Wie man eine nervtötende und exzentrische Stalkerin als Sympathiefigur eines Filmes aufbauen kann, ist genauso schleierhaft, wie es dieses absolut witzlose Drehbuch geschafft hat, ein solch namhaftes Cast vor die Kamera zu ziehen. Die wenigen satirischen Ansätze verlaufen völlig im Sand und die größte Freude des Zuschauers dürfte wohl sein, dass der Film schon nach etwas mehr als 90 Minuten sein Ende findet.
Es ist das große Jahr der Sandra Bullock! Sie hat nicht nur mit ihren beiden Filmen Selbst ist die Braut und The Blind Side ihre zwei kommerziell erfolgreichsten Filme auf die Leinwand gebracht, sondern wurde sogar mit einem Golden Globe, einer weiteren Nominierung bedacht und konnte sich bei den Oscars unter anderem gegen Mitfavoritin Meryl Streep als beste weibliche Hauptdarstellerin durchsetzen. Das Jahr könnte also perfekt sein, wäre da nicht ein kleiner Schandfleck, der nun auch mit etwas Verspätung in die deutschen Kinos eintrudelt und es erstmals in der Geschichte ermöglichen konnte, dass eine Darstellerin im selben Jahr sowohl bei den Ocsars als beste und gleichzeitig bei den Razzie Awards als schlechteste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.
Mary Horowitz ist Kreuzworträtselautorin einer kleinen Tageszeitung und lebt für die Arbeit. Sie hat im Grunde kaum ein Privatleben, lebt noch bei ihren Eltern und ist vor allen Dingen ziemlich exzentrisch. Bei einem von ihren Eltern arrangierten Blind Date verliebt sie sich in den Kameramann Steve, der jedoch schon nach dem ersten Treffen alles andere als von ihr begeistert ist. Sie jedoch sieht das vollkommen anders, verfolgt ihren neuen Freund auf Schritt und Tritt und will in jeder freien Minute bei ihrem Schatz sein.
Ziemlich schnell merkt der Zuschauer, dass er hier anderthalb Stunden mit dem wohl nervigsten Charakter der jüngeren Filmgeschichte ausharren muss. Demzufolge fehlt dem Zuschauer auch jegliche Identifikationsfigur und besonders die Gags um die Figur der Mary Horowitz gehen nahezu ausnahmslos ins Leere. Des Weiteren wird schablonenhaft die übliche Geschichte abgehandelt und spätestens wenn am Ende noch die absolut lächerliche Moralkeule ausgepackt wird, schlägt man als Zuschauer verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen. Dass man sich zumindest ab und an ein wenig amüsieren kann, ist einzig dem Nebenplot um die konkurrierenden Nachrichtenteams zu verdanken, die zumindest teilweise für ein paar nette satirische Ansätze sorgen können.
Der bislang hauptsächlich für Serienfolgen zuständige Regisseur Phil Traill macht sich zudem nicht wirklich die Mühe das schwache und vor allen Dingen witzlose Drehbuch durch eine ansprechende Inszenierung ein wenig auszugleichen. So wirkt nahezu jede Szene wie von der Stange und hat mit Ausnahme der treffenden I Will Follow Him-Szene keinerlei Momente zu bieten, die sich beim Zuschauer über einen längeren Zeitraum ins Gedächtnis einbrennen werden.
Wenn eine Darstellerin dieses Jahr die goldene Himbeere als schlechteste Hauptdarstellerin verdient hat, dann Sandra Bullock für ihre Darbietung in diesem Werk. Sicherlich ist auch vieles der miesen Charakterzeichnung geschuldet, aber ihre übertriebene Darstellung raubt dem Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute den letzten Nerv. Das restliche Cast um die beiden Hangover-Veteranen Bradley Cooper und Ken Jeong bleibt ebenfalls recht blass, einzig Thomas Haden Church kann mit seiner selbstverliebten Darbietung für einige lichte Momente der ansonsten völlig indiskutablen Darstellerleistungen abliefern.
Die größte Frage bleibt wohl, was den Machern beim Schreiben von Verrückt nach Steve durch den Kopf gegangen ist und noch viel wichtiger, warum sich einige inzwischen gestandene Akteure für so ein Machwerk hergeben. Sieht man von einigen wenigen satirischen Ansätzen auf das Nachrichtenbusiness ab, nervt der Film aufgrund seiner übertriebenen Hauptfigur nahezu über die komplette Laufzeit und hat zudem kaum gelungene Gags zu bieten, die ihn auch nur ansatzweise in die Nähe des Mittelmaßes heben könnten.