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Vorstadtkrokodile 2

(Vorstadtkrokodile 2, 2010)

Dt.Start: 21. Januar 2010 Premiere: 21. Januar 2010 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Familie
Länge: 90 min Land: Deutschland
Darsteller: Nora Tschirner (Hannes' Mutter), Maria Schrader (Kais Mutter), Nick Romeo Reimann (Hannes), Fabian Halbig (Kai), Leonie Tepe (Maria), Manuel Steitz (Olli), Smudo (Kais Vater), Ella-Maria Gollmer (Kais Cousine Jenny), Robin Walter (Peter), Javidan Imani (Jorgo), David Hürten (Frank)
Regie: Christian Ditter
Drehbuch: Neil Ennever, Christian Ditter


Inhalt

Endlich Sommerferien und Zeit für tolle Unternehmungen der Vorstadtkrokodile - wäre da nicht ein Problem. Die Firma von Ollis und Marias Eltern steht kurz vor der Pleite, noch dazu ereignen sich dort seltsame Dinge. Wenn die Eltern ihren Job verlieren, droht der Umzug und das Ende der Vorstadtkrokodile. So setzt die Bande alles daran, die zwielichtigen Machenschaften in der Firma aufzudecken. Dazu spielen Sie alle Tricks aus und kommen mit Beschattungsaktionen und rasanten Verfolgungsjagden den Hintergründen immer näher.
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Kritik

Vorstadtkrokodile 2 hat eine Wertung von 62%
Kaum aus den Kinos raus sind die Vorstadtkrokodile schon wieder zurück und legen sich mit finsteren Spekulanten an, die eine ortsansässige Fabrik ruinieren wollen, um nach der Pleite den Laden günstig aufzukaufen und die Maschinen zu verscherbeln. Unfreiwillige Verstärkung erhält die Truppe dabei von Kais scharfer, halberwachsener Cousine, die eigentlich als Babysitterin auf ihn aufpassen sollte. Hastig produzierter Nachfolger, dem es an Handlung und Plausibilität ermangelt und der sich damit rettet, dass die junge Schauspielertruppe inzwischen mit ihren Filmfiguren eins ist. Spaß können die Kids mit dem Streifen aber schon haben.

Bild aus Vorstadtkrokodile 2 Nicht mal ein Jahr ist es her, dass die Jungkrokos aus dem Ruhrpott nach über 30 Jahren den Sprung von der heimischen Flimmerkiste auf die große Leinwand schafften. Natürlich nicht in der Originalbesetzung und obendrein gehörig modernisiert. Die neuen Vorstadtkrokodile scheinen bei Daniel Düsentrieb, MacGyver und Mission: Impossible in die Lehre gegangen zu sein. Trotzdem gelang es dem Film eine halbwegs nostalgische Stimmung heraufzubeschwören und das eigentümliche Flair des Ruhrpotts einzufangen; diese besondere Mischung aus Vorstadttristes, Arbeiterghetto und Kumpelatmosphäre.

Was kommerziell erfolgreich ist, wird heutzutage bald gnadenlos fortgesetzt. In Zeiten nicht enden wollender Sequels, Prequels, Remakes und Reboots, bilden die Krokos keine Ausnahme. Allerdings brauchen gute und durchdachte Geschichten ein wenig Zeit, um auszureifen, bevor sie aufs Papier gebracht und in Zelluloid gebannt werden. Es heißt nicht umsonst auch im Ruhrpott: Gut Ding muss Weile haben!

