Nicht uninteressanter Science Fiction-Film mit gesellschaftskritischen Drama-Ambitionen. Leider weckt der Name des Hauptdarstellers, Bruce Willis, Erwartungen an große Action, die dieser Film nicht erfüllen kann. Dennoch empfehlenswert, spannend, kurzweilig und dank der hervorragenden Effekte wirklich gut genießbar.
In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft ist es an der Tagesordnung, sich einen Roboter zu kaufen, der aussieht wie man selbst, und diesen dann für einen zur Arbeit gehen zu lassen, während man selbst ihn aus der eigenen Wohnung bequem und vor allem sicher fernsteuert. Diese Stellvertreter finden sich wenige Jahre nach ihrer Einführung überall, die echten Menschen gehen kaum noch auf die Straße.
Auch bei der Polizei sind Surrogates sehr beliebt: Im Falle eines Kugelhagels halten sie mehr aus als der Mensch, und wenn sie doch kritisch getroffen werden, muss dennoch keiner sterben. Auch rennen sie schneller und ausdauernder als echte Cops es je könnten, eine feine Sache also. Nun werden also die FBI-Agenten Greer und Peters zu einem Mordfall gerufen. Natürlich sitzen die echten Agenten zuhause, die Roboter machen die Fußarbeit. Als sich der Ermordete Student als der Sohn des Erfinders der ganzen Robotertechnologie herausstellt, horchen die Ermittler auf.
Interessant wird es, als sich herausstellt, dass auch das Surrogat des Studenten ermordet wurde, und wirklich kritisch, als klar wird, dass der Mensch die Ermordung seines Roboters, gänzlich unüblich, nicht überlebt hat, statt einfach nur einen Logout zu erleben. So wie es aussieht, sind Greer und Peters auf der Spur des düsteren Vorhabens, nicht wenige Roboterbenutzer umzubringen.
Zukunftsvisionen mit dem Schwerpunkt Roboter-Mensch-Konflikt wurden ja schon oft verfilmt, seit Isaac Asimov seine berühmten Robotergesetze schuf. Surrogates - Mein zweites Ich wirkt hauptsächlich wie eine alternative Version von I, Robot, zumal auch noch James Cromwell in beiden Filmen den Erfinder der jeweiligen Technologie spielt.
Die Hauptperson ist jedoch Bruce Willis, der bald nach der Vernichtung seines Surrogates an die frische Luft muss, um die Ermittlungen höchstpersönlich aufzunehmen. Im Cast finden sich außerdem noch Eye Candy Radha Mitchell als seine Kollegin Peters und der unübersehbare Ving Rhames als Anführer einer Anti-Roboter-Bewegung.
Surrogates ist ein solider Science Fiction-Film, der recht nah an der heutigen Zeit angesiedelt ist. Erfrischend ist, dass der Konflikt nicht die Explosion ganzer Himmelskörper befürchten lässt. Leider wirkt der Film streckenweise aber auch etwas altbacken, weil er sich nicht entscheiden kann, ob er Actionfilm, Gesellschaftsdrama oder reine Utopie sein will. Zu empfehlen für Willis-Fans, Science Fiction-Liebhaber, Gesellschaftstheoretiker und alle, die mal wieder einen etwas anderen Cop-Film sehen wollen.