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This Is Love

(This Is Love, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

69%



Inhalt

Maggie hat den Glauben an die Liebe verloren, nachdem ihr Mann vor sechzehn Jahren einfach verschwunden ist. In Jahren der Ungewissheit zog sich die Kommissarin mehr und mehr in die Einsamkeit zurück. Eines Tages verhört sie den verschlossenen Chris, der ihr Leben ändert. Er erzählt ihr von der 9-jährigen Jenjira, die er aus einem Bordell aus Saigon gerettet und nach Deutschland gebracht hat. Nun ist sie jedoch verschwunden und Chris erzählt nicht alles, was er weiß. Es entsteht zwischen Maggie und Chris mit der Zeit eine Beziehung, die schmerzhafte Erinnerungen hervorruft.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

49%

Manch Variation von Liebe ist nicht nur übersteigert. Es existieren Formen, die sind zu Recht geächtet und unter Strafe gestellt. Wenn Geschichten damit zwangsläufig an die Grenzen führen und automatisch die Frage aufwerfen, wozu es gut ist, diese Facetten zu beleuchten, kann die Sympathie für die Figuren und den diffusen, aber gewünschten Denkanstoß durchaus schwinden. Ein "?" hinter dem Titel hätte This Is Love gut zu Gesicht gestanden; die damit verbundene Relativierung wäre zumindest angeraten gewesen. Schwieriger Film, mit brenzliger Thematik, aber reichlich holpriger Inszenierung.

Bild aus This Is Love Bei This Is Love handelt es sich prinzipiell um einen Episodenfilm; nicht strikt linear erzählt, stehen die Schicksale zweier Menschen im Mittelpunkt: Maggie (Corinna Harfouch), eine Polizeikommissarin auf Abwegen: Seit sie ihr Ehemann vor 16 Jahren erst plötzlich verließ und ohne ein Lebenszeichen zu hinterlassen ganz verschwand, ist sie sehr dem Alkohol zugeneigt und führt ein bizarres, "bohemes" Nachtleben. Und dann ist da Chris (Jens Albinus): ein stiller, leicht dysfunktional anmutender Typ, der gemeinsam mit seinem Freund Holger (Jürgen Vogel) Kinder in Vietnam aus Bordellen freikauft, um diese adoptionswilligen Paaren gegen Provision zu vermitteln.

Beide, sowohl Maggie als auch Chris, sind von der Liebe geschlagen: Maggie wurde sie unvermittelt entzogen, Chris konnte sie nie ausleben, wie er sich das in seinem tiefsten Inneren wünschen würde. Jedwedes Aufkeimen dieses Wunsches wird von seinem Kopf geblockt; regelrecht mit aller Macht verdrängt. Warum sich gerade so ein Mensch solch eine Quelle des Geldverdienstes aussucht, will nicht einleuchten. Sicher ist, dass es den Kindern in ihrem neuen Leben bestimmt besser geht (schlechter wäre auch kaum möglich). Insofern ist das Verhalten der beiden, aus der Distanz betrachtet, halbwegs positiv zu bewerten. Von ehrenwert aber noch weit entfernt: Eigennutz steht hier eindeutig im Vordergrund.

Das ändert sich als die neunjährige Jenjira (Lisa Nqueyen) nicht vermittelt werden kann, die beiden den Zuhältern in Saigon aber noch 25.000 Euro schulden. Der einfachste Weg wäre die Kleine wieder zurück zu schicken - sie ihrem alten Schicksal einfach ausliefern. Holger hat damit grundsätzlich kein Problem. Aber Chris ist dazu nicht bereit. Bald schon hat er einen Narren an ihr gefressen und Jenjira beginnt ihn zu manipulieren. Allein dieses Motiv für sich ist mehr als schwierig; allenfalls glaubwürdig durch die unterschwellig vermittelte Obsession, die in Chris schwelt. Doch damit gerät der Täter-Opfer-Spannungsraum zu einer grauverwischten Zone, die alle möglichen und zu weit führenden Interpretationen zulässt. Die Antworten, warum es sich lohnt, die Realität aus der Perspektive jemandes zu betrachten, der Gelüste und Verlangen hat, die unsere Gesellschaft und unser Rechtssystem nicht tolerieren, bleibt This Is Love konsequent schuldig (wie sollte es auch möglich sein, darauf welche zu finden?).

