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Das Versprechen

(The Pledge, 2001)

Dt.Start: 11. Oktober 2001 Premiere: 09. Januar 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 125 min Land: USA
Darsteller: Jack Nicholson (Jerry Black), Robin Wright Penn (Lori), Pauline Roberts (Chrissy), Sam Shepard (Eric Pollack), Aaron Eckhart (Stan Krolak), Vanessa Redgrave (Annalise Hansen), Taryn Knowles (Ginny Larsen), Michael O'Keefe (Duane Larsen), Benicio Del Toro (Toby Jay Wadenah), Micky Rourke (Jim Olstad), Harry Dean Stanton (Floyd Cage), Helen Mirren (Psychologin), Adrien Dorval (Sheriff)
Regie: Sean Penn
Drehbuch: Jerzy, Mary Kromolowski


Inhalt

Am letzten Arbeitstag von Detective Jerry Black wir ein kleines Mädchen in einem abgelegenen Waldstück tot aufgefunden. Als er den Eltern die traurige Botschaft überbringt, verspricht er der verzweifelten Mutter, daß er den Mörder ihrer Tochter finden wird. Kurz darauf wird ein verstörter Indianer aufgegriffen und nimmt sich nach einem fadenscheinigen Geständnis das Leben. Obwohl die Polizei den Fall zu den Akten legt, ist Jerry skeptisch und stellt Nachforschungen an.
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Kritik

Das Versprechen hat eine Wertung von 83%

Seit ihrem ersten gemeinsamen Film The Crossing Guard suchten Regisseur Sean Penn und Urgestein Jack Nicholson ein Drehbuch, das sie zusammen realisieren können. Mit dem Roman "Das Versprechen" des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt wurden die beiden fündig und engagierten das Drehbuchehepaar Jerzy & Mary Kromolowski. Der Roman erschien 1958 und wurde bis zum heutigen Tag bereits mehrmals verfilmt. Der wohl berühmteste Film entstand kurz nach dem Erscheinen des Buches und hieß Es geschah am helllichten Tag. In den Hauptrollen waren damals Heinz Rühmann und Gerd Fröbe zu bewundern.

Schauspieler Sean Penn wagte sich für den Film Das Versprechen zum dritten Mal hinter die Kamera und schuf eine stimmige Umsetzung von Dürrenmatts Roman. In seiner sehr ruhigen und gemächlichen Inszenierung arbeitet er hauptsächlich mit klassischen Einstellungen. Nur gelegentlich greift er in die Regietrickkiste und zaubert ein paar moderne Kamerafahren hervor. Im großen und ganzen hält er sich mit seiner Kamera dezent im Hintergrund und läßt das blendende Spiel aller beteiligten Darsteller sowie die schönen Bilder auf den Betrachter wirken.

Hauptdarsteller Jack Nicholson spielt den alten Detective Jerry Black, der kurz vor seiner Pensionierung einen grausamen Mord an einem jungen Mädchen zu bearbeiten hat. Nach einem Versprechen, dass er der Mutter gab, macht er es sich zur Lebensaufgabe den Mörder zur Strecke zu bringen. Auf gewisse Weise ist er dem vermeintlichen Serientäter dankbar, denn er gibt seinem Leben nach der Pensionierung einen Sinn. Er setzt alles daran den Killer zu schnappen und benutzt sogar die Tochter seiner neuen Freundin als Köder und rechtfertigt sein Handeln mit seinen guten Absichten. Jack Nicholson ist immer noch ganz der alte und bringt die verschiedenen inneren Kämpfe, die sein Charakter durchlebt, überzeugend auf die Leinwand.

Während der langen zwei Stunden hält der Film die Spannung und bietet dem Zuschauer immer mehrere Täter zur Auswahl an. Angetrieben durch Jerry Black's krampfhafte Suche und durch den eigenen Ratedurst, spekuliert man unentwegt und stellt teilweise abenteuerliche Theorien auf. In einer Szene wähnt man sich, angetrieben durch Jerry's Euphorie und das schnellere Tempo des Films, kurz vor der entscheidenden Festnahme und wird dann eiskalt fallen gelassen. Besonders intelligent ist auch das Ende des Films, das nicht dem des Roman von Dürrenmatt gleicht und deshalb einige Fragen aufwirft. Würde der Film nicht auf dem Roman basieren, könnte man noch Stunden über das Geschehene diskutieren und käme auf kein 100%iges Ergebnis.

Mit seinem Film Das Versprechen ist Regisseur Sean Penn eine sehr gute Adaption von Friedrich Dürrenmatt's Roman "Das Versprechen" gelungen. Seine ausgewogene, zurückhaltende und vor allem ruhige Regie passt hervorragend zum Thema und gibt dem Zuschauer genügend Zeit die Bilder und die Figuren zu verarbeiten. Eine sehr gute Besetzung und ein blenden aufgelegter Jack Nicholson, der trotz seiner etwas längeren Leinwandabstinenz nichts verlernt hat, machen den Film zu einem packenden Kinoerlebnis. Wer sich nach dem Film verzweifelt fragt, wo nun Benicio Del Toro zu sehen war, der sollte sich mal den sabbelnden Indianer genauer ansehen.

von Thomas Straßer


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