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Mutant Chronicles

(The Mutant Chronicles, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 24. Oktober 2008
Premiere: 2008 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Action, Sci-Fi
Länge: 111 min Land: USA
Darsteller: Thomas Jane (Maj. 'Mitch' Hunter), Ron Perlman (Brother Samuel), Devon Aoki (Cpl. Valerie Duval), Sean Pertwee (Capt. Nathan Rooker), Benno Fürmann (Lt. Maximillian von Steiner), John Malkovich (Constantine), Anna Walton (Severian), Tom Wu (Cpl. Juba Kim Wu), Steve Toussaint (Capt. John McGuire), Luis Echegaray (Cpl. Jesus 'El Jesus' de Barrera), Pras (Captain Michaels), Shauna Macdonald (Adelaide)
Regie: Simon Hunter
Drehbuch: Philip Eisner


Inhalt

Im Jahre 2707 sind die Rohstoffe auf der Erde aufgebracht und vier Konzerne kämpfen um die Vorherrschaft. Durch eine Explosion wird ein uraltes Siegel aufgebrochen und die Menschen sehen sich mit einer noch größeren Gefahr konfrontiert. Mutanten befallen die Erde und vermehren sich rasant. Wer konnte, hat die Erde bereits in Richtung Mars verlassen, doch unzählige Unschuldige sind noch zurück geblieben. Auf Drängen von Bruder Samuel, dem Hüter einer Prophezeiung, macht sich ein kleiner Trupp aus den besten Soldaten auf unter die Erde, um dem Schrecken ein Ende zu setzen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mutant Chronicles hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 63%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
Mutant Chronicles hat eine Wertung von 63%
Mutant Chronicles ist ein relativ günstig produziertes, düsteres Action-Abenteuer, welches sich nicht hinter den Großproduktionen von Hollywood verstecken muss. Die Macher haben es verstanden, aus der Not eine Tugend zu machen, und kreierten somit einen ganz eigenen visuellen Stil. Das Darstellerensemble setzt sich außerdem aus vielen bekannten Gesichtern zusammen, welche zum grössten Teil überzeugend durch die Geschichte marschieren, weshalb der Streifen - trotz kleinerer Schwächen an mehreren Enden - als durchaus gelungen und unterhaltsam betrachtet werden kann.

Bild aus Mutant Chronicles Auf einem Spiel basierend, zeichnet Regisseur Simon Hunter (Lighthouse: Insel des Grauens) mit Hilfe von Drehbuchautor Philip Eisner (Event Horizon - Am Rande des Universums) in Mutant Chronicles eine von Steampunk-Elementen durchzogene, dystopische Zukunft. Vom Look her irgendwo zwischen einem farbigen Sin City und Avalon: Spiel um Dein Leben angesiedelt, schreiben wir das Jahr 2707 und unsere Welt wird von vier - sich ständig um die letzten Ressourcen des Planeten bekriegenden - Großkonzernen regiert: Bauhaus und Capitol in Europa, Mishima in Asien und Imperial in Amerika. Jegliche Transportmittel werden durch Dampfkraft betrieben, doch die Technik ist soweit fortgeschritten, dass man sogar zu Nachbarplaneten reisen kann. Dies wird auch schon bald nötig, denn während eines Gefechtes zwischen Bauhaus und Capitol wird dummerweise ein jahrtausendealtes, riesiges Siegel zerbrochen. Darunter befindet sich eine nun reaktivierte Maschine - auch Feind der Menschheit genannt - welche aus allen Toten und Sterbenden blutrünstige Mutanten bastelt. Nachdem selbst alle Armeen gemeinsam nicht gegen die immer grösser werdende Zahl an mutierten Menschen ankommen, wird beschlossen auf den Mars umzuziehen. Da bei dieser Evakuierung aber ein paar Millionen Zivilisten zurückgelassen werden, sammelt der tiefreligiöse Bruder Samuel (Ron Perlmann - Hellboy 2 - Die goldene Armee) eine Gruppe Unerschrockener um sich herum, um für die letzte Chance der Menschheit zu Kämpfen und die Maschine zu zerstören. Den Chroniken der Mutanten - welche die Bibel von Bruder Samuels Orden darstellen - folgend, macht sich die aus lediglich acht Mitgliedern bestehende Gruppe auf den Weg tief unter die Erde.

