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Zugleich faszinierendes wie deprimierendes Portrait eines gebrochenen Mannes irgendwo in den USA. Allein die Willensstärke der Hauptfigur ist derart mitreißend, dass alle anderen Probleme davon weggeblasen würden, wenn diese Energie nur in die richtige Richtung gelenkt werden könnte. Als Zeugnis einer gescheiterten Existenz in ihren wahrscheinlich letzten Zuckungen ein zum Nachdenken anregendes Mahnmal.
In den 80ern war Randy "The Ram" Robinson ein gefeierter Wrestler: Showkämpfe mit ihm waren stets ausverkauft, er war grundsätzlich die Attraktion des Abends und natürlich gewann er jeden einzelnen von ihnen. Rund zwanzig Jahre später kann Randy die Miete für seinen Wohnwagen im Trailerpark nicht berappen, muss seine einzige Winterjacke mit Isolierband reparieren und ist so am Ende, wie man nur sein kann. Als abgehalfterter Ex-Star tritt er bei mickrigen Showkämpfen gegen Jüngere an, die ihn meist vor oder nach der Show selbst um ein Autogramm bitten.
The Ram ist fertig mit der Welt. Sein Nebenjob als Packer und Lagerist in einem Supermarkt ist schlecht bezahlt, sein Chef um Dekaden jünger als er selbst und was mit einer Frau hatte Randy auch schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr. Ab uns zu leistet sich Randy einen Lapdance bei der süßen Cassidy, aber nur, wenn die Kohle reicht. Anschreiben ist nicht im Stripclub.
Nach einem der unterbezahlten Showkämpfe vor kleinstem, aber nicht wirklich exklusivem Publikum bricht Randy in der Umkleide zusammen. Im Krankenhaus erklärt man ihm, dass er gerade einen Herzinfarkt überlebt habe und nie wieder kämpfen dürfen werde. Da steigt The Ram aus. Ganz offiziell. Obwohl er schon den erneuten Kampf mit seinem Erzrivalen, dem Ayatollah, zum 20-jährigen Jubiläum zugesagt hatte.
Und so beginnt Randy, ein neues Leben zu führen. Er versucht, sich seiner entfremdeten Tochter Stephanie anzunähern, doch die will von ihrem leiblichen Vater nichts mehr wissen. Wann immer sie einen Vater gebraucht hätte, war Randy nicht da, und nun hat sie es auch so geschafft. Eine verständliche Reaktion.
Randy hat es auch nicht leicht im selbstgewählten Ruhestand. Er empfindet bald mehr für die Stripperin Cassidy, doch die gibt ihm eine klare Abfuhr. Seine Tochter scheint ihre Meinung auch nicht mehr zu ändern, also hat Randy offenbar doppelt verloren. Und der zusätzliche Job an der Fleisch- und Wursttheke im Supermarkt treibt ihn noch in den Wahnsinn.
Darren Aronofsky (The Fountain) beweist gewaltigen Mut bei dieser Filmproduktion: Die Attraktivität eines völlig fertigen Ex-Sportlers, der im tristesten Spätwinter den Sinn des Lebens sucht, und es sich dabei mit allen Beteiligten verscherzt, hält sich verständlicherweise in Grenzen. Doch Mickey Rourke ist exakt die richtige Besetzung für die Rolle des Randy Robinson. Kaum ein anderer Schauspieler könnte das Aufschlagen auf dem Boden der Tatsachen derart intensiv vermitteln wie der völlig verlebt wirkende Ex-Profiboxer Rourke.
Die Entwicklung der Handlung geht ungewöhnlicherweise fortwährend abwärts, was aber gerade den Reiz des Filmes ausmacht. Durch diese Entwicklung ist die Figur des Randy Robinson ein Vorbild für alle, deren Leben an der einen oder anderen Stelle etwas aus den Fugen geraten ist. Sein eisenharter Wille, zu erreichen, was er sich vorgenommen hat, egal, ob dieses Vorhaben Sinn macht oder nicht, fasziniert so sehr, dass alle anderen negativen und bisweilen deprimierenden Aspekte in den Hintergrund rücken. Der Film ist ein leuchtendes Beispiel für menschliche Willenskraft gegenüber allen noch so widrigen Umständen. Ein Oscar für Rourke käme nicht überraschend. |