Im Jahre 1999 kam mit dem Film House on Haunted Hill die erste Produktion der neu gegründeten Gesellschaft Dark Castle Entertainment in die Kinos. Hinter dem, auf Horrorfilme spezialisierten, Haus verbergen sich keine Geringeren als Erfolgsproduzent Joel Silver und der bekannte Regisseur Robert Zemeckis. Nun wird mit 13 Geister der zweite Film der jungen Gesellschaft auf das Publikum losgelassen. Der Horrorstreifen ist geanuso wie sein Vorgänger, ein Remake eines William Castle Films. Das wohl erfolgreichste Werk des Horrorspezialisten war die Verfilmung von Roman Polanskis Roman Rosemary's Baby im Jahre 1968. Doch Horrorfans schätzten ihn vor allem wegen seiner innovativen Ideen, die seine Filme so einzigartig machten. Beispielsweise ließ er bei der Vorführung des Films 13 Geister im Jahre 1960 Spezialbrillen austeilen, mit denen das Publikum Geister auf der Leinwand sehen konnte, die mit bloßem Auge nicht erkennbar waren.
Obwohl sich der Film 13 Geister mit dem umwerfenden Trailerslogan "The only thing worse than being trapped in a house with a ghost, is been trapped in a house with 13 ghosts!" fast schon selbst die rote Karte zeigt, feierte er in den USA beachtliche Erfolge. Die Story hat eigentlich schon einen Bart, böse Zungen behaupten sogar, sie stand gestern schon in der Zeitung. Wie in den bekannten Werken Das Geisterschloß oder dem bereits erwähntem House on Haunted Hill kommen die Protagonisten in einem Haus mit Eigenleben und ein paar bösen Geistern zusammen. Während des Films kommt es dann zum altbekannten "buh buh" und ein einige wenige müssen leider ins Gras beißen. Um solch einer Story noch irgendetwas abzugewinnen sind ein enorm hoher Gruselfaktor, eine packende Inszenierung und überzeugende Schauspieler von Nöten.
Von einem Gruselfaktor möchte ich bei diesem Film eher nicht sprechen, denn die 12 Geister (Achtung: Hier wird eine Frage impliziert!) spuken nicht herum, sondern schauen einfach nur eklig aus und murksen alles ab was nicht schnell genug die Flucht ergreift. Die Highlights aus dem Gruselkabinett sind der metalldurchsetzte Ex-Schmied Hammer, der humorlose Jackal mit dem Kopf im Käfig und der Oberschlächter Juggernaut. Den Darstellern ist es allerdings nur vergönnt die Geister zu sehen, wenn sie eine Spezialbrille tragen. Durch dieses Handlungselement zollen die Macher William Castle, dem geistigen Vater des Films, Tribut. Die Inszenierung von Regiedebütant Steve Beck wartet mit einigen visuellen Schmankerln und Spielerein auf, und ergötzt sich zu sehr am atemberaubenden Haus als auf Schockeffekte zu setzen. Seitens der Schauspieler waren einige bekannte und verdiente Gesichter, wie zum Beispiel Tony Shalhoub oder F. Murray Abraham, mit dabei. Ebenfalls mit an Bord war Scream - Schrei! Entdeckung Matthew Lillard, der als hellseherischer Geisterjäger einen guten Job verrichtete.
Alles in allem entstand mit 13 Geister ein ganz netter Horrorstreifen, der wahrscheinlich keinen vom Hocker reißen wird. Die Rahmenhandlung kennt bereits jeder auswendig und die besondere, aber irgendwie nebensächliche, Geschichte um die 13 Geister wird unnötig verkompliziert. Zu allem Überfluss werden die 13 Spukkumpanen auch noch zweimal vorgestellt und man fragt sich, ob man an dieser Stelle nicht für blöd verkauft wird. Selbstverständlich wird kein Klischee ausgelassen und so muß man sich auch in 13 Geister den Tabu-Spruch "Wir trennen uns mal..." anhören. Außerdem müssen sich die Drehbuchautoren vorwerfen lassen, dass sie das viele Glas in dem beeindruckenden futuristischem Haus besser hätten nutzen können. Die Masken und Kostüme der verschiedenen Geister waren ebenfalls gut gelungen, aber offen gesagt, jagt man damit nur noch Kindern einen Schrecken ein. Unterm Strich steht ein Film, der nur für Genrefreunde interessant, aber wahrscheinlich nicht zufriedenstellend, ist.