Eine schwarze Frau ganz oben an der Spitze der Wallstreet? Für viele undenkbar. Im weihnachtlichen New York erfindet Whoopie Goldberg den erfolgreichen Mr. Cutty. Mit Wer ist Mr. Cutty? hat Regisseur Donald Petrie (Zum Glück Geküsst) einen der wenigen Filme geschaffen, die sich auf die noch heute herrschende Ungleichheit zwischen Mann und Frau bezieht. Auch wenn die durchaus ernste Situation oft ziemlich kitschig und übertrieben rüberkommt, schafft es Wer ist Mr. Cutty durchaus den Zuschauer bestens zu unterhalten.
In Wer ist Mr. Cutty spielen Kostüm und Make-Up eine wichtige Rolle. Sie machen den Film einzigartig und bringen die eine oder andere Überraschung in die doch etwas übertrieben nette Handlung. Die Maskenbildnerin und Oscar-Preisträgerin Greg Cannom liefert uns hier eine unglaubliche Show, die einfach nur Spaß macht.
Im Mittelpunkt des Films steht die Ungerechtigkeit, die auch noch in der heutigen Zeit herrscht. Eine farbige Frau hat offensichtlich keine Möglichkeit groß rauszukommen. Dabei entwickelt sich der Film zu einer leichten Wall Street-Satire. Natürlich sind bei einem solchen Thema Begriffe wie "Emanzipation" passend, jedoch gelingt es dem Film nie, auch nur einen Funken von Ernsthaftigkeit aufzubringen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass der Film in der Weihnachtszeit spielt. Die ganze Situation wirkt einfach zu harmlos, sodass der Betrachter eigentlich nur selten darüber nachdenkt, was die Anlageberaterin wirklich durchmachen muss. Ein bisschen mehr Seriosität hätte dem Film gut getan. Doch muss man hier erwähnen, dass Wer ist Mr. Cutty nur zur Unterhaltung dient und als Komödie trotzdem noch gut dasteht. Der Film punktet mit einem interessanten Thema, und schafft es in die Komödie Ironie, List und Tücke einzubauen. Dabei wird aber auch öfters übertrieben, wie zum Beispiel mit der Journalistin, die um jeden Preis versucht, Mr. Cutty kennenzulernen.
Goldberg, die eher durch Komödien wie Rat Race - Der nackte Wahnsinn oder natürlich auch Sister Act aufgefallen ist, braucht stets eine für sie zugeschnitte Rolle. Und auch Wer ist Mr. Cutty ist ein typischer Whoopi-Goldberg-Film. Sie stellt die ganzen ernsten Themen in den Schatten und lässt die Sonne scheinen. Natürlich hat sie in Filmen wie Ghost - Nachricht von Sam bewiesen, dass sie eine gute Schauspielerin ist, und sogar schon einen Oscar abgeräumt, aber als starke Anlageberatern, die in die Rolle eines Anderen hineinschlüpft, fehlen ihr Ecken und Kanten. Jedoch muss auch hier gesagt sein, dass der Film nur zur Unterhaltung dient, und Goldberg es bestens versteht, den Zuschauer auf Trab zu halten.
Eine umso faszinierendere Rolle hat Dianne Wiest. Als anfangs unauffällige und langweilige Sekretärin gelingt es ihr mit jeder Minute, die man sie sieht, mehr Aufsehen zu erregen und ihr cleveres Handeln in den Vordergrund zu stellen. Dabei schafft sie es, sich bis in die obersten Ränge zu katapultieren. Nicht ohne Grund überlässt ihr Regisseur Donald Petrie auch die Schlusspointe.
Als Fazit kann man sagen, Wer ist Mr. Cutty ist ein Film, der clever wirkt, es jedoch nicht schafft, Seriosität zu hinterlassen. Als Familienfilm ist er jedoch sehr unterhaltend, was wohl auch der Sinn des Films war. Donald Petrie hat hier keine Goldgrube geschaffen, jedoch ein interessantes Thema aufgerollt. Vor allem in der Weihnachtszeit ist der Film als Komödie zu empfehlen.