Ende 2009 ist die Finanzkrise auch bei den Vorstadtkrokodilen angekommen. Während die Kids aber noch nichts von dem Unheil ahnen, das die Existenz ihrer Familien bedrohen könnte, harren gierige Spekulanten darauf, stillgelegte Fabriken billigst aufzukaufen, um anschließend die Maschinenparks gewinnbringend nach Fernost zu verkaufen. Und wenn die Unternehmen nicht von alleine Pleite machen, wird eben ein wenig nachgeholfen. Währenddessen sind die Krokos auf der Suche nach einem neuen Hauptquartier. Fündig werden sie in einem stillgelegten Bergwerksstollen und machen es sich dort gleich wohnlich. Den im Rollstuhl sitzenden Kai (Fabian Halbig) plagen indes andere Sorgen: Über die Sommerferien verbringen seine Eltern (Maria Schrader und Smudo) einen romantischen Urlaub zu zweit und haben ihm seine ältere Cousine Jenny (Ella Maria Gollmer) - eine Art Paris Hilton für Arme - als Babysitterin aufs Auge gedrückt. Diese folgt Kai auf Schritt und Tritt und ist vom Höhlenleben der Truppe wenig begeistert. Dafür geraten aber die Jungs der Kroko-Bande beim Anblick der attraktiven Jenny in präpubertäre Wallungen.

Zwischen alldem versuchen Hannes (Nick Romeo Reimann) und Maria (Leonie Tepe) sich näher zu kommen und den ersten unschuldigen Kuss auszutauschen. In Punkto Liebe ist also allerorten viel los und sogar Hannes' Mutter (Nora Tschirner) wird von ihrem Sohn per Internet-Annonce blind verdatet. Angesichts der Tatsache aber, dass dies alles nicht wirklich eine nennenswerte Handlung produziert, mühen sich die Krokos herauszufinden, warum die Maschinen in der ortsansässigen Fabrik, die der Hauptbrötchengeber der Region ist, immer wieder ausfallen. Wenn sie die Pleite des Unternehmens nicht abwenden können, verlieren nicht nur die Eltern (Esther Schweins und Dietmar Bär) von Kroko-Bandenchef Olli und Schwester Maria Job und Haus.

Zuerst das Gute: Die Jungschauspieler haben sich inzwischen perfekt in ihre Rollen eingefunden und die vielen bekannten Gesichter, der Garde älterer Nebendarsteller aus TV und Kino, geben dem Film eine auffallende Wertigkeit. Die Dialoge sind originell und die Pointen landen meist gut getimt. Für angeregtes Amüsement ist somit gesorgt. Damit erschöpft es sich aber auch schon beinahe. Die Story - sofern solch Drehbuchgepinsel diese Bezeichnung verdient - ist dermaßen dünn, dass damit eigentlich kaum 30 Minuten sinnvoll zu füllen wären, und die Dramaturgie ist solcherart von Naivität geprägt, dass sich durchaus auch das jüngere Publikum in seinem Intellekt beleidigt fühlen könnte.

Man darf es aber ruhig noch einmal wiederholen: Die Schauspieler retten den Film fast immer; Einen kleinen Preis hat dies allerdings auch: In Kauf genommen werden muss, dass den Kids dafür oft Dialoge in den Mund gelegt worden sind, die eigentlich viel zu cool für ihr Alter wirken. Aber die jungen Zuschauer werden dies vermutlich ebenso abgefahren finden, wie eine ganze Generation männlicher Teens und Twens Sprüche wie Hasta la vista Baby! oder Yippie-Ya-Yeah Schweinebacke! in den Kultstatus erhob. Das dargebotene Liebesgeplänkel zwischen Hannes und Maria wäre allerdings zwei-drei Jahre später wesentlich glaubwürdiger gewesen - doch wer weiß: Die Zeiten ändern sich und die Kids werden immer frühreifer.

Für eine Schnellschuss-Fortsetzung ist Vorstadtkrokodile 2 insgesamt nicht schlecht gelungen, erreicht aber nicht das Niveau des ersten Teils. Dieser hatte allerdings mit dem Buch und dem Original aus dem Jahre 1977 auch exzellente Vorlagen, an denen sich orientiert werden konnte. Trotzdem hätten ein besseres Drehbuch und ein ausgereifterer Plot dem Film nicht unbedingt geschadet. Spaß ist für die Kids aber fraglos garantiert, doch zu hoffen bleibt, dass die Produzenten die Kuh nicht kaputtmelken, sondern für den nächsten Teil, der unausweichlich kommen wird, etwas mehr Hirnschmalz investieren werden.

von Dimitrios Athanassiou


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