Die Handlung erscheint immer wieder etwas konfus, und zahlreiche Details werden erst gar nicht angesprochen. Als Zuschauer tut man somit auch gut daran, sich nicht allzu viele Fragen zu stellen, denn so ernsthaft der Film auch aussehen mag: Hier geht es nur um dreckige, schnelle und unterhaltsame Action. Der stark vorhandene religiöse Unterton sollte nicht überbewertet werden, denn schlussendlich wird dieser hier lediglich zum Selbstzweck eingesetzt.

Die Inszenierung weiss, trotz kleinerer Mängel in vereinzelten Momenten, zu gefallen und wirkt zwischenzeitlich sogar wie ein ganz eigener Stil, welcher aus der Not des kleinen Budgets entstanden ist. Natürlich sind purpurrote Blutspritzer zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, doch in diesem Rahmen passt es einfach. Überhaupt wirken alle Sets und deren Ausstattungen sehr gut aufeinander abgestimmt, so dass einem stimmungsvollen Abenteuer nicht viel im Wege steht. Schade ist allerdings, dass man auch bei diesem Film in Sachen Action - was hier ja das Wichtigste überhaupt ist - immer wieder mit zu schnellen Schnitten kämpfen muss, um überhaupt zu sehen was passiert ist. Dazu kommen ein paar unlogische Gegebenheiten - wie die Tatsache, dass man Mutanten mit Faustfeuerwaffen nur leicht verletzt, aber mit Schwertern sofort tötet - aber hat man diese mal als humorvolle Grundregeln akzeptiert, hat man trotz allem großen Spaß an den vielen gebotenen Schlachten zwischen Menschen und Mutanten.

Nach einem Kurzauftritt von John Malkovich (Burn After Reading) zu Beginn, darf Ron Perlman das Zepter übernehmen. Er meistert seine ruhige Rolle sehr gut und sorgt immer wieder für kleine Auflockerungen. Neben ihm darf auch Thomas Jane (Der Nebel) zeigen, dass er sich inzwischen zu einer gewissen Größe im Genre entwickelt hat. Seine Gefühllose Darstellung des Major "Mitch" Hunter harmoniert sehr gut mit der Rahmenhandlung, was nur in der Synchronfassung teilweise etwas aufgesetzt wirkt. Benno Führmann (Speed Racer) mimt den Deutschen Maximillian von Steiner, welcher sich immerzu mit seinem früheren Kontrahenten "Mitch" Hunter anlegt und dabei ebenfalls überzeugt. Immer wieder schön anzusehen ist auch Devon Aoki (Sin City), welche abermals eine Schwerter schwingende Kämpferin spielen darf. Auf diese Weise könnte man im Grunde genommen die komplette Liste der Darsteller durchgehen, denn wirklich negativ fällt in Mutant Chronicles keiner auf. Dies ist sicherlich auch der Hauptgrund dafür, das man die diversen kleinen Mängel in Sachen Handlung und Logik verschmerzen kann, und dennoch größtenteils von den Geschehnissen mitgerissen wird.

Bestimmt hätte man - auch in Bezug auf die Regie - das eine oder andere besser machen können, doch für einen unterhaltsamen, geradlinigen, schnörkellosen und visuell interessanten Action-Film reicht es allemal. Dank gut aufgelegten Darstellern schafft es dieses Werk am Ende - welches übrigens eine fiese, kleine Überraschung bereit hält - sogar knapp über den Durchschnitt und kann mit gutem Gewissen jedem, der mal etwas Anderes sehen möchte, empfohlen werden.



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