Männerherzen Poster

Film-Seite zu Männerherzen
Trailer zu Männerherzen
Poster zu Männerherzen
Wallpaper zu Männerherzen
Deutsche offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Männerherzen
PDF zu Männerherzen

Männerherzen

(Männerherzen, 2009)

Dt.Start: 08. Oktober 2009 Premiere: 08. Oktober 2009 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 107 min Land: Deutschland
Darsteller: Florian David Fitz (Niklas Michalke), Maxim Mehmet (Philip Henrion), Til Schweiger (Jerome Ades), Nadja Uhl (Susanne Feldberg), Christian Ulmen (Günther), Jana Pallaske (Nina), Wotan Wilke Möhring (Roland Feldberg), Liane Forestieri (Laura Sandner), Justus von Dohnanyi (Bruce Berger)
Regie: Simon Verhoeven
Drehbuch: Simon Verhoeven


Inhalt

Werbeexperte Niklas, Fitnesstrainer Jerome, Gewerbeaufsichtsbeamter Günther, Chaot Philipp und U-Bahn Führer Roland, fünf Männer, alle aus Berlin, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch ein Ziel haben sie alle: die Frau ihres Lebens für sich zu gewinnen bzw. zurück zu gewinnen. Jedes der fünf Männerherzen hat seine eigenen (Un-)Arten, sich dem weiblichen Geschlecht zu nähern. Doch wer wird seine Traumfrau bekommen und auf welchem Weg?
Shopping-Box
DVDs zu Männerherzen Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Männerherzen Poster & Merchandise
zum Film
Männerherzen bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Männerherzen bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Männerherzen hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 58%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Männerherzen hat eine Wertung von 58%
Das männliche Selbstverständnis steckt in der Krise. Das alte Bild vom Mann als Ernährer und Familienoberhaupt, oft gemessen am sozialen Status, scheint Relikt vergangener Tage zu sein. Der moderne Mann besticht durch Gelassenheit und Abenteuerlust. Geist ist wichtig, ebenso wie Geduld, Toleranz, Mitmenschlichkeit und Interesse für andere Kulturen. Ein wenig muss der Mann von heute von allem haben. In der Komödie Männerherzen braucht es gleich fünf Prachtexemplare, um der männliche Seele auf die Spur zu kommen. Unterhaltsam, aber voller Klischees sowie holprig und etwas platt inszeniert.

Bild aus Männerherzen Männer nehmen in den Arm, Männer geben Geborgenheit... Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich... Außen hart und innen ganz weich..., trällerte einstmals der deutsche Barde Nummer eins, Herbert Grönemeyer, mit der nötigen Portion Ironie. In den 80er Jahren des vergangen Jahrhunderts war die Männerwelt aber noch größtenteils in Ordnung: Die Gesellschaft, selbst im fortschrittlichen Westeuropa, noch überwiegend patriarchal strukturiert. Und die Rollenverteilung noch klar - auch wenn seit den 70ern die Feministinnen am Thron des Mannes zu kratzen begonnen hatten.

Ein Vierteljahrhundert später hat sich vieles verändert: Die heranwachsenden Jungs können nicht einfach mehr ohne weiteres ihren instinktiven Sozialisationsmustern vertrauen. Ständige Adaption an wechselnde matriarchale Erwartungen ist nötig. Anders ausgedrückt: Vor lauter sich verbiegen, um es den Frauen recht zu machen, findet das "starke Geschlecht" gar nicht mehr zu sich selbst. So gibt es auch immer mehr "Variationen" des Mannes, die alle noch ein einziges Refugium haben, um gemeinsam ächzend und stöhnend, sich wie ihre archaischen Vorfahren gebärden und sich noch als "ganzer Kerl" fühlen zu dürfen: Das Fitnessstudio.

In diesem kreuzen sich die Wege beziehungsgeplagter Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Günther (Christian Ulmen), Beamter mit Plauze, träumt in jeder sich bietenden Sekunde von einer liebevollen Partnerin; in Anbetracht seines ungeschickten Vorgehens scheint eine Beziehung trotz intensiven Online-Datings für ihn aber unerreichbar. Jerome (Til Schweiger), der erfolgreiche Musikproduzent, hat da deutlich weniger Probleme mit der holden Weiblichkeit: er hat eher zuviel als zu wenige Gespielinnen, aber eindeutig Bindungsangst. Zwei Geräte weiter pumpt der frustrierte U-Bahn-Schaffner Roland (Wotan Wilke Möhring), seit einem Job-Unfall traumatisiert, sich seine Sorgen aus dem Körper. Und der Verzweiflung nahe ist Philip (Maxim Mehmet), ein chaotischer Studienabbrecher, der noch an diesem Tag überraschend seinen Praktikumsplatz verliert, was Neu-Freundin Nina (Jana Palleske) gar nicht passt, da sie sich schon seit längerem ein gemeinsames Kind wünscht. Sein Freund Niklas (Florian David Fritz) hingegen scheint im Vergleich zum Rest der Truppe Luxusprobleme zu haben: er steht kurz davor seine reizende Lebensgefährtin Laura (Liane Forestieri) vor den Traualtar zu führen, aber die innere Panik, dass damit seine Freiheit ein für allemal passe ist, macht sich in ihm breit.

