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Im Jahre 1888 hielt der brutale Mörder Jack the Ripper das Londoner Stadtviertel Whitechapel in Atem. Fünf Prostituierte fielen seiner Klinge zum Opfer und wurden von ihm außerdem übel zugerichtet. Er avancierte zum ersten großen Star der Londoner Presse und leitete die Geburtstunde der Tabloids ein. Sein Motiv und seine Identität sind bis heute ungeklärt und es kursieren zahlreiche Gerüchte und Geschichten über den legendären Jack the Ripper. Eine dieser Theorien brachten Alan Moore und Eddie Campbell im Jahre 1999 in einer Comicreihe zu Papier. Die beiden Drehbuchautoren Terry Hayes und Rafael Yglesias werden einige schweißtreibende Stunden verbracht haben, um aus der komplexen und vielschichtigen Vorlage das Richtige für einen unterhaltsamen Film herauszufiltern. Ihr Aufwand war keineswegs vergebens, denn mit From Hell entstand ein schauriger, düsterer und spannender Thriller. Für die fesselnde Inszenierung ist das Brüderpaar Allan und Albert Hughes verantwortlich, die ihren bisher größten Erfolg mit Film Menace II Society hatten.
Im Zentrum von From Hell steht nicht, wie vielleicht anzunehmen, unser Bösewicht Jack the Ripper sondern sein Verfolger Inspektor Fred Abberline. Er ist ein äußerst erfolgreicher Ermittler, der dank seiner etwas eigenwilligen Methoden immer zum Ziel kommt. Die Kombination aus hellseherischen Fähigkeiten, die aus seiner Opiumsucht resultieren, und seiner schnellen Auffassungsgabe, führen ihn schnell auf eine heiße Spur. Schauspieler Johnny Depp gefällt in der Rolle des etwas skurrilen Inspektors und versteht es wie so oft, einfach seinen Gesichtsausdruck sprechen zu lassen. Die zweite zentrale Figur ist die Prostituierte Mary Kelly, die zusammen mit ihren Freundinnen in Whitechapel anschaffen geht, um sich ein Dach über dem Kopf leisten zu können. Nachdem ihre Kolleginnen, eine nach der anderen, das Zeitliche segnen bekommt auch sie es mit der Angst zu tun und wendet sich an Inspektor Abberline. Verkörpert wird Mary Kelly von Heather Graham, die mit ihren roten Haaren und ihrem blassen Haut stets eine gute Figur macht. Übrigens legt sie genauso wie ihr Kollege Johnny Depp einen einwandfreien englischen Akzent an den Tag.
Auf der Jagd nach dem brutalen Killer Jack the Ripper muß sich Inspektor Abberline mit immer brutaler verstümmelten Frauenkörpern beschäftigen und alle Spuren penibel genau zusammentragen. Auf Grund des Präzision der Morde und kann er schnell ausschließen, dass der Mörder aus dem Bürgertum stammt. Somit beginnt er in Adelskreisen zu ermitteln, was seinem Vorgesetzten überhaupt nicht in den Kragen passt. Geschickt wird Inspektor Aderline, genauso wie das Publikum, ein ums andere mal auf die falsche Fährte gelockt und muß sein Täterprofil immer wieder neu definieren. Fast ebenso genau wie der pfiffige Inspektor muß der Zuschauer zu Beginn des Films bei der Sache sein, denn in Windeseile werden hier zahlreiche Charaktere eingeführt, die man zunächst nur schwer einzuordnen vermag. Aufgrund des recht hohen Tempos und der geringen Erholungsphasen ist es dem Publikum nicht allzu oft vergönnt durchzuatmen.
Den Gebrüdern Hughes gelang mit dem Thriller From Hell ein packender und spannender Film über die Jagd nach Jack the Ripper. Dabei wurde es mit den Fakten teilweise nicht so genau genommen, was aber letztendlich niemanden stört. Ihre düstere und teilweise brutale Inszenierung verfehlt ihre Wirkung nicht und schafft in Kombination mit der kantigen Kulisse und der melodramatischen Musik eine passende Atmosphäre. Abgerundet durch ein durchweg gute Leistung des gesamten Ensembles, kann man leicht über einige Kleinigkeiten hinwegsehen und sich über 137 Minuten unterhaltsames, spannendes und blutrünstiges Kino freuen. |