Event Horizon - Am Rande des Universums Poster

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Event Horizon - Am Rande des Universums

(Event Horizon, 1997)

Dt.Start: 15. Januar 1998
DVD: 05. Juni 2001
Premiere: 15. August 1997 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Sci-Fi, Thriller
Länge: 96 min Land: UK, USA
Darsteller: Laurence Fishburne (Captain Miller), Sam Neill (Dr. William Weir), Kathleen Quinlan (Peters), Joely Richardson (Lt. Starck), Richard T. Jones (Cooper), Jack Noseworthy (Justin), Jason Isaacs (D.J.), Sean Pertwee (Smith), Peter Marinker (Captain John Kilpack), Holley Chant (Claire), Barclay Wright (Denny Peters)
Regie: Paul W.S. Anderson
Drehbuch: Philip Eisner


Inhalt

Nach siebenjährigem Verschwinden taucht das Forschungsraumschiff "Event Horizon" vor dem Saturn wieder auf. Dr. Weir, Architekt der "Event Horizon", reist gemeinsam mit einer Rettungscrew rund um Captain Miller zu dem verloren geglaubten Schiff. Doch anstatt die Crew des Schiffes zu retten, müssen sich alle Beteiligten bald selbst retten, wenn sie dem Wahnsinn, den die "Event Horizon" mit sich gebracht hat, entfliehen wollen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Event Horizon - Am Rande des Universums hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 71%
Kurzkritik
von Markus Ostertag
Wertung von 72 für Event Horizon - Am Rande des Universums

Science-Fiction gepaart mit Horror prägt schon seit Jahrzehnten die Kinolandschaft und so ist es nicht verwunderlich, dass sich Paul W. S. Anderson auch in den Weltraum begibt.
Mit Event Horizon ist ihm dabei ein - aus heutiger Sicht - Klassiker gelungen, auf den viele andere Streifen durchaus aufbauen oder sich anlehnen. Die gesamte Atmosphäre und Stimmung wirkt zwar deutlich intensiver als man das von ähnlichen Streifen des neuen Jahrtausends kennt, dennoch hat der Streifen durchaus Durchhänger und verliert vor allem im Climax an Spannung. Fans des Genres kennen Event Horizon sowieso, aber auch allen anderen ist der Film auf jeden Fall ans Herz zu legen - auch mehr als 15 Jahre nach der Erstaufführung!

Kritik

von Florian Lieb
Event Horizon - Am Rande des Universums hat eine Wertung von 70%
Schon 1979 proklamierte Ridley Scott mit seinem Meisterwerk Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, dass einen im Weltall niemand Schreien hört. Der Weltraum als New Frontier ist seitdem ein Hort von Bösartigkeiten und Horror. Mit seinem 1997 erschienenen Event Horizon - Am Rande des Universums setzt Paul W.S. Anderson diese Tradition fort, indem er eine Vielzahl an direkten wie indirekten Genrekollegen referiert.

Bild aus Event Horizon - Am Rande des Universums Es war John F. Kennedy, der in den sechziger Jahren das New Frontier vom Westen der USA in das Weltall verlegte. Nur dort könnten und würden noch unentdeckte Länder auf die Menschheit warten und Überraschungen, sowie neue Reichtümer bereit halten. Doch was der Mensch nicht kennt, das macht ihm Angst. So war es schon immer. Insofern kann das Weltall - welches ohnehin über eine menschenfeindliche Umgebung verfügt - nur als potentielle Gefahr gesehen werden. Sei es eine tödliche außerirdische Rasse oder einfach nur der blanke Wahnsinn. Innerhalb dieses Kanons ist Paul W.S. Andersons Event Horizon - Am Rande des Universums eher ein Schwarzes Schaf. Von den Kritikern gebrandmarkt, von den Fans geliebt.

