Deutscher Animationsfilm mit guten deutschen Sprechern, jedoch stark auf Kinder fokussiert. Aus der Sicht der Zielgruppe rundum gelungen, mit beliebten alten Discohits als Soundtrack statt neumodischer, flüchtiger Popmusik. Leider ein wenig zu einseitig zielgruppenorientiert, um wirklich gut zu funktionieren.
Regenwurm Barry steht kein leichtes Leben ins Haus: Würmer gelten bei den Bewohnern unter "dem Garten" als minderwertig, weil sie Dreck fressen. In dieser Klassengesellschaft hat es ein Wurm nicht leicht, und Barrys Vater, frisch in Rente, hat auch schon lange aufgegeben, gegen die Unterdrückung zu kämpfen.
Jung und eigentlich voller Elan ist Barry gerade dabei, seinen Lebensmut vernichten zu lassen, indem er sich für die einzige Karriere entscheidet, die ein Wurm unter dem Garten haben kann: Das Kompostbusiness, mittleres Management. Ein Leben der Verwaltungstätigkeit steht Barry bevor, als er eine Schallplatte mit Disco-Hits entdeckt.
Die alten Hits der Spiegelkugel elektrisieren Barry ab der ersten Sekunde, und der Wurm entschließt sich zu einer ganz anderen Karriere. Seinen Job behält er erstmal nur pro forma. Zusammen mit Kumpel Tito, der von ihm angebeteten Gloria und einem spontan kennengelernten Rock-Gitarristen-Wurm macht Barry kurzerhand eine Band auf. Die nächtlichen Proben in einer der Hallen der Firma werden jedoch entdeckt, die Teilnahme am großen Fernsehauftritt, bei dem ein fettes Preisgeld winkt, ist ernsthaft gefährdet. Zumal Tony Dean, der berühmte schmierige Schlager-Käfer, auch noch ein wenig manipulierend nachhilft.
Netter animierter Kinderfilm. Leider fehlt die zweite Ebene, die den Film auch für Erwachsene ertragbar gemacht hätte (und die mustergültig bei sämtlichen Pixar-Filmen erkennbar ist), völlig. Als erwachsener Zuschauer muss man sich also mit vorhersehbaren, dümmlichen Gags, langweiligen Dialogen und relativ dürftiger Animation herumschlagen, während jüngere Kinder durchaus Gefallen an der Geschichte von Barry und seinen Freunden finden werden. Absoluter Pluspunkt ist, dass endlich mal ein Film die bekannten Discohits auspackt und den Kindern nahebringt, anstatt wie üblich sämtliche gequirlten Eintagsfliegen-Pseudohits der aktuellen Castingshow-Kadaver runterzunudeln.
Nett gemeinter, jedoch stark auf die Zielgruppe der Kinder fokussierter Animationsfilm, der wenig für über 12-jährige zu bieten hat. In sich konsistent, mit netten Auftritten von Hella von Sinnen, Dirk Bach und Herbert Feuerstein. Sicherlich geeignet für die ganze Familie, aber weniger befriedigend für die Erwachsenen.