Mit sichtlicher Langeweile ermittelt Dennis Quaid in diesem Serienkillerfilm, der außer einer netten Entwicklung im Mittelteil und einer gut aufspielenden Zhang Ziyi nicht viel zu bieten hat. Viel zu konstruiert und vorhersehbar ist die von Genregrößen zusammengeklaute Geschichte, als dass sie gefallen können. Aufgrund der drögen Inszenierung lädt sie eher zum Einschlafen, als zum Miträtseln ein.
Platinum Dunes heißt die Produktionsfirma von Michael Bay, die sich bislang auf das Horrorgenre spezialisiert hatte. Die produzierten Filme waren allesamt Remakes und konnten sich, mit Ausnahme von Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre, nur wenig mit Ruhm bekleckern. Zumindest stehen die Vorzeichen für den ersten Film aus der eigenen Feder gut, schließlich konnte man Regietalent Jonas Akerlund (Spun) verpflichten und hat mit Dennis Quaid auch einen gestandenen Mimen in der Hauptrolle vorzuweisen.
Aiden Breslin zählt zu den Ermittlern, die immer bei den kompliziertesten Fällen herangezogen werden. Doch privat läuft es bei ihm alles andere als gut, denn er hat den Tod seiner Frau noch nicht wirklich verwunden und hat aufgrund der Arbeit auch nicht die Möglichkeit sich ausreichend um seine beiden Söhne zu kümmern. Da kommt es natürlich sehr ungelegen, dass er es aktuell mit einem Serienkiller zu tun hat, der ihm immer wieder die mysteriöse Botschaft Come and See am Tatort zu hinterlassen scheint.
Ein Serienkillerfilm mit kirchlichem Hintergrund hat meist viele interessante Momente zu bieten. Dies ist auch der Grund, weshalb einen der Film zu Beginn noch bei der Stange halten kann. Doch schon nach kurzer Zeit schleicht sich gepflegte Langeweile an, die nur dank einer überzeugenden Entwicklung im Mittelteil noch einmal kurzzeitig verschwindet. Zu klischeebeladen sind die Figuren (der Hauptcharakter ist Witwer und Polizist, der seine Familie aufgrund der Arbeit vernachlässigt), zu vorhersehbar und vor allen Dingen zu bescheuert ist die Auflösung, als dass sie dem Zuschauer am Ende überhaupt noch irgendeine Regung abringen könnte, der vorher schon gedanklich bei diesem Humbug abgeschaltet haben dürfte.
Auch wenn die Geschichte bisweilen sehr offensichtlich von Vorbildern wie Sieben und Resurrection inspiriert ist: Dass das Ganze unter der Regie von Jonas Ackerlund inszeniert wurde, sollte an sich eine gute Vorraussetzung sein, zumindest optisch etwas geboten zu bekommen, hat er doch mit seinem Spielfilmdebüt Spun einen visuell beindruckenden Film gemacht, der sowohl Publikum, als auch Kritiker begeistern konnte. Dumm nur, dass der Regisseur auch inszenatorisch beim Ideenklau fleißig mitmacht. Die ruhige, düstere Atmosphäre schreit geradezu nach Finchers Film, nur dass hier zu keiner Sekunde die geringste Atmosphäre aufkommen will. Dies ist auch den unnötig brutalen Szenen zu verdanken, die dem erfolgreichen Trend des Tortureporns entsprungen sind und sichtlich von Saw entliehen wurden.
Dass sich für diesen Film noch einige namhafte Darsteller die Ehre gegeben haben überrascht, könnte jedoch durch den Bonus des tollen ersten Filmes des Regisseurs erklärt werden. Dennis Quaid ist unterfordert wie lange nicht mehr und spielt seinen Charakter gelangweilt runter. Aber auch die gestandenen Mimen wie Eric Balfour, Patrick Fugit sowie Peter Stormare in einer sagenumwobenen zweiminütigen Rolle machen nicht mehr als sich die Klinke in die Hand zu drücken. Zumindest in der englischen Originalfassung kann Zhang Ziyi noch mit einem sehr enthusiastischen Spiel für ein darstellerisches Highlight sorgen.
Obwohl gestandene Namen hinter diesem Projekt stehen, denen man aufgrund vergangener Leistungen ihr Talent nicht absprechen kann, ist Horsemen nichts weiter als ein langweiliger und inhaltlich unglaubwürdiger Abklatsch von Finchers Meisterwerk Sieben, der eher in die Regale der einschlägigen Videotheken, als auf die Kinoleinwand gehört.