Seine Majestät das Schwein Poster

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Seine Majestät das Schwein

(Sa majesté Minor, 2007)

Durchschnittliche Redaktionswertung

42%



Inhalt

In einer lange vergangenen Zeit, in der die antiken Mythen entstanden, lebte Minor. Aufgezogen von Schweinen, kann er nicht sprechen sondern nur grunzen. Sein Ansehen in der Dorfgemeinschaft ist ohnehin nicht sehr hoch, doch als er eines Tages die Tochter des Metzgers anfällt ist es vorbei. Er soll zum Tode verurteilt werden. Die Tochter des Stammesführers setzt sich für ihn ein und kann stattdessen Vogelscheuchen-Dienst für ihn erwirken. Als Minor bei der Futtersuche stürzt und einige Zeit bewusstlos ist, ändert sich für ihn jedoch alles. Wie durch ein Wunder kann er plötzlich sprechen.

Kritik

von Lutz Granert

Wertung Kritik

42%

Nach dem Zweiten Weltkrieg (Duell - Enemy at the Gates, 2001) und dem Tierreich (Zwei Brüder, 2004) thematisiert der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud hier eine vor einigen tausend Jahren noch wenig zivilisierte griechische Gesellschaft, in der die antiken Mythen geprägt werden. Doch leider wurden von ihm bei Seine Majestät das Schwein abseits der durchaus ansprechenden Bilder, Ausstattung und Musik zu viele Zutaten zusammen gemischt, die nicht so recht miteinander harmonieren wollen.

Bild aus Seine Majestät das Schwein In den wenigen Textzeilen, die dem Film vorangestellt sind, heißt es, dass im Folgenden ein Zeitalter zu sehen sei, in welchem die Mythen der Antike geboren werden. Mensch und Tier seien noch nicht klar voneinander abgegrenzt und es gelten noch Moralgesetze, die mit den heutigen nichts zu tun haben. Exakt diese Zeilen hätten auch Annauds Am Anfang war das Feuer (1981) voran stehen können, in dem eine Gruppe von Neandertalern während der Steinzeit um ihr Überleben kämpft. Doch stand damals ein sachlich-nüchternes Gesellschaftsporträt im Vordergrund, ist bei Seine Majestät das Schwein das Gegenteil der Fall. Die Handlung eines von Schweinen erzogenen stummen Menschen namens Minor (José Garcia, Asterix bei den Olympischen Spielen), der über Nacht sprechen lernt und schließlich zum König seines Stammes gekrönt wird, wurde als bunte Fantasy mit frivolem Humor inszeniert. Allein schon diese unglückliche Kombination ist eher gewöhnungsbedürftig.

Der Schwachpunkt dieses Films ist in erster Linie sein vor Einfällen zwar strotzendes, aber unausgegoren wirkendes Drehbuch. Vincent Cassel (Public Enemy No. 1 - Todestrieb) ist beispielsweise in einer kaum ernst zu nehmenden Rolle als notgeiler Satyr (halb Mensch halb Ziegenbock) zu sehen, der über seinen eigenen Status als Mythos reflektiert. Neben den Nymphen im Sagen-Wald hat er es auch auf den neugierigen Minor abgesehen hat, der von ihm prompt penetriert wird. Minor bändelt schließlich mit der Tochter des Patriarchen an, die ihn bei einem Prozess vor Gericht mit allerlei blankem Körpereinsatz verteidigte, aber eigentlich dem Jüngling Karkos versprochen ist. Karkos wiederum ist eifersüchtig auf Clytia, da sie von Minor geliebt wird, während Minors Mutter-Sau auf Clytia eifersüchtig ist, mit der ihr geliebter Minor mehr Zeit verbringt. All diese abstrusen Verwicklungen und die animalischen Instinkte, die Minor nie ganz ablegen kann, sorgen schließlich dafür, dass seine Herrschaft nur von kurzer Dauer ist und er schließlich von den Dorfbewohnern verfolgt wird. Eine kontinuierliche oder auch nur halbwegs sinnvolle Geschichte sucht man dabei vergebens.

Abseits dieses eher unglücklichen Genremixes zwischen Fantasy, frivoler Komödie zweifelhaften Niveaus und Beziehungsdrama fallen insbesondere die wiederkehrenden, transparenten Zwischentitel negativ auf, die versuchen, den Film in Sinneinheiten zu gliedern. Dieses Gimmick ist zwar wiederum ein origineller Einfall, aber komplett überflüssig, da es enorm unmotiviert eingesetzt wird. Hinzu kommt, dass Hauptdarsteller José Garcia in dem nur selten wirklich witzigen Film leider durch seine Redseligkeit und sein grimassierendes Schauspiel immer wieder Gefahr läuft, dem Zuschauer auf die Nerven zu gehen. Neben dem von Vincent Cassel verkörperten Satyr wirkt auch seine Figur des Minor stets nah am Rande zur unfreiwilligen Selbstparodie.

Während auf der inhaltlichen und schauspielerischen Ebene einige Defizite arg ins Gewicht fallen, vermag Seine Majestät das Schwein aber zumindest optisch, bei Kostümen und Bauten, sowie tricktechnisch zu überzeugen. Die sonnendurchfluteten, hellen Bilder in kräftigen Farben können sich sehen lassen und einige Szenen im teilweise animierten Sagenwald zeugen davon, dass durchaus ein großer Fantasyfilm hätte entstehen können. Das Dorf, in dem ein Großteil der Handlung spielt, und die Kostüme zeugen davon, dass hohe Beträge für den Film verbraucht worden sein müssen. Seine Ambitionen als Big-Budget-Fantasykino sieht man also Seine Majestät das Schwein durchaus an. Schade nur, dass aus diesen Ressourcen zu wenig herausgeholt wurde. So verwundert es auch nicht, dass der Film nun erst knapp zwei Jahre nach seiner Premiere in Deutschland auf DVD veröffentlicht wird.

Keine weitere Wertung


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