Augenscheinlich standen für diese Ensemble-Komödie Filme wie Tatsächlich Liebe, Magnolia oder Short Cuts Pate. Episodisch, von Protagonist zu Protagonist springend, reiht Autor und Regisseur Verhoeven die einzelnen Beziehungsgeschichten aneinander. Der Ton ist überwiegend heiter und gefühlvoll; das Tempo durchaus abwechslungsreich, aber nicht immer gleich bleibend hoch. Trotz des eindrucksvollen Casts, was hohe Qualität versprechen sollte, gelingt es der Komödie aber nicht, den nötigen Funken überspringen zu lassen. Zu weit weg ist der Regisseur dafür von seinen Figuren. Für den Mangel an charakterlicher Tiefzeichnung begleiten, ersatzgleich und leicht enervierend, Songs die Szenen und halten zur überdeutlichen Emotionalisierung her. Absichtlich oder nicht: Verhoeven latscht oft in die Klischeefalle und walzt jede originelle Idee (Ulmen als Neo-Magnum) bis weit über die Schmerzgrenze aus und fordert obendrein von seinen unterforderten Schauspielern bloß nicht mehr, als pünktlich den Sekundengag abzuliefern.

Selbst wenn Tempo und Timing mehr an Komödien amerikanischer Machart erinnern, dreht sich alles, in leicht satirischerer Note, um das wichtigste Organ des männlichen Körpers; nein, falsch: Nomen est Omen - es geht um die verletzlichen Herzlein. Anstelle der Witzmaschine des männlichen Sextriebs ist das Innenleben der Männer getreten. Vorbei sind die Zeiten der einfach gestrickten Actionstars der 80er und 90er. James Bond darf heutzutage um seine Freundin trauern (Ein Quantum Trost), Männer dürfen ganz offen Loser sein (Nie wieder Sex mit der Ex) und sogar scheitern, selbst in der letzten Bastion der männlichen Selbstherrlichkeit, den Feierlichkeiten zum Junggesellenabschied (Hangover).

Folgerichtig ist die Zeit der deutschen Szenekomödien längst vorbei. Beziehungskomödien wie Keinohrhasen berühren nun die Herzen der Zuschauer. Sechs Jahre hat sich Simon Verhoeven (100 Pro) Zeit genommen, um seine Vorstellungen von der Rolle des neuen Mannes unterhaltsam dem Publikum näher zu bringen. Fünf Protagonisten zwischen Macho-Relikt und sympathischer Ewig-Praktikant bilden das Ensemble in Männerherzen; die Frauen, auch wenn sie natürlich die Promotoren aller Aktionen sind, reduzieren sich auf schmückendes aber unverzichtbares Beiwerk. Im Mittelpunkt diese fünf Männer; alle mit ihren Stärken und Schwächen, aus denen sich zumindest ein - für die Frauen - "perfektes Exemplar" mixen ließe?

Ein gewisser Charme und eine ordentliche Portion Situationskomik sind schlussendlich dem Film, der manchmal wie eine Baustelle anmutet (ähnlich manch einem Leben) und mitunter dadurch etwas holpert, nicht abzusprechen. Die Inszenierung aber, die zum Schluss hin immer mehr an Tempo verliert und über weite Strecken wenig griffiges bietet, das helfen könnte sich mit den Charakteren anzufreunden oder gar zu identifizieren, vermag das Aufkommen von Langeweile nicht zu verhindern. Die Darsteller versuchen zwar den rechten Takt der Liebe zu finden, was ihnen gelegentlich auch gelingen mag, aber der Regisseur klopft am richtigen Rhythmus der Komödie eher vorbei.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Zweiohrküken
Dt. Start: 03. Dez 2009
Vorschlag entfernen
Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe
Dt. Start: 15. Sep 2011
Vorschlag entfernen
Hochzeitspolka
Dt. Start: 30. Sep 2010
Vorschlag entfernen

 

© 2013 MovieMaze.de