Das Pendeln zwischen den beiden Haupterzählsträngen, die sich in einer makaberen Umklammerung begegnen, und die Vorwärts-Rückwärtsprojektionen fordern zusätzlich zu diesen grenzgängerischen Entwicklungen einiges ab. Generell ist das bei einer komplexen und anspruchsvollen Geschichte nicht kritikwürdig. Doch dem hohen Anspruch bleibt der Film auch an anderer Stelle einiges schuldig: Viel zu krude ist der Plot und zu absurd-grotesk manche Wendungen, als dass sie vollends glaubwürdig wirken könnten: Kaum vorstellbar ist es, wie eine Kommissarin, die sich nahezu jede Nacht besinnungslos säuft und mitunter betrunken zur Arbeit erscheint, noch ihrem Job nachgehen kann und nicht schon längst beurlaubt wurde. Und der Antrieb eines Menschen mit abwegigen Gelüsten, der sich selber gut zu kennen scheint und nicht unreflektiert handelt, sich aber dennoch der Quelle seiner Begierden aussetzt, wirkt reichlich konstruiert.

Die Schauspieler allerdings vollbringen ihr Äußerstes aus dieser unbequemen Inszenierung eine Geschichte mit hypnotischer Kraft entstehen zu lassen. Fast scheint es nicht übertrieben zu behaupten, dass sich alle regelrecht die Seele aus dem Leib spielen. Allen voran Corinna Harfouch, die aktuell auch in Whisky mit Wodka zu sehen ist. Auch Jens Albinus liefert eine glanzvolle Leistung ab. Seine Darstellung eines Menschen, der sich darüber bewusst ist, dass seine Wunschvorstellung von Liebe die Falsche ist und er sich dennoch nicht davon abwenden kann, ist es zu verdanken, dass dies alles vielleicht ebenso eine Nachvollziehbarkeit erfährt, die aber bereits zuviel von Legitimation in sich trägt. Somit gleichsam zurück zur anfänglichen Frage führt: Warum mit so etwas sympathisieren, ganz gleich, was für Traumata diesen Menschen geprägt haben mögen?!

Trotz der Dominanz eines äußerst ernsten und gesellschaftlich mit Sprengstoff beladenen Themas, gelingt es This Is Love sogar noch eine Prise (unfreiwilliger) grotesker Komik zu produzieren: Verantwortlich für diese "schlüpfrige Leistung" ist Devid Striesow, der seine Befähigung, der Darstellung äußerst schräger Charaktere, schon in So glücklich war ich noch nie offenbarte. Hier in der Rolle des Polizeikollegen von Corinna Harfouch liefert er ein paar ebenso überraschende, als auch wenig glaubwürdige Liebespointen ab. An diesem Punkt wirkt es, als wollten die Macher noch partout ein paar besonders kuriose Facetten aus Amors Zauberkasten hineinbefördern. Einen gewissen Schauwert hat es dennoch. Am Ende lässt This Is Love den Zuschauer betäubt zurück. Vielen Menschen wird diese Interpretation und Zurschaustellung der Variationen der Liebe eindeutig zu weit gehen. Und ein möglicher versteckter Appell, Verständnis für Menschen mit extremen Gelüsten irgendwie entwickeln zu wollen (da diese auch nur gequälte Seelen sind) erscheint des Guten zuviel verlangt: Täter sind Täter und Opfer eindeutig diejenigen, denen das Mitgefühl gehören muss.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

89%

Matthias Glasner trifft nach Der freie Wille auch hier nahezu immer den richtigen Ton und verteilt Schlge in die Magengrube im Minutentakt. Die Geschichte ist dabei so unglaublich deprimierend und konsequent, dass man sich oftmals unweigerlich an Moodysons Meisterwerk Lilja-4-ever erinnert fhlt. Darstellerisch spielt das Ensemble auf ganz hohem Niveau und hat einige wirklich groartige Einzelleistungen zu bieten. Mutig auch das Ende des Filmes, das das an sich schon hervorragende Werk noch perfekt abrunden konnte. This is Love wird sicherlich nicht jedermans Sache sein, denn wer sich im Kino nur berieseln lassen mchte ist hier definitiv an der falschen Adresse. Fr alle anderen jedoch ein echter Geheimtipp!



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Der freie Wille
Dt. Start: 24. Aug 2006
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