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A Film with Me in It

(A Film with Me in It, 2009)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 07. Januar 2011
Premiere: 14. April 2009 (Festival, Türkei)
FSK: ab 16 Genre: Komödie
Länge: 84 min Land: Irland
Darsteller: Dylan Moran (Pierce), Mark Doherty (Mark), Keith Allen (Jack), Amy Huberman (Sally), David O'Doherty (David), Ronan Wilmot (Mr. Finnegan)
Regie: Ian Fitzgibbon
Drehbuch: Mark Doherty


Inhalt

Das Glück meint es mit dem ehemaligen Schauspieler Mark nicht gut, als ihn seine langjährige Freundin verlässt. Doch es kommt noch viel schlimmer. Durch eine tragische Verkettung bedauernswerter Umstände sterben in seiner Wohnung nicht ein, nicht zwei, sondern drei Bekannte und alle Zeichen stehen gegen seine Unschuld. Schnell ruft er seinen Kumpel Pierce zur Hilfe, einen alkoholkranken Drehbuchautor, der es wohl nie schaffen wird, sein letztes Skript zu Ende zu schreiben.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

A Film with Me in It hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
A Film with Me in It hat eine Wertung von 75%
Tiefschwarze Komödie mit glaubhaften, liebenswerten Verlierertypen als Hauptfiguren, garniert mit alltäglichen Skurrilitäten, die so gehäuft nicht unbedingt wirklich auftreten. Nicht immer schnell und mitreißend, dafür aber nie langweilig. Definitiv ein Film für den besonderen Kinoabend, und besonders dann, wenn man meint, das Schicksal habe es auf einen abgesehen.

Bild aus A Film with Me in It Mark ist mit seinem Latein ziemlich am Ende. Der erfolglose Schauspieler bekommt keine Rollen, die Beziehung mit Sally hat schon bessere Tage gesehen, der Vermieter ist einfach nur noch ein Arsch, die Wohnung fällt auseinander und dass sein Bruder David im Wachkoma vor sich hinvegetiert, erleichtert die Angelegenheit nicht unbedingt. Wäre da nicht Pierce. Der energische Filmemacher (ebenso erfolglos übrigens) ist getrieben von der inneren Überzeugung, einer von den ganz Großen zu sein, nur eben noch unentdeckt. Er arbeitet an einem Drehbuch, das ihm den Durchbruch verschaffen soll, doch fehlt ihm noch die richtige Story. Ein Drehbuch ohne Story gibt es natürlich nicht, also ist klar, dass Pierce auch nur heiße Luft produziert, wenn er nicht gerade im Pub nachtankt.

Da tritt der Zufall in Marks Alltag: Binnen weniger Minuten häufen sich skurrile Unfälle in Marks baufälliger Wohnung, und bald sitzt der deprimierte Schauspieler mit mehreren Leichen da. So viele Unfalltote wird man der Polizei niemals logisch nachvollziehbar erklären können, also muss das Problem eleganter gelöst werden. Das schreit nach dem Genie von Pierce. Der eilt auch gleich zu Hilfe, doch schwebt dessen Geist offenbar ausschließlich im siebten Hollywoodhimmel, so dass nur schwachsinnige Vorschläge, die in manchen Filmen einmal funktioniert haben, beim nervösen Brainstorming unter Leichen herauskommt. Nicht gerade vereinfacht wird die Situation, als es dann auch noch überraschend an der Haustür klingelt.

Der Film ist zuvorderst ein ganz großartiges Gedankenspiel zur Frage, wie Cineasten Probleme angehen. Natürlich nicht wie Otto Normalverbraucher, sondern nur mit den skurrilen Ideen, die sie aus irgendwelchen Filmen noch im Hinterkopf mit sich herumtragen. Dass diese in völlig anderen Bedingungen natürlich auch nicht so reibungslos funktionieren wie damals (laut Drehbuch) auf der Leinwand, ist natürlich logisch, heraus kommt eine skurrile schwarze Komödie, die streckenweise auch ein wenig an Serial Lover erinnert.

Da Irland noch weiter abgelegen ist als England, sind der Humor und die landestypischen Eigenheiten der Bewohner für einen eher speziellen Filmgeschmack ausgelegt. Doch wer schonmal einen Abend in einem irischen Pub (nur auf der Insel gilt, nicht anderswo) verbracht hat, wird der eigenwilligen Logik des Handlungsverlaufs sicher folgen können.

Unumstrittene Hauptfigur des Films ist der irische Komiker Mark Doherty, der den erfolglosen Schauspieler Mark mit auffälliger Armut an Mimik und Gestik spielt. Hierzulande viel bekannter ist jedoch Dylan Moran alias Pierce, der bereits in Notting Hill und Shaun of the Dead zu sehen war. Die beiden geben zusammen ein leicht vertrotteltes Paar alter Freunde ab, die sich niemals gegenseitig übers Ohr hauen würden. Deren Beziehung ist im Grunde die eines alten Ehepaares, nur eben mit Lausbuben.

Neben dem wirklich gelungenen Drehbuch mit immer wieder neuen kreativen Einfällen zur Lösung der sich auftürmenden Probleme lebt der Film von seinem schnellen Takt und den eigenwilligen Figuren, die ihn bevölkern. Dass die Kameraarbeit gerade in der engen Wohnung perfekt ausgearbeitet ist und auch die Beleuchtung in jeder einzelnen Szene stimmt, fällt da gar nicht mehr auf.

Eine tiefschwarze Komödie aus Irland, vergleichbar eigentlich nur mit anderen irischen Vollblutkomödien. Eigenwillige Köpfe und ihre eigenwilligen Verhaltensweisen runden das Gesamterlebnis ab und lassen den Film zu einer einzigartigen, aber keineswegs schlechten Erfahrung werden, ganz ähnlich dem Besuch eines sehr exotischen Restaurants.



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