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My Big Fat Greek Summer

(My Life in Ruins, 2008)

Dt.Start: 15. Oktober 2009 Premiere: 15. Mai 2008 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 95 min Land: USA, Spanien
Darsteller: Richard Dreyfuss (Irv), Rachel Dratch (Kim), Harland Williams (Big Al), Nia Vardalos (Georgia), Caroline Goodall (Mrs. Tullen), Ian Ogilvy (Mr. Tullen), Alexis Georgoulis (Poupi), Brian Palermo (Marc)
Regie: Donald M. Petrie
Drehbuch: Mike Reiss


Inhalt

Georgia ist eine griechisch amerikanische Fremdenführerin, die sich von ihrem bisherigen Leben erholen und in ihrer alten Heimat ihre Lebensfreude wieder finden will. Mit einer Gruppe von ganz besonderen Touristen unternimmt sie eine Besichtigungstour durch die Ruinen Griechenlands. Obwohl anfangs alles schief zu laufen scheint, beginnt Georgia sich frei zu fühlen und den Moment zu genießen. So findet sie eine neue Liebe dort, wo sie es niemals erwartet hätte.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

My Big Fat Greek Summer hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
My Big Fat Greek Summer hat eine Wertung von 70%
Nette Komödie über Touristen in Kultursituationen, und wie deren genervte Fremdenführerin ihre eigenen Probleme und Sorgen auf die Gruppe überträgt. Dramaturgisch von der Stange, ist der Film doch sehr solide konzipiert sowie inszeniert und dürfte nicht wenige Zuschauer begeistern. Nia Vardalos, bekannt aus My Big Fat Greek Wedding, spielt die Hauptrolle und beweist, dass sie viel zu selten auf der großen Leinwand zu sehen ist.

Bild aus My Big Fat Greek Summer In Urlaubsfragen treffen geschmacklich oft Welten aufeinander: Während die eine Sorte Urlauber bewusst in Ehrfurcht vor den Leistungen antiker Bauherren erstarren, sich beim Erklimmen einer alten Ruine absichtlich die Zähne ausbeißen möchte, um sich nachher ein wenig so zu fühlen wie die Eroberer anno dazumal, interessiert sich die andere Sorte eher für Klimaanlage, Pool, vertraute Restaurantketten und kühle Getränke. Es gibt eine große Kluft zwischen den Liebhabern der Wellness-Erholung in sonnigen Hotelanlagen und wissbegierigen Kulturpilgern.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die griechisch-amerikanische Geschichtsprofessorin Georgia, die in Griechenland als Reiseführerin arbeitet, eher unzufrieden mit ihrem Job ist: Die Heerscharen der Touristen interessieren sich viel zu wenig für die antiken Tempel, Orakel und sonstige Bauten der alten Griechen, sondern wollen praktisch nur Souvenirs kaufen, Eis schlecken und vielleicht die eine oder andere antike Sage hören - doch bitte nur die erotischen Teile in kürzestmöglicher Variante. Nein, Georgia ist nicht glücklich. Nicht nur sie fragt sich, wieso die Touristen überhaupt nach Griechenland kommen, wenn sie es offensichtlich gar nicht kennenlernen wollen.

Doch auch Georgia ist nicht ganz unschuldig daran, dass sie bei ihrer Chefin auf der Abschussliste ganz oben steht: Die Feedbackformulare der Touristen weisen ihre Touristenführer-Qualitäten als praktisch nicht vorhanden aus. Das hat man nun davon, wenn man Geschichte nicht nur studiert, sondern auch gelehrt hat: Die unqualifizierten Eisschlecker stellen einem schlechte Noten aus. Georgia ist verzweifelt, umso mehr, als dass sie auch noch jedes Mal die Gruppe mit den schrägen Vögeln abbekommt, und natürlich den Bus, in dem nicht nur die Klimaanlage kaputt ist. Dieses Mal ist auch noch Irv dabei, ein nerviger Witzbold vorgerückten Alters, der einfach nicht komisch ist.

Sehr sympathische, solide, aber nicht überragende Komödie über Pauschaltouristen auf Sightseeingtour, die ihrer Tourführerin letztendlich doch über die Midlife Crisis helfen. Inszenatorisch eher von der Stange, webt der Film nicht wenige gut nachvollziehbare Handlungsfäden, die sich immer wieder neu verknoten und verknüpfen. Aus dem Leben gegriffene Dialoge, Situationen und sich immer wieder neu bewahrheitende Vorurteile runden das Bild ab.

Dennoch wird kein Tourismus-Archetyp verdammt und der andere hochgelobt, sondern jeder Mensch erhält hier schließlich seinen Freiraum. Urlaub soll letzten Endes doch entspannend sein, und nachdem sich Georgia, ihre Reisegruppe sowie diverse andere Kontrahenten endlich zusammengerauft haben, wird die Reise doch noch zu einem positiven Gesamterlebnis.

Gerade die jedermann bekannten Urlaubertypen machen diesen Film so sympathisch. Wer sich selbst nicht einmal ansatzweise wiedererkennt, muss wirklich ein Exot sein, und wer in diesem Film keine Lust auf Griechenland bekommt, hat schon verloren. Der Film ist natürlich für ein amerikanisches Publikum gedreht worden, deswegen kommen europäische Urlaubertypen eher weniger vor (und erstaunlicherweise gar keine Japaner!), auch kommen die nationalen Unterschiede in der englischsprachigen Originalversion natürlich besser zur Geltung.

Ein Wort noch zum Titel: Der Film hat nichts mit My Big Fat Greek Wedding gemein, außer der Hauptdarstellerin Nia Vardalos, einem Nebendarsteller und den Produzenten. Im Original heißt der Film schön doppeldeutig "My Life in Ruins". Natürlich wird mit der Big-Fat-Formulierung auf die erfolgreiche Komödie von 2002 angespielt, um den Ticketverkauf anzukurbeln. Zu Unrecht, denn der Film hätte sich auch alleine erfolgreich am Markt etablieren können.



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