktere und deren Dialoge können auch renommierte Darsteller, wie Nicolas Cage oder Meg Ryan, nichts tun. Der Himmel über Berlin wurde insgesamt als austauschbare Hollywood-Romanze neu inszeniert, der es an der Tiefsinnigkeit und an der fantastischen Poesie fehlt, die Wenders damals mit seinem filmischen Meisterwerk erreichte.



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