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Planet der Affen

(Planet of the Apes, 2001)

Dt.Start: 30. August 2001
DVD: 31. März 2002
Premiere: 27. Juli 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Drama, Sci-Fi
Länge: 118 min Land: USA
Darsteller: Mark Wahlberg (Capt. Leo Davidson), Tim Roth (General Thade), Helena Bonham Carter (Ari), Michael Clarke Duncan (Colonel Attar), Paul Giamatti (Limbo), Estella Warren (Daena), Cary-Hiroyuki Tagawa (Krull), David Warner (Sandar), Erick Avari (Tival), Luke Eberl (Birn), Evan Dexter Parke (Gunnar), Glenn Shadix (Senator Nado), Kris Kristofferson (Karubi), Freda Foh Shen (Bon), Lisa Marie (Nova)
Regie: Tim Burton
Drehbuch: William Broyles Jr.


Inhalt

Als der Astronaut Leo Davidson im Rahmen einer unbefugten Rettungsaktion mit seinem Shuttle in einen elektromagnetischen Sturm gerät, wird er quer durch Zeit und Raum geschleudert und landet schließlich auf einem ihm unbekannten Planeten. Schnell muß er feststellen, daß in dieser Welt Affen herrschen und Menschen nur als Sklaven und Haustiere gehalten werden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Planet der Affen hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 54%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Johnny Wishbone
Planet der Affen hat eine Wertung von 54%

Wenn ich es einem Menschen zugtraut habe, die schlechte Bilanz der diesjährigen Sommer Blockbuster ein wenig zu verbessern, dann war es Tim Burton, denn der gehört ohne Frage zu den begabtesten Regisseuren Hollywoods. Seine Kreativität und sein Talent stellte er bereits in zahlreichen Filmen unter Beweiß und die Neuverfilmung von Planet der Affen hätte ein weiteres Meisterwerk aus dem skurilen Burtoniversum werden können. Jedem anderen Regisseur hätte ich wahrscheinlich nicht geglaubt, daß es sich bei seinem Film weder um ein Remake noch um eine Fortsetzung, sondern vielmehr um eine Neuinterpretation des Themas handeln würde, doch Tim Burton habe ich in diesem Punkt blind vertraut. Der Mann weiß einfach ganz genau was er tut und hat es noch immer geschafft, einen genialen Film abzuliefern. Aus diesem Grund hatte ich auch relativ hohe Erwartungen an sein neuestes Werk, die sich dann leider nicht erfüllten. Planet der Affen ist nun sicherlich kein schlechter Film, aber er hätte besser sein können. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, er hätte besser sein müssen.

Kommen wir aber erstmal zu den positiven Dingen die es über diesen Film zu Berichten gibt. Da haben wir zum einen die wundervollen Kostüme aus der Schmiede von Rick Baker, der mit seinen Arbeiten über die Jahre hinweg bereits sechs Oscars einheimsen konnte und sicherlich auch diesmal wieder unter den Nominierten zu finden sein wird. Während die Affen im Originalfilm innerhalb ihrer Rasse alle ziemlich gleich aussahen, kreierte Baker hier viele unterschiedliche Figuren mit ganz individuellen Charakterzügen. Die Darsteller hatten trotz ihrer Masken die Möglichkeit Gestig und Mimik einzusetzen und ihre Rollen wirklich zu spielen, wodurch die Affen lebendig und glaubwürdig erscheinen. An den Affendarstellern gibts auch nicht viel zu bemängeln. Tim Roth, Michael Clarke Duncan Helena Bonham Carter und Paul Giamatti konnten durchaus überzeugen, was man von den menschlichen Darstellern nun nicht unbedingt behaupten kann. Einzig und allein Mark Wahlberg lieferte eine interessante Figur, alle anderen waren so überflüssig wie nur irgendwas. Das kanadische Exschwimmer-Model Estella Warren trägt trotz guten Aussehen nichts zur Handlung bei. Gleiches gilt für ihren Filmvater Kris Kristofferson, den Haussklaven Erick Avari und das bescheuerte Kind Evan Dexter Parke. Alles nur unwichtiges und uninteressantes Beiwerk.

Das ist auch schon der erste Punkt, der ein wenig untypisch für Tim Burton ist. Normalerweise beschäftigt er sich mit ungewöhnlichen Menschen, mit Außenseitern, mit Figuren dessen Geschichte eine gewisse Tragik in sich birgt. Seltsame Wesen und mißverstandene Helden stehen sonst im Mittelpunkt, die Hauptpersonen in Planet der Affen sind im Gegensatz dazu einfach langweilig und wie gesagt uninteressant. Ein weiterer Punkt, der einen typischen Tim Burton Film ausmacht, ist diese ganz bestimmte märchenhafte und skurile Optik, die in Planet der Affen nur noch rudimentär vorhanden ist. Einzelne Bilder lassen noch den Charme früherer Burton-Werke aufkommen, aber man wird das Gefühl nicht loß, die Produzenten hätten dem Mann diesmal nicht die Freiheit gelassen seine eigene Vision vollends umzusetzen.

Das gleiche Gefühl beschleicht einem auch wenn man sich das Drehbuch mal genauer ansieht. Die Grundidee fand ich persönlich sehr gut, ja fast schon besser ausgearbeitet als beim Originalfilm, doch gegen Ende ist die Handlung so unglaublich doof konstruiert, daß es fast lächerlich wirkt. Was sich die Autoren bei den letzten fünf Minuten gedacht haben, beschäftigte mich eine ganz Nacht lang. Überraschende Wendungen zum Schluß eines Films sind im Moment ja ganz groß in Mode, aber das was sich die Schreiberlinge hier haben einfallen lassen ist einfach unlogisch und nicht nachvollziehbar. Stundelang bin ich alle Theorien vorwärts und rückwärts durchgegangen und hab alles gelesen was ich über das Ende dieses Films finden konnte. Keine Interpretation hat auch nur annähernd Sinn gemacht und langsam bestätigte sich mein erster Verdacht, daß die ganze Schlußsszene nur der plumpe Versuch ist, die Tür für eine Fortsetzung aufzulassen.

Schließlich bin ich dann auf eine offizielle Pressemitteilung eines Produzenten von 20th Century Fox gestoßen, in der folgendes zu lesen war: "Actually, you're not supposed to be able to explain it. If the truth be known, it wasn't really supposed to make sense. It was just supposed to go 'whoa,' make you think. Everybody keeps looking for the answer, but you've got to remember you just watched a movie about talking monkeys in outer space. Don't look for too much logic, you know." Da fällt einem doch echt nichts mehr ein, oder? Ich fühle mich da als Zuschauer echt ein wenig verarscht und in meiner These betsätigt: Tim Burton hatte nicht die volle Kontrolle über dieses Projekt, denn der hätte sicherlich nicht gesagt: Ach das ist doch nur ein bescheuerter Film über sprechende Affen im All, da müssen wirs mit der Logik nicht so genau nehmen, laßt uns einfach irgend etwas machen, muß ja keinen Sinn ergeben. Schade drum, hätte ein guter Film werden können.



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