Kurzweilig kehren die Dinos wieder mal auf die Kinoleinwand zurück. Diesmal als Doku im 3D-Gewand, die einige Einblicke in die Arbeit der Forscher der Vergangenheit und Gegenwart liefert und mit ein paar nett animierten Sauriern aufzuwarten hat. Leider ist damit der Gehalt auch schon erschöpft und so verlässt man den Kinosaal und hat schon fast vergessen, was es zu bestaunen gab.
Dreidimensionales Kino wird die Vision der nächsten Jahrzehnte sein. Immer mehr Animationsfilme setzen auf die neue Technologie und auch die Realfilme rüsten sich verstärkt für die dritte Dimension. Eine Filmsparte hat dieses Format für sich schon seit längerem entdeckt: In einer Mischung aus Animationsfilm und virtueller Livereportage liefern 3D-Dokus, bekömmlich aufbereitet, Informationen aus allerlei wissenschaftlichen Disziplinen. Neben dem Weltraum und archäologischen Ausgrabungen sind dabei die Dokus aus der Urzeit stets das absolute Highlight.
Kaum eine Zeit eignet sich auch besser, als die der Riesenechsen, um die Kinoleinwand in 3D zu erobern. Näher und lebendiger werden diese Geschöpfe nie wieder dem menschlichen Auge kommen. Es war also wieder an der Zeit eine solche Doku mundgerecht zu servieren. Und genau das ist auch Dinosaurier Live 3D geworden: Kurzweilig und nett, aber völlig belanglos. Es gibt ein wenig was zu lernen (was aber prinzipiell in jeder x-beliebigen BBC-, oder Discovery-Channel-Doku bereits zigmal zu sehen war), zumeist über die bekannteren Dinosaurier-Vertreter wie T-Rex, Raptoren und einige Pflanzenfresser sowie ein paar außergewöhnliche Lagerstätten in China, der Mongolei und den USA, wie die so genannten Red Cliffs und Bone Beds.
Schöne Bilder tragen dabei zwar durchweg den Film und einige originaldokumentarische Aufnahme aus den 1930ern Jahren zaubern ein wenig klassischen Forscherflair auf die Leinwand, doch unterm Strich ist viel zu wenig Substanz drin. Beiläufig wird auf einen amerikanischen Paläontologen verwiesen, der als Vorlage für den Kultarchäologen aus der Lucas-Filmschmiede Indiana Jones dienen soll und schon vor über 70 Jahren die Riesenechsen aus dem Stein meißelte; diese Ehre beanspruchen inzwischen aber eine ganze Reihe altehrwürdige Forscher der Vergangenheit. Und vielleicht sollte man auf diese Legendenbildung nicht allzu viel geben. Aber für diese Doku liefert der Charakter zumindest eine gewisse Identifikationsfigur.
Bleibt noch die Frage nach den eigentlichen Stars der Doku. Der Titel Dinosaurier Live 3D verheißt schließlich einiges. Besonders hier aber enttäuscht der Film auf voller Länge. Es gibt immer die üblichen Verdächtigen zu bestaunen und die animierten Sequenzen sind einfach zu kurz und nehmen von der gesamten Spielzeit viel zu wenig Zeit ein. Einzig nennenswertes "Bonbon", dass in der englischen Fassung Michael Douglas den Sprecher gibt; entsprechend in der deutschen, seine Standart-Synchronstimme Volker Brandt. Was den Inhalt aber auch nicht aufpeppt.
Dinosaurier Live 3D ist ein nett gemeintes Plädoyer für die Beschäftigung mit der Vergangenheit. Ein wenig kommt dabei das Gefühl auf, es handele sich um einen Rekrutierungsfilm des Paläontologen-Verbandes, denen im digitalen Nanotech-Zeitalter der Nachwuchs abhanden zu kommen scheint. Wenn aber mehr Kids mit dieser Doku hätten für den Beruf des Paläontologen begeistert werden sollen, hätten die Macher schon ein paar Schippen mehr drauf legen müssen.