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Election(Election, 1999)
| Dt.Start: |
22. Juli 1999 DVD: 02. Januar 2003
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Premiere: |
23. April 1999 (USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Komödie |
| Länge: |
103 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Matthew Broderick (Jim McAllister), Reese Witherspoon (Tracy Flick), Chris Klein (Paul Metzler), Jessica Campbell (Tammy Metzler), Phil Reeves (Walt Hendricks), Molly Hagan (Diane McAllister), Delaney Driscoll (Linda Novotny), Mark Harelik (Dave Novotny), Colleen Camp (Judith R. Flick), Frankie Ingrassia (Lisa Flanagan), Joel Parks (Jerry Slavin), Matt Malloy (Ron Bell), Holmes Osborne (Dick Metzler), Jeanine Jackson (Jo Metzler) |
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Regie:
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Alexander Payne |
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Drehbuch:
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Tom Perrotta, Alexander Payne |
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 Inhalt
Die Wahl des Schulsprechers an der Carver High School steht bevor. Doch bis auf Tracy Flick, einer übereifrigen Schülerin, stellt sich niemand zur Wahl. Um diese jedoch demokratisch zu halten, ermutigt der engagierte Geschichtslehrer Jim McAllister den beliebten aber etwas beschränkten Paul, gegen Tracy anzutreten. Um sich gegen den populären Konkurrenten zu wehren, setzt Tracy daraufhin nicht nur faire Mittel ein. Der Kampf zwischen Tracy und McAllister um die Wahl zum Schulsprecher spitzt sich zu, bis Ereignisse ans Licht kommen, die nie entdeckt werden sollten. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Florian Lieb
Manipulierte Wahlkämpfe gehören zur Demokratie wie die Butter aufs Brot. Wie sagte es schon Josef Stalin: "Es ist nicht so wichtig, wie das Volk wählt." Und dass das, was auf der Makroebene funktioniert, auch im kleinen Raum durchführbar ist, braucht man ebenfalls Niemandem zu erzählen. War Paynes zweitem Spielfilm Election an den Kinokassen seiner Zeit kein Erfolg vergönnt, so avancierte der Film seitdem, wie so viele Werke vor ihm, zu einem Kultfilm, der seine Anhänger gefunden hat.
Worin sich Election von anderen High-School-Filmen unterscheidet, ist die Tatsache der vertauschten Seiten. Hier ist der reiche Quarterback und Liebling der Schule plötzlich die einzig moralisch integre Person, statt ein eingebildeter Raufbold zu sein. Dagegen werden die sonst eher als Opfer gezeichneten Figuren des Lehrers und des Nerds als Täter karikiert. Die pedantische und aufsässige Art von Tracy Flick ist es, die für Geschichtsdozent Jim McAllister die Ereignisse lostritt. Er bestreitet hierbei explizit, dass er Tracy ihre vormalige Affäre mit seinem Kollegen und besten Freund vorhält, die diesen schließlich seine Stelle als Lehrer gekostet hat. Nein, Tracy ist einfach eine nervtötende Person, die ihn nicht einmal nach der Schule in Ruhe lässt und ihn selbst bis auf den Schulparkplatz verfolgt. Tracy wiederum sieht die Schuld bei Mr. McAllister, denn nur weil er sich in Dinge eingemischt hat, die ihn nicht betreffen, ist alles so gekommen, wie es kam. Schul-Quarterback Paul Metzler ist hierbei nur der Bauer, mit dem McAllister versucht, die Partie zu gewinnen. Dabei hat der populäre Lehrer neben seinen schulischen Problemen auch im Privatleben mit einigen Turbulenzen zu kämpfen. So verkommt McAllister letztlich zur tragischen Figur einer Posse voller Kungeleien und Intrigen.
Interessanterweise gewährt Payne hierbei wenig Einblick in das Innenleben der Charaktere. Es wird ein Mal kurz erwähnt, dass Tracy die Chancen erhalten soll, die ihrer Mutter nie gewährt wurden und dass sie sich derart zu profilieren versucht, weil ihr, im Gegensatz zu Paul, nichts einfach so geschenkt wird. Tracy hat es sich zu verdienen und je besser ihr Lebenslauf aussieht, desto höher sind ihre Chancen auf eine aussichtsreiche Zukunft. Daher beansprucht sie in jedem Club, in dem sie sich beteiligt, auch die Präsidenten-Rolle. So wird Tracy natürlich allgegenwärtig, was einem Lehrer wie McAllister, der möglichst jeden Schüler individuell fördern möchte, zuwider ist. Ihr Ehrgeiz kulminiert irgendwann in paranoidem Wahn und wird dabei durchaus passend von Payne mit Ennio Morricones' Theme zu Navajo Joe unterlegt. Wirklich Tiefe verleiht Payne seiner weiblichen Hauptfigur aber dann doch nicht, kratzt lediglich an der Oberfläche und stellt Tracy sogar bisweilen bloß, wenn sie in ihrer Affäre mit Ex-Lehrer Dave am meisten ihre Gespräche vermisst (die, so impliziert es Payne zumindest mit seinen Bildern, nicht existent waren).