Der gesamte Film ist gespickt mit Referenzen, angefangen mit der bildlichen Überleitung vom Paramount Logo in die eigentliche Handlung. Dies setzt sich im Laufe des Filmes fort, wenn Querverweise zu 2001 - Odyssee im Weltraum, Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt oder Vertigo - Aus dem Reich der Toten eingebaut werden. Am offensichtlichsten ist Andersons zweiter Kinofilm jedoch eine Weltraumvariante von Stanley Kubricks Shining - etwas das der Film jedoch auch zu keinem Punkt bestreitet. Neben einer Blutwelle finden sich auch Elemente wie die tote Frau im Bad oder der Wahnsinn eines Mannes durch seine besessene Umgebung in Event Horizon - Am Rande des Universums.

Aber auch außerhalb der Filmreferenzen spielt Anderson sehr viel mit seiner Symbolik. Man nehme allein die Form der "Event Horizon", welche der eines Kreuzes entspricht. Oder die Szene, in welcher Kathleen Quinlans Figur ihrem kranken Sohn in einen Gang folgt, der bezeichnenderweise die Kontur eines Sargs hat. Grandios auch Andersons mehrfach angewendete Pupilleneinstellung, in welcher Pupille und der Antrieb der "Event Horizon" miteinander eins werden. Die Effekte des Filmes überzeugen, selbst wenn ihre Künstlichkeit gerade bei der Blu-Ray-Version ziemlich deutlich wird. Hinsichtlich eines Budgets von um die siebzig Millionen Dollar ist dies doch etwas erstaunlich, bedenkt man, dass ein Film wie X-Men, der drei Jahre später erschien, bei einem ähnlichen Budget sehr viel überzeugender aussieht.

Um seine Handlung macht Event Horizon - Am Rande des Universums keinen Hehl, bereits zu Beginn wird eine Verbindung zwischen dem Schiff und seinem Konstrukteur, Dr. Weir, hergestellt. Dies setzt sich anschließend besonders in der Figur von Miller fort, wenn dessen Äußerungen wie "Das ist ein Grab" ähnlich wie Justins "Sieht wie ein Fleischwolf aus" die bevorstehende Entwicklung der Figuren vorwegnimmt. Was es genau mit der "Event Horizon" auf sich hat, wird nicht geklärt.

Man mag es dem Film verzeihen, wenn er hin und wieder etwas aus der Bahn gerät. Sei es die "liberate me/liberate tuteme"-Szene oder der Aspekt, dass das Schiff seiner Crew ihre Sünden vorhält, nachdem es in einer Welt des Chaos abgetaucht war. Die Atmosphäre stimmt dennoch, die "Event Horizon" ist düster, kalt und mit Blut und Eingeweiden besudelt. Ein dämonisches Schiff, hinterlegt von den unentwegt tobenden Stürmen des Saturns. Die Spannung steigt mit der Öffnung des Antriebes und Justins Unfall. Zwar ist der Wandel von Weir nicht wirklich überraschend, aber sieht man sich Danny Boyles Sunshine an, doch nachdrücklich. Gegen Ende geht der Handlung etwas die Luft aus, das große Finale wirkt etwas abgekupfert und die finale Einstellung orientiert sich dann wieder am stilbildenden Horrorkino.

Mit seinen großen Vorbildern von Kubrick und Scott kann sich Anderson mit Event Horizon - Am Rande des Universums zwar nicht messen, aber ein Meistwerk wollte sein Film sicherlich auch nie sein. Dem Kultstatus, welchen der Film nach seiner DVD-Veröffentlichung erfuhr, wurde er da schon eher gerecht. Zwar sind die Effekte teilweise stark künstlich, doch ordnen sie sich der Handlung unter. Von dem Schauspielerensemble stechen wenig überraschend speziell Fishburne und Neill hervor, die beide sehr engagiert bei der Sache sind. Insgesamt ist Event Horizon - Am Rande des Universums ein liebenswerter kleiner Horrorfilm, den man in sein Herz schließt, auch wenn er seine Fehler hat.



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