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Jeder kennt den ohrwurmigen Titelsong von Alan Parkers oscarprämiertem Musical Fame - Der Weg zum Ruhm. Doch leider ist der Titelsong schon das Beste an diesem Film, da es aufgrund der episodenhaften Erzählweise an einem roten Faden fehlt. Dennoch ist das Ganze sehr realitätsnah inszeniert und kann sich aufgrund seiner Atmosphäre dennoch einen Platz im gehobenen Mittelfeld sichern.
Anfang der 80er war die große Zeit des Musicals eigentlich schon vorbei. Während zuvor immer wieder große Musicals um die begehrte Oscartrophäe gekämpft haben (in den 60ern unter anderem My Fair Lady und West Side Story; in den 70ern nur noch Cabaret und All that's Jazz) war dieser Trend schon deutlich rückläufig und erlebte mit Alan Parkers Fame - Der Weg zum Ruhm nochmal einen (vorerst) letzten Höhenflug.
Wer die knallharte Aufnahmeprüfung der New Yorker High School of Performing Arts hinter sich gebracht hat, ist noch weit entfernt vom großen Ruhm. In den drei Studiengängen Musik, Tanz und Schauspiel wird den Schülern alles abverlangt, um sie auf das harte Showbiz vorzubereiten. Doch auch wenn der Konkurrenzkampf groß ist, entwickeln sich in der vierjährigen Ausbildung auch Freundschaften, Beziehungen und Rivalität, sowie auch die Ungewissheit nach der Schule überhaupt ein Engagement zu finden.
Fame - Der Weg zum Ruhm wird den geneigten Musicalfan sicherlich überraschen, geht er doch weit weg von den üblichen Standards. Die Songs sind eher nebensächlich, denn das Drehbuch legt viel größeren Wert auf die Ausbildung der Schüler und begleitet sie daher auch von der Aufnahmeprüfung bis zum Abschluss der Schule. Dabei bleiben jedoch die Charaktere ziemlich auf der Strecke, da das Ganze zu episodenartig gezeigt wird und dem Zuschauer die Entwicklungen der Figuren verborgen bleiben.
Dafür kann der Film in Sachen Inszenierung schon deutlich mehr punkten. Die realistische und für ein Musical überraschend triste Geschichte wurde gut einfangen, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass man sich genügend Zeit für längere Szenen nahm. Sicherlich wird dies dem ein oder anderen eher langweilig vorkommen, es unterstreicht dennoch die Authentizität des Filmes.
Dass man aus dem Stoff ein Musical gemacht hat, ist sicherlich eher der Thematik als dem dramaturgischen Effekt gutzuschreiben, denn irgendwie wollen einige der Songs nicht so ganz zur restlichen Stimmung des Filmes passen. Dabei sind die Musikstücke mit positiver Ausnahme des großartigen Titelsongs, sowie zwei weiteren ordentlichen Liedern, größtenteils mehr schlecht als recht.
Das Besondere am Cast von Fame - Der Weg zum Ruhm ist sicherlich, dass eher auf das Talent, als auf große Namen gesetzt wurde. So können die Darsteller in den Disziplinen des jeweiligen Studiengangs ihre Sache auch ordentlich meistern, haben aber außerhalb ihrer Einzelszenen, aufgrund des Episodencharakters des Filmes, nur wenig Möglichkeiten ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen.
Obwohl die Zeit des Musicals schon vorbei war und der Film qualitativ deutlich hinter den Vorreitern des Genres zurückblieb, wurde Parkers Werk mit zwei Oscars ausgezeichnet und hat auch die Kassen ordentlich zum klingeln bringen können (alleine knapp 120 Millionen in den US!). Klar dass man den Erfolg nicht auf sich beruhen lassen konnte, so wurde der Film in einer langlebigen Fernsehserie fortgesetzt (bei der es auch ein Wiedersehen mit dem Großteil des Casts gab) sowie als Theaterstück in unzählige Länder verkauft. Obwohl ein Wiederbelebungsversuch Ende der 90er mit der Serie Fame L.A. gnadenlos scheiterte, wird nun erneut versucht die Geschichte in einem gleichnamigen Remake an die heutige Zeit anzupassen. |