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Film-Seite zu Louise Hires a Contract Killer
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Louise Hires a Contract Killer

(Louise-Michel, 2008)

Dt.Start: 24. September 2009 Premiere: 23. September 2008 (Frankreich)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie
Länge: 94 min Land: Frankreich
Darsteller: Yolande Moreau (Louise Ferrand), Bouli Lanners (Michel Pinchon), Albert Dupontel (Miro), Jacqueline Knuysen (Jackie)
Regie: Gustave de Kervern, Benoit Delépine
Drehbuch: Benoit Delépine, Gustave de Kervern


Inhalt

Erst ein Geschenk vom Chef, dann die Arbeitslosigkeit: Nachdem die Fabrikhalle leergeräumt und sämtliche Maschinen nach Asien verschifft wurden, fühlen sich Louise und ihre Frauentruppe verschaukelt. Bei Überlegungen um die Investition ihrer Abfindung kommt Louise auf die Idee: Einen Auftragskiller anheuern, um ihren Boss erschießen zu lassen. Die Wahl fällt auf Wachmann Michel vom Trailerpark. Doch seine Schießfertigkeiten sind nicht gerade die eines professionellen Killers.
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Kritik

Louise Hires a Contract Killer hat eine Wertung von 87%
Man hat die Ladys gefeuert, nun wollen sie Rache. Mit der Abfindung soll ein Killer bezahlt werden, der den ehemaligen Boss beseitigt. Es war Louises Idee und sie übernimmt die Aufgabe, einen Profi aufzutreiben. Leider hat sie aber keinen Schimmer von diesem Metier und engagiert den verpeilten Michel. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Ex-Boss. Dieser Film ist eines der bösartigsten Machwerke der letzen Jahre, das nicht nur mit äußerst grenzwertigem Humor aufwartet, sondern eine gnadelose Abrechnung mit den Bossen der Finanzwelt beinhaltet. Kultverdächtig, aber nicht für jedermann empfehlenswert.

Bild aus Louise Hires a Contract Killer Die Globalisierung hat wieder zugeschlagen. Trotz aller Beteuerungen, der Job wäre sicher, gibt es für eine wackere Frauentruppe ein böses Erwachen: über Nacht wurden alle Maschinen aus der Fabrik nach Asien verschifft; ihr Chef lässt jetzt dort produzieren - es ist halt billiger. Für die Damen gibt es nur eine lächerliche Abfindung. Wirft man alles allerdings in einen Topf, kommt immerhin das Sümmchen von 20.000 Euro zusammen. Damit ließe sich schon einiges anfangen, beispielsweise einen Profikiller engagieren, der den verhassten Boss erledigt. Die Idee stammt von Louise (Yolande Moreau), die früher mal ein Mann war, Jean-Pierre hieß und wegen Mordes schon einmal im Gefängnis saß (das alles offenbart sich aber erst später); bei der Abstimmung sind aber alle dafür und heben brav die Hand.

Nun heißt es einen geeigneten Profi finden. Der Waffennarr Michel (Bouli Lanners), eigentlich eine Frau namens Cathy und Louise stolpern regelrecht schicksalhaft übereinander und es kommt unweigerlich zum Engagement. In Zeiten aber, in denen die Konzerne multinational zersplittert sind, ist es gar nicht einfach den obersten Chef des Ganzen ausfindig zu machen und zu liquidieren. Und so beginnt ein absonderliches "Roadmovie", dessen bizarre Poesie, aus der in ihren Bann ziehenden, abartig-makaberen, Komik erwächst. Den beiden Hauptfiguren würde man auf den ersten Blick zwar kaum die Zur-Strecke-Bringung eines flüchtigen Marmeladenbrötchens abnehmen, doch Louise Hires a Contract Killer hält so manch unerwartete Wendung in Petto, die einen solch brutal-trockenen Humor zutage fördert, der manch eine britische Gangstersatire, der schwärzesten Sorte, in den Schatten stellen könnte.

Es ist Kuriositätenkabinett, Karneval aus der Anderswelt und bitterböse Abrechnung mit der Finanzwelt und ihren Machenschaften, zu der hier die Macher Benoit Delépine und Gustave Kervern einladen. Die Protagonisten agieren wie die Terroristenversion von Don Quichotte und Sancho Panca, die sich in ihrem verquer-anarchistischen Gerechtigkeitsempfinden aufmachen, die üblen Bosse dieser Welt zu beseitigen. Und die Radikalität und der im Grunde puristisch-arme Plot, der das Herumstolpern dieser beiden Chaoten auf ihrem Rachefeldzug noch betont, lassen die irren Wendungen und das Fortschreiten zum Show-Down noch surrealer wirken. Louise Hires a Contract Killer hat einiges von "Guy-Ritchie-Movie meets Twilight Zone".

Dass Yolande Moreau und Bouli Lanners, der kürzlich noch in Eldorado zu sehen war, zwei Figuren spielen, die ehemals dem jeweils anderen Geschlecht angehörten, verleiht dem Ganzen noch den letzten androgyn-freakigen Glanz grandios-abartiger Faszination, die manchmal, was durchaus vorkommen kann, das Wegschauen einfach nicht möglich macht: groteske Komik und kaum in Worte zu kleidender Witz dieser Geschichte werden manches Mal das Lachen im Halse ersticken. Mit geschmackvoller Komödie hat dieser Film nichts gemein. Man sollte also nicht zart besaitet sein, wenn man sich darauf einlässt. Spätestens als die beiden verpeilten Racheengel, die aus der Unterwelt des Sozial-Trashes entstiegen zu sein scheinen, ernsthaft loslegen, wird es politisch inkorrekt bis ins Mark: Einer der finalen Höhepunkte, als die beiden darauf verfallen, Sterbenskranke aus ihrem Bekanntenkreis als ausführende Mordinstrumente für ihr Vorhaben zu requirieren. Aber mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Louise Hires a Contract Killer: Der Geheimtipp für die hartgesottene Filmfraktion mit dem Fabel für abgründige Komik.

von Dimitrios Athanassiou


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