Wer verbringt nicht gerne ein paar romantische Tage auf einem wunderschönen Südsee-Eiland? Schade nur, dass plötzlich sogar jene ohne Beziehungsprobleme in der Idylle dieser Postkarten-Isolation herausfinden, dass unter der heilen Fassade der Putz bereits bröckelt. Oder anders: Wenn man keine Probleme hat, macht man sich eben welche. Das schien auch der kreative Impuls, der die Macher dieser Beziehungsklamotte geritten hat, als sie den Film inszenierten. Abgesehen von wenigen hellen Augenblicken ist es schade ums Geld und sollte vielleicht besser in den eigenen romantischen Abend investiert werden.
Azurblaues Wasser und märchenhaft weiße Strände - ein Tropenparadies, wie es derart perfekt nicht einmal in einem photoshop-hochglanzgetrimmten Reiseprospekt zu finden wäre: Es dauert aber etwas, bis die dreieinhalb Pärchen auf diesem Fantasy-Island-Clon, entsprungen aus der Phantasie wildgewordener Computergrafiker, landen und dann passiert leider immer noch nicht ausgesprochen viel - sieht man vielleicht vom kaugummiartigen und langweiligen, verbalen Beziehungsgeplänkel ab.
Trennung oder Versöhnung? Im Prinzip lässt sich damit schon der ganze Film zusammenfassen. Die Ehe von Jason (Jason Bateman) und Cynthia (Kristen Bell) ist eigentlich am Ende; letzte Hoffnung ein gemeinsamer spiritueller Ehetherapie-Trip auf einem Bora-Bora-look-a-like Inselparadies. Einziges Problem, dass diese Reise eigentlich viel zu teuer ist. Fahren aber gleich vier Paare auf einmal, gibt es so etwas wie einen Mengenrabatt. Also werden die drei befreundeten Pärchen der beiden gleich mit an Bord genommen: Dave und Ronnie (Vince Vaugn und Malin Akerman), Joey und Lucy (Jon Favreau und Kristin Davis) und der frisch getrennte, voluminöse Shane (Faizon Love), samt neuer Freundin Trudy (Kali Hawk), welche gerade mal halb so alt ist, wie er.
Paare in der Beziehungs-Midlifecrisis, von der Außenwelt auf einem Inselparadies abgeschottet, das kann schon zu manch absurder Liebesverenkung führen. Vor allem, wenn auf der Insel gegenüber, kaum ein paar Padelzüge entfernt, lauter sex- und vergnügungssüchtige Singles gastieren und der Therapeuten-Guru des Eilandes vom französischen Superstar Jean Reno gegeben wird. Vielleicht wäre es wirklich witzig geworden (zumindest für Fans schräger Beziehungs-Psychostorys), wenn sich jemand wie Woody Allen der Geschichte angenommen und es als hypernervös-neurotische Liebesgerangel-Dramödie inszeniert hätte. Doch leider sucht man in dieser faden Aneinanderreihung von Low-Gag-Augenblicken echte vergnügliche Momente nahezu vergebens mit dem Vergrößerungsglas. Gequatscht wird hingegen eine Menge. Und natürlich wird nicht nur der Zwist zwischen den Paaren aufs Parkett befördert: Plötzlich scheint hier jeder mit jedem ein Problem zu haben: Mann und Frau sowieso, die Jungs unter sich auch und die Mädels ebenfalls (Lagerkoller?).
Ohne echtes Gespür für Situationskomik, Timing oder liebevolle Überzeichnung, entwickelt sich ein dialoglastiges Beziehungsterror-Frontalbombardement, das sogar jedem Single eine Beziehungsneurose zu verpassen vermag. Gute Comedy-Unterhaltung ist anders und wurde schon in manch Sit-Com besser umgesetzt. Mit zu den größten Fragezeichen des Streifens gehört dabei die Rolle des dickleibigen Shane, afroamerikanischer Herkunft: Hier scheint der Quoten-Cast wohl zwei Fliegen auf einmal schlagen zu wollen (peinlich!). Und wenig glaubwürdig, ihm eine 20-jährige, körperlich überaus attraktive (wenn auch mit dem IQ eines Wellensittichs ausgestattete) Freundin anzudichten; welche doppelbödige Aussage darf der Zuschauer sich hier zusammenreimen? Falls überhaupt soweit gedacht wurde?!
Schlussendlich vermag selbst Jean Reno als esoterischer Paarflüsterer dem saftlosen und brabbeligen Dahinplätschern dieses lethargischen Beziehungfiaskos keine nennenswerten Impulse zu geben. Der ganze Film bestünde eigentlich nur aus dem Warten auf die Erlösung; ganz gleich ob sich alle trennen, versöhnen oder gleich ganz neue Paarkonstellationen entstehen, wenn es nicht ein (kultverdächtiges) Highlight gäbe: die gemeinsame Yogastunde unter der Leitung eines tantrischen Sexgottes. Zumindest die eine Szene bringt dem Film einige echte komödiantische Lorbeeren ein, vermag ihn aber allein für sich schlussendlich nicht auf das Niveau von Durchschnittscomedy zu erheben.