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Manchmal finden sich die gängigen Stilmittel einiger Regisseure schon bei ihren Debütfilmen, sei es ein Darren Aronofsky oder David Lynch. Mit seinem ersten vielschichtigen Drama um Schein und Sein legte Christopher Nolan vor elf Jahren den Grundstein für seinen späteren Ruhm durch die Batman-Filme. Anhand seiner nicht-linearen Erzählstruktur erzählt Nolan mit einfachen Mitteln einen unterhaltsamen Krimi.
In Christopher Nolans Debütfilm Following spielt sich alles eher etwas subversiv ab. Über die Figuren erfährt man nicht mehr als nötig ist, aber gerade genug, um sie auf irgendeine Art und Weise einordnen zu können. Neben dem Helden der Geschichte platziert Nolan hier bereits einen undurchsichtigen Freund und Helfer, sowie eine potentielle Liebesbeziehung, die sich anders entwickeln wird als vom Protagonisten erhofft. Die Ähnlichkeiten zwischen Following und Nolans Nachfolgewerk Memento sind offensichtlich und der strukturelle Aufbau der Filme gleicht sich.
Die Erzählung beginnt am Ende und arbeitet sich dann mit Zeitsprüngen durch die Handlung. Dabei platziert Nolan auch gerne Bilder, die der Geschichte vorweg greifen, in ihrem neuen Kontext jedoch nicht sofort erkennbar werden. So hat Bill, der Schriftsteller, in der einen Szene lange Haare und in der nächsten kurze. Läuft mal mit blauem Auge durch die Straßen und anschließend wieder nicht. Ein inzwischen obligatorisches Stilmittel für Nolan, welches dieser auch in seinen späteren Werken Insomnia - Schlaflos, Batman Begins und Prestige - Die Meister der Magie verwenden und erst mit The Dark Knight wieder ablegen würde.
Ein Einbruch im eigenen Heim regte Nolan dazu an, nachzudenken, wie ein Einbrecher bei seinem Vergehen vorgehen würde. Über ein Jahr drehte er ausschließlich am Wochenende mit einigen Freunden und Verwandten seine Geschichte von einer scheinbaren Männerfreundschaft, die nicht nur mit dem Leben anderer Menschen spielt, sondern letztlich auch mit dem eigenen. Für Cobb, jenen mysteriösen Einbrecher, geht es hauptsächlich darum, den Menschen zu zeigen, was sie eigentlich besitzen. Denn schließlich merkt man erst wie viel einem etwas bedeutet, wenn man es nicht mehr besitzt. Für Bill wiederum ist das, was als Stalking begann, unbemerkt zur Faszination verkommen und zur Sucht nach dem Adrenalinpegel.
Problematisch wird es für ihn erst, als er sich in eine namenlose Blondine verliebt, die Bill in ihr gefährliches Privatleben mit einbezieht und sich von ihm Hilfe und Unterstützung erhofft. Die einzelnen Absichten der Figuren beleuchtet Nolan hierbei aber nur unzureichend. Ohnehin wirkt Following recht konstruiert, was natürlich auch daran liegt, dass Nolan hier mit einem praktisch nicht vorhandenen Budget auskommen musste. Dennoch weist die Erzählstruktur Mängel auf und wirkt speziell in ihrer Zusammenführung relativ überhastet. Da reißt dann auch das sehr gelungene Ende nicht mehr allzu viel heraus.
Das Darstellerensemble erfüllt seinen Zweck, überzeugt allerdings nicht durchgängig. Insgesamt ist Nolans Erstlingswerk jedoch beachtlich und lässt die filmische Herkunft des Regisseurs, der inzwischen im Mainstream angekommen ist, sehr gut nachvollziehen. Für alle Freunde des Low-Budget-Films und insbesondere Fans von Christopher Nolan ist der Film aber allemal eine Sichtung wert. |