Die Story eines Pornodarstellers, dessen bestes Stück ein Eigenleben entwickelt und von nun an der Filmcrew nach dem Leben trachtet. Zwar ist diese Horrorkomödie ein wenig blutleer in Szene gesetzt worden und hat mit einigen Längen zu kämpfen, jedoch lebt sie von ihrer herrlich bescheuerten Idee, die gepaart mit den vielen skurrilen Szenen für einige Lacher sorgen kann.
Deutsche Filmtitelübersetzungen sind immer wieder amüsant und auch dieser Film ist ein perfektes Beispiel, weshalb man manchmal nur ungläubig mit dem Kopf schütteln kann. Sicherlich ist es aus marketingtechnischen Gründen nicht verkehrt, den Originaltitel One-Eyed Monster in Porn Horror Movie zu ändern; jedoch geht damit jeglicher Wiedererkennungseffekt des originellen ursprünglichen Titels (inkl. der kreativen filmpersiflierenden Posterserie) verloren. Aber wie heißt es so schön: Sex Sells.
Ron Jeremy ist eine Legende und einer der wohl bekanntesten Pornodarsteller aller Zeiten. Für seinen neuesten Film reist er mit einer kleinen Gruppe junger Darsteller in ein abgeschiedenes Wäldchen, um seinen neuesten Film abzudrehen. Während der Penetrationsszene mit Kollegin Veronica Hart ereilt ihn jedoch ein vorzeitiger Tod, doch ein Teil seines Körpers wehrt sich gegen das Ableben. So macht sich das beste Stück von Ron selbstständig und dezimiert vom Blutdurst getrieben nach und nach die vollkommen perplexe und überforderte Filmcrew.
Was für eine abgefahrene Idee? Zugegeben gibt es mit der Verfilmung des Ralf König Comics Kondom des Grauens schon einen Film mit einer ähnlichen Grundlage, aber dieser kostet das Potential der Geschichte erst richtig aus! Dabei wird nie der Fehler begangen, die Geschichte als ernsten Horrorfilm anzulegen, sondern als trashige Unterhaltung für Genrefans. Das ist eine der Stärken, die es den Machern ermöglichte, einige herrlich skurrile Momente zu kreieren. Allerdings treten diese Szenen an manchen Stellen zu episodenhaft auf, so dass um sie herum trotz recht kurzer Laufzeit ein paar kleine Längen entstehen.
Dass Adam Fields für sein Langfilmdebüt nicht gerade viel Geld zur Verfügung hatte, sieht man in nahezu jeder Szene. Dennoch fällt dies nicht weiter negativ auf, sondern unterstützt bisweilen noch den trashigen Charme des Filmes. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass bei einem Film für Genrefans der Gewaltgrad extrem zurückgeschraubt wurde. Wie schon bei den Lesbian Vampire Killers, der sein Zielpublikum bei pubertierenden Teenagern gesehen hat, geht es hier mit wenigen Ausnahmen relativ harmlos zur Sache und auch der Killerpenis ist überraschend selten auf der Leinwand zu sehen. Ob das nun dem geringen Budget anzulasten ist oder der Tatsache, den Film doch für eine breitere Zielgruppe freigeben zu können, ist ungewiss.
Wenn ein Film zu einem Teil mit Pornodarstellern besetzt wurde, dann hat man im Vorfeld schon geringe Erwartungen an das Schauspiel der Akteure. Überraschenderweise schlagen sich diese dennoch ganz wacker und können zumindest das übliche Horrorfilmniveau erreichen. Leider passt sich die wohl beste Schauspielerin auf der Leinwand, Amber Benson, dem Niveau etwas an und ist damit in Anbetracht ihres Talents die einzige Enttäuschung im darstellerischen Bereich zu sehen.
Wenn ein Film schon Porn Horror Movie, bzw. One-Eyed Monster heißt, dann sollte man im Vorfeld eigentlich wissen, worauf man sich einlässt. Dank der herrlich durchgeknallten Idee wird man bei diesem kurzweiligen Spaß auch weitestgehend über die blutleere Inszenierung hinwegsehen können. So macht das Regiedebüt von Adam Fields seinem Namen alle Ehre und kann trotz kleiner Längen durchaus unterhalten.