Die Geschichte des Akita-Hundes Hachi zählt in Japan zu den bekanntesten Geschichten überhaupt. Die Verfilmung des Stoffes über den titelgebenden Hund und dessen Treue zu seinem Herrchen berührt den Zuschauer in jeder Sekunde. Dank der atmosphärischen Inszenierung und der Tatsache, dass auf Überdramatisierung verzichtet wurde, kann der Zuschauer mit dem Hauptcharakter mitfühlen, so dass kaum ein Auge trocken bleiben wird.
Der Remake-Wahn asiatischer Produktionen will kein Ende nehmen. Kaum ist der Film in Asien ausgewertet, schon muss ein Remake aus den Vereinigten Staaten folgen. So wird demnächst sogar Park Chan-Wooks Oldboy von Steven Spielberg mit Will Smith in der Hauptrolle inszeniert. Es geht jedoch auch entgegengesetzt, wie im Falle von Hachi-Ko, der dem Zuschauer ohne sein bevorstehendes Remake von Lasse Hallström (Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft sicherlich nie aufgefallen wäre.
Eher ungewollt tritt der Hundewelpe Hachi in die Familie eines japanischen Universitätsprofessors. Dennoch entwickelt sich zwischen dem Familienoberhaupt und dem Akitawelpen eine Freundschaft, die ihres gleichen sucht. Teilweise ist diese Freundschaft sogar so innig, dass sogar die Frau des Professors Grund zur Eifersucht hat. Als jedoch eines Tages ein schweres Unglück die Familie heimsucht, zeigt sich erst das Ausmaß an Treue, die ein Hund seinem Herrchen entgegen bringen kann.
Die wahre Geschichte des Hundes Hachi kennt in Japan nahezu jedes Kind. Da hierzulande jedoch vielen das Leben des Hundes unbekannt sein dürfte, wird an dieser Stelle die Geschichte nur sehr kurz angeschnitten, um Spoiler zu vermeiden. Die Story wirkt zu Beginn wie ein typischer Familienfilm, der durch den Einsatz von Tieren, in diesem Falle einem Hund, noch aufgepeppt wird. Doch spätestens zur Hälfte des Filmes geht Hachi-Ko einen anderen Weg, zeigt auf, welch eine intensive Bindung zwischen Hund und Herrchen möglich ist und rührt mit seiner Geschichte zu Tränen.
Es wäre ein Leichtes gewesen den Film durch eine überdramatisierende Inszenierung in den Sand zu setzen. Regisseur Seijiro Koyama macht jedoch alles richtig, stellt er doch zunächst das Leben im damaligen Japan, sowie die Familienbeziehungen in den Vordergrund. Diese sind zudem optisch perfekt eingefangen und sorgen so für die nötige Atmosphäre der kommenden Geschehnisse. Diese sind emotional in Szene gesetzt und finden in ihrem hervorragend inszenierten Ende ihren Höhepunkt.
Während den menschlichen Darstellern, mit Ausnahme des Familienoberhauptes, nur wenig Raum bleibt, sich schauspielerisch in Szene zu setzten, ist der eigentliche Hauptdarsteller in diesem Falle der titelgebende Hund. Dieser zieht schon vom ersten Moment an die Sympathien des Publikums auf seine Seite und dürfte gerade in der zweiten Hälfte des Filmes das Herz eines jeden Zuschauers höher schlagen lassen.
Wer meint, dass Hachi-Ko der übliche klischeebeladene Tierfilm ist, der irrt gewaltig! Die Vorlage zu Lasse Hallströms Remake ist ein ergreifendes Werk über die Treue zwischen dem Mensch und seinem Haustier, sogar über den Tod hinaus. So wird der Zuschauer Hachi und seine Taten so schnell nicht mehr vergessen können, nicht umsonst gilt er in Japan für das Zeichen der Treue und auch heute noch wird täglich sein Denkmal von hunderten von Menschen besucht.