Chow-Yun Fats abgedrehte Performance als Meister Roshi ist sicherlich das Einzige, was bei diesem armseligen Versuch, der Mangavorlage Leben einzuhauchen, in Erinnerung bleiben wird. Denn obwohl Regisseur James Wong alles daran setzt, den Film halbwegs unterhaltsam zu machen, kommt er nicht gegen das unterirdische und gehetzt wirkende Drehbuch an, das sicher alle Fans der Vorlage vor den Kopf stoßen wird.
Dragonball zählt zu den erfolgreichsten Mangas aller Zeiten und auch die Animeserie, sowie deren Filme erfreuen sich bei den Fans großer Beliebtheit. Was liegt da also näher als eine Realverfilmung anzustreben, schließlich hat sich dies in Japan mit der Death Note-Reihe sowohl qualitativ, als auch finanziell hervorragend funktioniert. Um ein größeres Budget zu bekommen, wurde der 45 Millionen Dollar teure Film jedoch aus den USA mitfinanziert und dementsprechend mussten natürlich auch amerikanische Darsteller in den Hauptrollen gecastet werden. Viele Fans hatten schon die schlimmsten Befürchtungen, die durch den eher trashigen Trailer, sowie einige unpopuläre Casting-Entscheidungen noch geschürt wurden.
Es gibt sieben Dragonballs die auf dem Planeten verstreut sind. Einer ist seit seinem 18. Geburtstag in den Händen des jungen Goku gelandet. Es heißt, dass wenn alle sieben Dragonballs zusammengeführt werden der Besitzer einen Wunsch frei hat. Grund genug für den bösen Lord Piccolo sich auf die Suche nach diesen heiligen Objekten zu begeben. Als Goku davon erfährt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit! Hilfe hat er dabei nur von seiner Freundin Chi Chi und dem etwas schrulligen Meister Roshi.
Als Nichtkenner des Dragonballuniversums tut man sich überraschend leicht, sich in die an den Haaren herbeigezogene Story einzufinden. Neben der an sich recht einfach gehaltenen Grundidee fällt vor allen Dingen auf, dass sich die Drehbuchautoren so ziemlich in jedem Klischee suhlen. Richtig blass bleiben dabei vor allen Dingen die Abziehbilder von Charakteren, deren einzige Ausnahme der etwas notgeile Meister Roshi ist, der hier komplett den Vogel abschießen würde, wäre da nicht das völlig hanebüchene Ende. Es kann gut sein, dass es in der Vorlage durchaus vernünftig zur Geltung kommt, aber dem Zuschauer hier einen dermaßen bescheuerten Plottwist um die Ohren zu hauen, der nicht eine Sekunde vorher angedeutet wurde und somit jeglicher Logik entbehrt, das ist schon Trash allerfeinster Güte, vor allen Dingen, wenn das Ganze in einer knappen Minute abgehandelt wird und sofort wieder zum Tagesgeschehen übergegangen wird.
So schlecht wie sich die Handlung anhört, kann Dragonball Evolution nur unter einem gewissen selbstironischen Trashaspekt funktionieren. Gut, dass man mit Akte X-Veteran James Wong da genau den Richtigen an der Angel hat, der schon den grenzdebilen The One so over the top in Szene setzte, dass der geneigte Trashfan durchaus etwas amüsantes am Geschehen finden konnte. Und auf Wong ist Verlass, so ist seine Inszenierung dermaßen hektisch, überdreht und gleichzeitig auch noch unglaublich bunt und gewollt übertrieben, dass man nicht weiß, ob man nun Lachen oder Weinen soll. Dies ist auf jeden Fall genau der richtige Ansatz um den Karren noch einigermaßen aus dem Dreck ziehen zu können.
Würde die Darstellerriege jetzt noch eine gewisse Selbstironie an den Tag legen: Fertig wär ein aberwitziges Trashspektakel. Doch einzig und alleine Chow-Yun Fat mit einem herrlich debilen Overacting scheint dies bemerkt zu haben, so bleibt das restliche, bemühte Cast um Hauptdarsteller Justin Chatwin durchweg blass und auch James Marsters (den meisten noch als Spike in Buffy - Im Bann der Dämonen bekannt) hat hinter seiner meterdicken Maske nicht die geringste Chance, sein Talent als Bösewicht unter Beweis zu stellen. Das Herz der Männer können währenddessen noch die gut in Szene gesetzten Emmy Rossum, Jamie Chung und Eriko Tamura höher schlagen lassen.
Objektiv betrachtet ist Dragonball Evolution total missglückt und kann sich leider nicht mit der zugegebenermaßen großen Hürde Death Note messen. Regisseur James Wong ist hierbei noch am wenigsten vorzuwerfen, war er doch zumindest bemüht, aus dem miesen Drehbuch noch ein unterhaltsames Trashspektakel zu schaffen. Dies ist ihm zum Teil geglückt und kann somit halbwegs für Unterhaltung sorgen, sofern man nicht gerade Kenner der Vorlage ist.