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Mit seinem Langfilmregiedebüt ist Regisseur Glenn McQuaid ein kurzweiliges und mit ironischen Spitzen und schwarzem Humor durchsetztes Stück Gruselkino in Anlehnung an die Horrorfilme der britischen Hammer-Studios geglückt, welches jedoch inhaltlich etwas dürftig geraten ist. Dabei vermag I Sell the Dead vor allem optisch mit einem originellen Einfall zu überraschen.
Die Karriere von Regisseur Glenn McQuaid reicht vom Special Effects-Designer über Drehbuchautor bis hin zum Cutter. Die letzten beiden Funktionen übernahm er sowohl in I Sell the Dead als auch in seinem Regiedebüt, dem Kurzfilm The Resurrection Apprentice, in welchem es um die ersten Erfahrungen eines Grabräubers geht und an dem sich I Sell the Dead inhaltlich orientiert. Das Problem dabei: Eine Idee, die als Kurzfilm durchaus funktionieren kann, gibt (um einige Punkte erweitert, versteht sich) nicht immer soviel Substanz her, dass sie auch ausreicht, 90 Minuten Film zu tragen. Und das, obwohl von inszenatorischer Seite dabei Vieles richtig gemacht wurde.
Die Geschichte gestaltet sich entsprechend simpel: Im 19. Jahrhundert wird der Grabräuber Arthur Blake (Dominic Monaghan, X-Men Origins: Wolverine) geschnappt und soll vor seiner in wenigen Stunden anstehenden Hinrichtung einem Priester (Ron Perlman, Hellboy 2 - Die goldene Armee) Zeugnis ablegen. Er erzählt von seinem Einstieg in das lukrative Geschäft mit Leichen, seinem Partner Willie Grimes (Larry Fessenden) und davon, wie sich neben Leichen auf dem Friedhof auch allerlei Untote und Vampire tummelten, die immer wieder für Probleme sorgten.
McQuaid wollte mit I Sell the Dead eine Hommage an die Horrorfilme der Hammer-Studios in den 60er Jahren inszenieren, was durchaus auch gelang. Wabernde Nebel, historisches Ambiente, subtiler, auf Spannung bedachter Grusel - all diese Motive finden sich in Breite in dem stimmungsvoll bebilderten Film wieder. Doch darüber hinaus wurde auch mit einigen deftigen Gore-Einlagen nicht gespart, wenn ein Kopf abgetrennt oder einem Mitglied einer konkurrierenden Grabräuber-Bande die Kehle aufgeschlitzt wird. Dass I Sell the Dead dabei immer wieder schwarzen Humor durchscheinen lässt und zur Ironisierung neigt - insbesondere was den Umgang mit Untoten sowie die Pointe des Films betrifft -, sind die Stärken des Drehbuchs, das mit einigen zähen Dialogen und Längen sowie der etwas zu dünn geratenen Story auch so seine Schwächen hat.
Auffällig bei der visuellen Gestaltung des Films ist neben den sorgsam arrangierten historischen Sets, die authentisch wirken, der wiederholte Einsatz von eingefügten Comic-Sequenzen. Diese basieren auf den Illustrationen, welche sich Larry Fessenden und Brahm Revel während der Entwicklung des Drehbuchs ausdachten. Schauspielerisch bleibt der Film hingegen unauffällig. Dominic Monaghan und Larry Fessenden liefern solide Leistungen ab, während Ron Perlman in seiner eher kleinen Rolle als verhörender Priester beinahe schon unterfordert wirkt. Am Ende bleibt ein inhaltlich nicht immer ausgegorenes, aber in Sachen Kameraarbeit und Set-Design technisch eindrucksvolles Independent-Horrorstück, welches durchaus Kult-Potenzial in sich birgt. |