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Babysitter Wanted

(Babysitter Wanted, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 05. November 2009
Premiere: 17. Juli 2008 (Festival, Kanada)
FSK: ab 18 Genre: Horror, Thriller
Länge: 83 min Land: USA
Darsteller: Sarah Thompson (Angie Albright), Kai Caster (Sam Stanton), Bruce Thomas (Jim Stanton), Kristen Dalton (Violet Stanton), Tina Houtz (Rebecca Miller), Nana Visitor (Linda Albright), Jillian Schmitz (Erica), Matt Dallas (Rick), Monty Bane (Pater Nicoletta), Brett Claywell (Hal), Bill Moseley (Chief Dinneli), Jeff Markey (Deputy Connor)
Regie: Jonas Barnes, Michael Manasseri
Drehbuch: Jonas Barnes


Inhalt

Angie verlässt ihre religiöse Mutter, um auf dem College Kunst zu studieren. Doch aller Anfang ist schwer. Ihr Studentenzimmer gleicht einer Müllhalde, die Mitbewohnerin trägt dazu maßgeblich bei. Da Angie knapp bei Kasse ist, bewirbt sie sich für einen Job als Babysitter bei einem Pärchen, das mit seinem schüchternen Sohn ein Stück entfernt auf einer Farm lebt. Doch schon bei ihrem ersten Einsatz hat sie das Gefühl, beobachtet zu werden. Als sich ihr Verdacht bestätigt und plötzlich ein Mann im Haus ist, überschlagen sich die Ereignisse und Angie weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Babysitter Wanted hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 20%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
Babysitter Wanted hat eine Wertung von 20%
Heutzutage hat ein Film schon viel gewonnen, wenn er es schafft, eine frische und neue Story zu präsentieren, vor allem wenn der Zuschauer sie nicht erwartet hat. Daran versuchten sich die Macher von Babysitter Wanted; sind aber leider maßlos gescheitert. Zu dümmlich ist das, was einem da aufgetischt wird, nachdem man über mehr als die Hälfte des Films krampfhaft auf eine falsche Fährte gelockt worden ist. Es wäre besser gewesen, sich einfach irgendein funktionierendes Schema zu nehmen und dieses zu verfeinern, als mit aller Macht zu versuchen, einen innovativen und überraschenden Plot-Twist zu inszenieren, der leider gehörig in die Hose geht.

Bild aus Babysitter Wanted Horrorfilme gibt es wie Sand am Meer, man hat das Gefühl, jede Geschichte schon in hundertfacher Ausführung gesehen zu haben. Nicht selten liegt das daran, dass es sich einfach um Remakes anderer Filme handelt. Doch auch wenn das nicht der Fall ist, so kommt es zu häufig vor, dass Grundideen übernommen und lediglich mit einer anderen Hülle präsentiert werden. So ist beispielsweise die Tatsache, dass Menschen ausgewählt, verschleppt und anschließend seziert, zerstückelt oder anderweitig verstümmelt werden, nichts Neues mehr. Hier sind meist die Beweg- und Hintergründe, sowie die Inszenierung außen herum das Spannende. An diese Kerngeschichte scheint sich auch Babysitter Wanted zu wagen.

Die gut behütete Angie steht endlich auf eigenen Beinen. Auf dem College, weit weg von ihrer fürsorglichen Mutter, auf sich allein gestellt. Dabei wird es ihr wahrlich nicht einfach gemacht. Ihre Mitbewohnerin ist ein Messie, kifft den ganzen Tag und vergnügt sich mit ihrem Freund. Die vorherige Bewohnerin war scheinbar auch nicht besser, immerhin hat sie sogar das Bett, das nun eigentlich für Angie bestimmt wäre, mitgehen lassen. Um nicht ewig auf der versifften Couch nächtigen zu müssen, macht sich Angie auf die Suche nach einem neuen Bett und gleichzeitig auch einem Job, um ihre Finanzlage aufzubessern und sich das Bett überhaupt leisten zu können. Am schwarzen Brett findet sie eine Anzeige, laut der nach einem Babysitter gesucht wird. Die Familie, die für ihren kleinen Sohn Sam einen Aufpasser benötigt, wohnt ein gutes Stück entfernt auf einer Farm. Der erste Auftrag lässt auch nicht lange auf sich warten und so hat Angie schon wenige Tage später ihren ersten Babysitter-Job. Der kleine Sam ist schüchtern und zurückgezogen, weshalb sich die Aufgabe als gut machbar erweist. Wäre da nicht die dunkle Gestalt, die um das Haus schleicht.

Bereits vorher hatte Angie das Gefühl, dass sie beobachtet wurde. Die Nachricht, dass erst kürzlich ein Mädchen aus dem Ort verschwunden ist, beruhigt sie auch nicht gerade. Glücklicherweise hat Angie bereits einen netten Jungen auf dem Campus kennengelernt und den Sherriff hat sie ebenfalls schon auf ihre Sorge aufmerksam gemacht. Als allerdings der kleine Sam plötzlich wegläuft und auch noch der unheimliche Fremde ins Haus kommt, weiß Angie überhaupt nicht mehr, woran sie noch glauben soll. Oder wem.

Das Versprechen "Es ist alles anders, als man es erwarten würde" bedeutet normalerweise viel Spannung und ein echtes "Wow"-Erlebnis. Bei Babysitter Wanted ist es eher ein "Oh nein, das ist jetzt nicht deren Ernst"-Erlebnis, was einen hinter der Aussage erwartet. Ewig wird auf den großen Moment hingearbeitet, an dem endlich offenbart wird, womit man es hier eigentlich zu tun hat. Leider ist diese Auflösung aber dermaßen stupide und an den Haaren herbeigezogen, dass man sich wünschen würde, der Film wäre einfach so weitergegangen, wie er angefangen hat, ohne Twist und Überraschung. Aber anstatt die Geschichte dann zumindest konsequent und interessant weiterzuspinnen, baut man lieber noch ein paar "Ekel"-Effekte ein, die allerdings heutzutage auch niemanden mehr schocken dürften. Immerhin hat man bei Filmen wie Saw, Hostel oder diversen anderen Horrorstreifen, die mit Folter und Doktorspielchen zu tun haben, alles Erdenkliche bis ins Detail gesehen.

Wären wenigstens die Charaktere schön ausgearbeitet, so würde man vielleicht noch ein bisschen Grusel oder Mitgefühl verspüren. Allerdings wurde die Zeit lieber dafür genutzt, falsche Fährten zu streuen, über deren Sinnhaftigkeit man sich im Nachhinein besser keine Gedanken machen sollte, als dass man den Figuren ein glaubhaftes Innenleben verpasst hätte.

In der heutigen Zeit ist es sicherlich schwierig, sich im Horrorgenre noch neue und interessante Geschichten auszudenken. Manchmal ist es aber auch besser, sich auf alte Werte zu besinnen und einfach einen soliden, spannenden und mitreißenden Film zu inszenieren. Das wäre hier sicherlich auch der bessere Weg gewesen. So wird Babysitter Wanted von jeder Fernsehserie alla The Outer Limits in die Tasche gesteckt und sollte lieber im Regal stehen bleiben.



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