Weitaus weniger erfährt man da sogar noch vom Dreiergespann Paul, sowie seiner Schwester Tammy und ihrer beider Objekt der Begierde, Lisa. Tammy selbst sieht sich nicht als Homosexuelle, denn sie fühlt sich zu der Person hingezogen, nicht dem Geschlecht. Und dass sie sich bisher eben nur zu Frauen hingezogen gefühlt hat, dafür kann sie ja nichts. Lisa hingegen ist weit weniger durchschaubar, mutet ihre Reaktion mit der Beziehung zu Paul doch eher wie eine Flucht an, um sich ihren Gefühlen für Tammy nicht stellen zu müssen. Dabei beleuchtet Payne sie nicht wirklich geringer als er es bei Paul tut. Woher dessen Gutmütigkeit stammt, erfährt man nicht. Sie ist etwas widersprüchlich zum Rest seiner Erscheinung, entspricht er ansonsten doch - auch in Hinblick auf seine Intelligenz - dem Klischeebild des High-School-Football-Spielers. Und auch Tammy wird abseits ihres emotionalen Zwiespalts und ihrer Gefühlslage nicht sonderlich seziert.
Lediglich bei McAllister blickt Payne über den Tellerrand hinaus und rückt auch sein Leben abseits der Schule etwas mehr ins Zentrum. Die Ehe ist mehr Charade als Liebesbündnis und sowieso wirkt der Lehrer mehr wie ein Zahnrad im System, das sich fügt, anstatt dass er sich durch eine Form besonderer Individualität auszeichnet. Seine Zuneigung zu Linda lässt sich dann wohl dadurch erklären, dass sie, im Gegensatz zu seiner eigenen Frau, ihn als Mann in ihrem Leben braucht, nachdem Dave aufgrund der Affäre weggezogen ist. Doch Election will auch nicht wirklich Schauspielkino sein, das mit seinen vielschichtigen Figuren auftrumpft. Stattdessen wird das politische Wahlsystem vorgeführt und in seine Bestandteile zerlegt. Da verzeiht man auch, dass die Exposition zur großen Wende, mit McAllisters verursachtem Müll, der ihn später Einholen sollte, etwas platt daherkommt. Schön authentisch ist jedoch Tammys Kandidierungsrede ("Who cares about this stupid election? (...) Do you really think it's going to change anything (...)?") geraten, die exemplarisch für die Politik- und Wahlverdrossenheit der Menschen in der Gegenwart steht.
Als High-School-Film ordnet sich Election wunderbar dem Genre unter, ungeachtet der Tatsache, dass die Seiten von Quarterback und Nerd vertauscht sind. Mit der Thematik der Schulpräsidentenwahl widmet sich Payne innerhalb des Genres zudem einem Aspekt, der in den vorherigen High-School-Filmen im Grunde gar keine Rolle spielt. Dennoch hat die Wahl für alle vier beteiligten Protagonisten (McAllister, Tracy, Paul, Tammy) eine besondere Bedeutung, sei es um gegen das System anzukämpfen, um sich zu beweisen, um sich neu zu erfinden oder um eine Botschaft auszusenden. Die jeweiligen Schauspieler - sogar Klein, der hier sein Debüt gibt - wissen zu überzeugen, wobei Witherspoone in der Rolle der unsympathischen Bratze die Rolle ihres Lebens gefunden hat. Seither wusste sie nie wieder derart zu überzeugen, wie hier als Tracy Flick. Alexander Payne wiederum weiß mit einem pointierten Drehbuch voller wunderbarer Ein- und Mehrzeiler aufzuwarten, eine Eigenschaft, die ihm nach Sideways abhanden gekommen war und die er hoffentlich mit The Descendants wieder zurück erlangen wird. Bis dahin zählt Election zu seinen kleinen Meisterwerken. Ein Kultfilm eben.  Weitere interessante Filme
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