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Toy Story

(Toy Story, 1995)

Dt.Start: 21. März 1996 Premiere: 22. November 1995 (USA)
FSK: o.A. Genre: Animation, Komödie
Länge: 77 min Land: USA
Darsteller: Tom Hanks (Sheriff Woody), Tim Allen (Buzz Lightyear), Don Rickles (Mr. Potato Head), Jim Varney (Slinky Dog), Wallace Shawn (Rex), John Ratzenberger (Hamm), Annie Potts (Bo Peep), John Morris (Andy Davis), Erik von Detten (Sid Phillips), Laurie Metcalf (Mrs. Davis), R. Lee Ermey (Sarge), Sarah Freeman (Hannah Phillips), Penn Jillette (TV Ansager)
Regie: John Lasseter
Drehbuch: John Lasseter, Andrew Stanton


Inhalt

Spielzeug-Cowboy Woody hat die Faxen dicke: Sein Besitzer Andy hat ein neues Lieblingsspielzeug, die opulent ausgestattete Actionfigur Buzz Lightyear. Als Buzz Woody den Rang als Anführer der Spielzeuge streitig macht, erteilt er ihm eine Lektion, die jedoch beide ins Verderben reißt. Fernab von ihrem Zuhause gestrandet machen sie sich auf den beschwerlichen Weg zurück zu Andy.
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Kritik

Toy Story hat eine Wertung von 90%

Howdy! Wer kennt es nicht, das verzweifelte Gefühl, das einen als Kind beschlich, wenn man ein liebgewonnenes Spielzeug verlegt hatte und es nicht mehr wiederfinden konnte? Den meisten Menschen dürfte dieses Gefühl noch in Erinnerung geblieben sein, höchstwahrscheinlich werden sogar noch viele Erwachsene davon heimgesucht, immerhin besitzt man während jedes Lebensabschnitts irgendein Spielzeug in der ein oder anderen Form. Ein Gefühl also, das fast jeder kennt: Geradezu dazu prädestiniert filmisch verarbeitet zu werden - in diesem Fall allerdings in einer etwas alternativen Version: Die Toy Story wird aus dem Blickwinkel der betroffenen Spielzeuge erzählt. Kurz vor dem Umzug in eine neue Wohnung feiert der kleine Andy seinen Geburtstag, und wie das bei zu erwartenden Geschenkewellen so üblich ist, fürchten sich seine alteingesessenen Spielzeuge auch diesmal davor, dass sie von den Neuankömmlingen verdrängt werden.

Toy-Boss Woody, ein waschechter Cowboy, wiegt sich wie immer in Sicherheit, genießt er doch den Status Andys Lieblingsspielzeug zu sein. Um so niederschmetternder fällt seine Ernüchterung aus, als er auf seinen Nachfolger trifft, den intergalaktischen Spaceranger Buzz Lightyear, der sich zu Woodys Verzweiflung nicht einmal im Klaren darüber ist, dass es sich bei ihm lediglich um ein massenhaft produziertes Spielzeug handelt, sondern sich tatsächlich in dem Glauben befindet der einzig wahre Buzz Lightyear zu sein und daher vor Selbstbewusstsein überquillt. Von seiner erhabenen Position verdrängt und seinen Untertanen verschmäht, will Woody den smarten Weltraummann dann auch gar nicht so Recht akzeptieren und spielt ihm einen Streich, in dessen Folge beide Spielzeuge verloren gehen und zu einer aufregenden Odyssee aufbrechen, dessen Verlauf sie u.a. in die Hände des sadistischen Sid führt, dessen Lieblingsbeschäftigung die Verstümmelung von Spielsachen ist.

Bei Toy Story wird man nicht mit einer herkömmlichen Geschichte konfrontiert, der Film ist außerordentlich innovativ und steckt voller witziger kleiner Gags. Mit viel Liebe zum Detail hat man es paradoxerweise geschafft die Spielzeuge lebensecht wirken zu lassen, so hat jedes Toy seine charakteristischen Eigenheiten, ob es sich nun um den neurotischen Plastiksaurier Rex handelt, vor dem sich keiner so recht fürchten möchte, oder um Mr. Potatoe Head, der schrecklich genervt ist, weil ihm ständig seine Gesichtsmerkmale abfallen. Der Kern der Handlung konzentriert sich jedoch auf Buzz und Woody und orientiert sich an Buddy Movies wie z.B. 48 Hours: Zwei gegensetzliche Personen, die sich zunächst nicht ausstehen können, werden gezwungen zu kooperieren und freunden sich im Verlauf der Handlung an. Albern oder platt präsentiert sich der Witz des Filmes glücklicherweise nie, bei genauer Betrachtung lassen sich in dem Mikrokosmos der Spielzeuge sogar einige intelligente Analogien zu tatsächlichen menschlichen Verhaltensweisen feststellen, beispielsweise als Buzz durch einen Werbespot erfährt, dass er keineswegs einzigartig ist.

Aber nicht nur die Erzählweise von Toy Story weiß zu faszinieren, auch die Technik, mit der der Film hergestellt wurde, zeichnet sich durch ein ungewöhnliches Maß an Kreativität aus. Auf dem Gebiet der CGI eine wahre Pioniertat, handelt es sich bei Toy Story um den ersten abendfüllenden, komplett am Computer entstandenen Spielfilm. Unter der Regie von John Lasseter bastelte die Firma Pixar, ehemals eine computergraphisch orientierte Untergruppe von Lucasfilm, über vier Jahre an Toy Story, bevor der fertige Film vorlag und 1995 schließlich in die amerikanischen Kinos kam.

Eines merkt man Toy Story bereits nach wenigen Minuten an: Trotz der Maschinen, die zu seiner Produktion zur Hilfe genommen wurden, steckt in diesem Film mehr Menschlichkeit und Herz als in so manch anderen großen Produktion. Ein schöner Score von Randy Newman und die perfekt passenden Synchronstimmen von u.a. Tom Hanks und Tim Allen machen Toy Story schließlich zu einem rundum gelungenen Film, der garantiert nicht nur für Kinder geeignet ist.

Eine Anmerkung zum Schluss: Interessanterweise lässt sich der eingänglich erwähnte Konflikt zwischen Buzz und Woody auch hinsichtlich der Herstellungstechnik auf die Filmindustrie übertragen: Mit den voll digitalisierten Helden haben die Filmemacher ein neues Spielzeug gefunden, und je weiter sich diese Technik entwickelt und sich einem tatsächlichen Photorealismus nähert, desto bedrohter werden sich auch die "alten" realen Schauspieler fühlen. Eines zeigt Toy Story aber ebenfalls ganz deutlich: Auch wenn neue Dinge manchmal fortschrittlicher sind, die alten brauchen sich dahinter nicht zu verstecken.

von Daniel Bund


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