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Two Lovers

(Two Lovers, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 19. März 2010
Premiere: 19. Mai 2008 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Romanze
Länge: 106 min Land: USA
Darsteller: Joaquin Phoenix (Leonard Kraditor), Gwyneth Paltrow (Michelle Rausch), Vinessa Shaw (Sandra Cohen), Isabella Rossellini (Ruth Kraditor), Elias Koteas (Ronald Blatt), Moni Moshonov (Reuben Kraditor)
Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray, Ric Menello


Inhalt

Nachdem er erfolglos versucht hat sich das Leben zu nehmen, zieht der labile Leonard zurück zu seinen Eltern. Um das Familienunternehmen, eine kleine Reinigungsfirma, zu retten, versuchen diese ihn mit der Tochter eines befreundeten Unternehmers zu verheiraten. Anfangs scheint es, als ob der Plan gelinge, bis Leonard die schöne Michelle kennen lernt. Er verliebt sich in sie, doch die Schöne hat eine Affäre mit ihrem verheirateten Chef. Als sie Leonard um Hilfe bittet, steht er plötzlich zwischen ihr, und seiner Familie.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Two Lovers hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 69%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
Two Lovers hat eine Wertung von 69%
Hin und Hergerissen zwischen Bauchgefühl und Vernunft. So erscheint Joaquin Phoenix in Two Lovers. Auf der einen Seite die hübsche blonde und sehr interessante Gwyneth Paltrow, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Auf der anderen Seite die ebenfalls hübsche dunkelhaarige Vinessa Shaw, die ihrerseits die Nähe des jungen Mannes sucht und zudem insgeheim von den Eltern favorisiert wird. Ausganslage für eine starke, emotionale Romanze, die aber leider nicht bis ins Letzte genutzt wird. Dadurch bleiben die Figuren manchmal zu eindimensional und die Handlungen zu wenig nachvollziehbar.

Bild aus Two Lovers Romanzen haben immer eines gemeinsam. Sie sind emotionsgeladen und bringen die meisten Frauen zum heulen, sei es vor Glück, Trauer oder einfach "weil es so schön ist". Teils wird dies durch einen tiefen Griff in die Klischee und Kitsch-Kiste und einen vehementen Druck auf die Tränendrüse erreicht, wie beispielsweise bei P.S. Ich Liebe Dich. Doch es gibt auch Romanzen, die sich diesbezüglich eher etwas mehr auf dem Boden der Tatsachen aufhalten und durch eine gute Geschichte überzeugen wollen, wie beispielsweise Adam. Two Lovers siedelt sich hierbei eher in der zweiten Kategorie an, verpasst es aber die wirklichen Gefühle auszupacken und zu provozieren.

So ist der ziemlich labile und selbstmordgefährdete Leonard durchaus ein Charakter, der wie geschaffen für einen derartigen Film scheint. Von der Liebe enttäuscht, überfällt sie ihn erneut, als er auf dem Hausflur Michelle begegnet. Sie ist blond, schlank und hat es ihm sofort angetan. Auch sie scheint Leonard zu mögen und so freunden sich die beiden an. Dass von ihrer Seite dabei aber nicht mehr als freundschaftliche Gefühle im Spiel sind, muss Leonard erfahren, als sie ihm von ihrem Freund erzählt. Dieser ist verheiratet und zudem ihr Chef, verspricht ihr aber seit längerem, sich von seiner Frau zu trennen und mit ihr zusammen zu ziehen. Von der naiven Hoffnung getrieben, er könnte Michelle die Flausen ausreden, indem er ihr zur Seite steht und in kleinen Dosen gegen deren Lover redet, hält er seine Bemühungen aufrecht. Allerdings wäre da auch noch Sandra. Sie ist die Tochter eines Geschäftskollegen seines Vaters. Bei einem abendlichen Treffen werden die beiden einander vorgestellt und Sandra gesteht sofort, dass das ihre Idee war, weil sie ihn interessant fand. Um vorübergehend nicht ganz allein da zu stehen, lässt sich Leonard mit ihr ein. Doch so ganz bekommt er die "femme fatale" nicht aus seinem Kopf und steht, sobald sie wieder anruft, erneut auf der Matte.

Damit steht Leonard erneut zwischen seinem Herzen und der Vernunft. Er ist fest entschlossen für Michelle alles aufzugeben, was er sich mit Sandra aufgebaut hat. Es steht die Frage im Raum, ob man einfach loslassen und jegliche Vernunft beiseite schieben soll, nur um mit dem Menschen zusammen zu sein, in den man Hals über Kopf verliebt ist, obwohl man eigentlich weiß, dass er nicht der Richtige ist (wie es ja dennoch oft in romantischen Filmen vorkommt). Oder ob man sich eher für den Menschen entscheiden soll, den man ebenfalls gern hat und der auch rational betrachtet die bessere Wahl ist. Schmetterlinge im Bauch gegen gutes Gefühl für die Ewigkeit. Eine schwierige Entscheidung, die auch Leonard am Ende nicht erspart bleibt. Allerdings fehlt hier irgendwann die Einsicht in den Charakter. Während man anfangs noch nachvollziehen kann, wie er sich wohl fühlen muss, so ist die Schlusssequenz ein wenig seicht und zu schnell erzählt. Die Konsequenz ist klar, doch der Schritt bis dorthin ging einfach zu schnell, als dass man es so akzeptieren könnte. Damit verschenkt der Film leider einen großen Teil seines Potentials und steht so manch anderer Romanze deutlich nach.

Dabei liegt dies nicht an den Schauspielern. Dass Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow und Vinessa Shaw etwas von ihrem Handwerk verstehen, ist keine neue Erkenntnis. Während Paltrow ihre Rolle der etwas abgefuckten Partygöre, die sich an das Märchen vom verheirateten Lover, der seine Frau verlässt, klammert, im Allgemeinen überzeugend mimt, wirkt der Charakter an manchen Stellen etwas blass und zu oberflächlich, als dass man das gesamte Ausmaß der Gefühlslage nachempfinden könnte. So auch Joaquin Phoenix. Vinessa Shaw hat hier ein ganz anderes Problem: ihre Rolle der selbstbewussten und bodenständigen Frau, die weiß was sie will, ist ziemlich klein angesetzt, so dass ihre Gefühlswelt überhaupt nicht beleuchtet wird. Es ist zu keinem Zeitpunkt klar, ob sie sich der anderen Frau bewusst ist oder generell etwas ahnt. Sie ist ständig die vernünftige und liebevolle Partnerin, die alles zu verstehen scheint, was der teilweise recht seltsam agierende Leonard tut. Hier wäre ein wenig mehr von dieser Seite der Dreiecks-Beziehung sicherlich wünschenswert gewesen.

Alles in Allem ist Two Lovers sicherlich kein schlechter Film. Während andere Romanzen sich lediglich auf die eine Art der Liebe, nämlich die "Liebe auf den ersten Blick"-Variante stürzen, wird hier zumindest noch die andere, vernünftigere Variante mit einbezogen und der Protagonist, in diesem Falle eine Mann, sitzt zwischen den beiden fest. Dennoch hätte man noch deutlich mehr aus dem Thema herausholen können und den Film vom oberen Mittelmaß in die Oberliga befördern können. Schade eigentlich.



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Dt. Start: 10. Dez 2009
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