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The 13th Floor

(The Thirteenth Floor, 1999)

Dt.Start: 25. November 1999 Premiere: 28. Mai 1999 (USA)
FSK: nicht bekannt Genre: Fantasy, Sci-Fi, Thriller
Länge: 100 min Land: USA
Darsteller: Craig Bierko (Douglas Hall / John Ferguson / David), Armin Mueller-Stahl (Hannon Fuller / Grierson), Gretchen Mol (Jane Fuller / Natasha Molinaro), Vincent D'Onofrio (Jason Whitney / Jerry Ashton), Dennis Haysbert (Detective Larry McBain), Steven Schub (Detective Zev Bernstein), Jeremy Roberts (Tom Jones), Rif Hutton (Joe), Janet MacLachlan (Ellen), Burt Bulos (Bellhop)
Regie: Josef Rusnak
Drehbuch: Daniel F. Galouye, Josef Rusnak


Inhalt

Als der Computer-Designer Hannon Fuller ermordet wird, gerät sein Stellvertreter Douglas Hall unter Tatverdacht. Hall selbst kann sich an die Mordnacht nicht mehr erinnern, versucht jedoch an eine persönliche Botschaft Fullers heranzukommen, die er für ihn in einer virtuellen Realität des Los Angeles von 1937 platziert hat. Während Hall bewusst wird, dass die Simulation weitaus realer ist, als er sich vorgestellt hatte, muss er versuchen Fullers Nachricht abzurufen, bevor ihn der polizeiliche Ermittler McBain wegen Mordes überführen kann.
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Kritik

The 13th Floor hat eine Wertung von 78%
Gut drei Monate nach dem Welterfolg Matrix der Wachowski-Brüder kam die von Roland Emmerich und Michael Ballhaus produzierte Adaption von Daniel F. Galouyes Roman Simulacron-3 in die Kinos. Die Ähnlichkeit der Handlungsstränge minus der Actionszenen dürfte dazu geführt haben, dass die deutsch-amerikanische Ko-Produktion an den Kinokassen floppte. Dabei versteht sich Josef Rusnaks Film nicht nur als warnende Parabel über künstliche Intelligenzen, sondern zugleich als Parallele zur biblischen Schöpfungsgeschichte.

Bild aus The 13th Floor Generell ist es beachtlich, was Rusnak in The 13th Floor bei einem Budget von lediglich 16 Millionen US-Dollar (soviel wie man allein Brad Pitt bezahlen muss, damit er auf dem Set auftaucht) visuell erreicht hat. Die Straßenszenen des Los Angeles Ende der dreißiger Jahre sehen nicht merklich schlechter aus als Conrad Halls Bilder des Chicagos aus derselben Epoche in Sam Mendes' Road to Perdition, der immerhin viermal so viel kostete. Lediglich die Sepia-Töne lassen die Szenerie etwas billiger aussehen, als nötig gewesen wäre. Die Entscheidung die unterschiedlichen Realitäten in differenzierende Farbtöne zu tauchen, ist allerdings letztlich nur konsequent und eine visuelle Unterstützung der Handlung.

Die Prämisse des Filmes erinnert grob an Philip K. Dicks Kurzgeschichte Projekt: Erde von 1953, indem die eigene Schöpfung plötzlich ein Bewusstsein entwickelt und sich loszueisen versucht. An der Entwicklung einer virtuellen Realität versucht sich der Mensch schon lange. Microsoft entledigt sich mittels "Project Natal" soeben der Barriere des Spielcontrollers und geht über ins Motion-Capture-Verfahren. In Hollywood-Filmen wie Enthüllung, Der Rasenmäher-Mann oder insbesondere Tron spielte die virtuelle Realität in ihren Kinderschuhen bereits eine große Rolle. In Galouyes Roman ist der Mensch schon einen Schritt weiter. Hier wurde eine Simulation mit Menschen erschaffen, die ein Bewusstsein entwickelt haben, sich über ihr eigenes, nicht-reales Dasein allerdings nicht im Klaren sind.

"In the end they're just a bunch of electronic circuits", erklärt der Techniker Whitney im Film die Programmierung der fiktiven Persönlichkeiten gegenüber McBain. Doch Hall findet nach seinem zweiten Download bereits heraus, dass die Simulation durchaus real sein kann, als er plötzlich mehrfach angeschossen und beinahe ertränkt wird. Hier finden sich Anklänge eines des beliebtesten Mottos der Science Fiction Literatur: die Bewusstseinsentwicklung einer künstlichen Intelligenz. Ähnlich wie in Matrix gibt es auch hier Persönlichkeiten, die realisieren, dass etwas in ihrer Welt nicht stimmt. Die Geschichte geht letztlich also einen entscheidenden Schritt weiter, wenn sich die Geschehnisse wie in einer großen Matrjoschka-Puppe mehr und mehr zu verschachteln beginnen.

Neben den Warnungen vor der Erschaffung einer virtuellen Realität spricht der Film auch die biblische Loslösung des Menschen von seinem Schöpfer an. Wenn Whitney die Simulationen damit erklärt, dass sie nach ihnen selbst modelliert seien und sich jene Schöpfungen schließlich unabhängig von ihrem Schöpfer entwickeln, beschreibt dies sehr treffend die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Insofern ist The 13th Floor durchaus ein kleiner Geheimtipp, der eventuell weitaus erfolgreicher hätte laufen können, wenn er ein paar Monate vor Matrix in den Kinos gestartet wäre. Mit den relativ unbekannten Darstellern Craig Bierko und Gretchen Mol - die ihre Sache letztlich nicht schlechter machen als auf der Gegenseite Reeves und Moss - weiß der Film innerhalb seiner beiden Erzählebenen fraglos Flair zu entwickeln.

von Florian Lieb


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