Hat man ein Alter von 15 Jahren überschritten, dann dürfte man der Zielgruppe des Filmes entwachsen sein. (Traum) Job Gesucht ist ein naives Coming-of-Age-Filmchen für die jüngere Generation, das an seinen unsympathischen Figuren, der schwachen Hauptdarstellerin und vor allen Dingen der klischeelastigen Vorhersehbarkeit krankt.
Als Animationsregisseure gefeiert, als Realfilmregisseure milde belächelt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass erfolgreiche Regisseure von Animationsfilmen sich schwer tun, wenn sie das erste Mal einen Film mit echten Darstellern in Szene setzen müssen. Andrew Adamson (Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück - Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia) und Rob Minkoff (Der König der Löwen - Stuart Little) sind nur zwei Beispiele von misslungenen Versuchen das Genre zu wechseln. Nun versucht sich auch Shrek - Der tollkühne Held Regisseurin Vicky Jenson an ihrem Debüt und dem Gesetz der Serie nach, ist sie eigentlich schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt.
Ryden Malby hat ihr Leben konsequent durchgeplant und somit weiß sie ganz genau,was nach dem Collegeabschluss als nächstes auf der Karriereleiter geplant ist. Dumm nur, dass sie den gewünschten Job nicht bekommt und nun wieder übergangsweise zu ihren Eltern ziehen muss. Dort trifft sie auch ihren Kumpel Adam wieder, der schon seit Jahren unsterblich in Ryden verliebt ist, aber nie über den Status als bester Freund hinausgekommen ist.
Inhaltlich hat der Film das große Problem, dass er oftmals nicht weiß, was er sein möchte, denn das Ganze schwankt von Bravo-Foto-Love-Story bis zum ernsten Coming-Of-Age-Drama a la Garden State und verfehlt es, sich in einem der Bereiche einzuordnen. So geht die Handlung recht sprunghaft voran, hat viel zu viele unnötige Nebenplots zu bieten und geht dem Zuschauer aufgrund seiner extrem unsympathischen Charaktere zu keinem Zeitpunkt wirklich nahe. Hinzu kommt die extreme Vorhersehbarkeit der absolut einfallslosen Geschichte, die nahezu kein Klischee auslässt und den Zuschauer zumindest unfreiwillig ein wenig amüsieren kann.
Wenn schon in Sachen Story wenig Qualitatives zu kommen vermag, dann erhofft man sich von einer Animationsregisseurin zumindest einige optische Schauwerte. Zu Beginn macht dies auch noch einen ganz guten Eindruck, denn das Intro ist optisch gut eingefangen und macht Hoffnung auf weitere innovative Einfälle. Doch scheinbar hat sich Jenson mit dem Opening schon komplett verausgabt, was zur Folge hat, dass sich das Gesehen nicht einmal von seichter Sonntag-Morgens-TV-Ware abzuheben vermag.
In ihrer Serie Gilmore Girls, sowie den Ensemblefilmen Eine für 2 und Sin City konnte Alexis Bledel ihr Talent unter Beweis stellen, doch spätestens hier zeigt sich, dass sie im Alleingang keinen Film tragen kann. Dies mag vielleicht auch ihrem unsympathischen Charakter geschuldet sein, dennoch hat sie sich in diesem Falle das Prädikat austauschbar mit jeder Silbe verdient. Da stechen schon eher die Nebendarsteller hervor, denn wenn sich der wohl einzig wahre Batman-Darsteller Michael Keaton als schrulliger Vater präsentieren darf, dann hat er die Lacher des Filmes durchweg auf seiner Seite. Zwar ist er, wie auch J. K. Simmons und das restliche Nebencast, chronisch unterfordert, jedoch wissen sie immerhin noch das Beste aus ihren Rollen zu machen.
Auch Vicky Jenson hat bewiesen, dass eine gute Animationsregisseurin noch lange keinen guten Realfilm auf die Beine stellen kann. (Traum) Job Gesucht ist zu keinem Zeitpunkt mehr als ein 08/15-Heile-Welt-Filmchen für kleine Mädchen mit unsympathischen Charakteren und einer Hauptdarstellerin, die einen Film nicht im Alleingang tragen kann. Ob man diese Regel auch im umgekehrten Falle anwenden kann, wird dem Zuschauer nächstes Jahr Wes Anderson (The Darjeeling Limited) zeigen, dessen nächster Film sein Animationsdebüt Der Fantastische Mr. Fox sein wird.