Kaum sind Animes oder Mangas erfolgreich, besagt die Regel, dass auch eine Real-Life-Adaption des Werkes verfilmt werden muss. Diese ist in diesem Falle optisch durchaus gelungen und hat einige überzeugende und vor allen Dingen recht blutig in Szene gesetzte Actionchoreografien zu bieten. Dass dabei einige Veränderungen am Inhalt gemacht wurden, stört weit weniger als die Tatsache, dass das nicht englisch sprechende Cast mit der Sprache mehr als nur überfordert wirkt.
Gerade einmal 48 Minuten Laufzeit besitzt das japanische Anime aus dem Jahre 2000 und konnte die Genrefans so sehr begeistern, dass es im Laufe der Jahre zig Adaptionen nach sich zog. So folgten im Jahre 2001 eine Mangareihe, im Jahre 2005 eine Fernsehserie, ein Light Novel sowie das nicht zu vermeidende Videospiel. Es fehlte nur noch die obligatorische Real-Life-Verfilmung, für die der französische Regisseur Chris Nahon gewonnen werden konnte.
Rache! Dies ist der einzige Antrieb der scheinbar blutjungen Saya. Was ihr schmächtiges Äußeres jedoch nicht erahnen lässt, ist dass sie schon mehrere hunderte von Jahren auf dem Buckel hat, denn sie gehört der Gattung der Halbvampire an. Bei ihrer Jagd nach der Mörderin ihres Vaters, Onigen, kommt sie jedoch dem Militär in die Quere. Allerdings müssen sich die beiden Parteien zusammenraufen, um gemeinsam ihr großes Ziel zu erreichen.
Dass man die Geschichte ohne Veränderungen nicht auf Spielfilmlaufzeit verlängern konnte, ist klar, dass sie jedoch teilweise so wenig mit dem Original zu tun hat, dürfte die größten Fans sicherlich vor den Kopf stoßen. Wirklich störend wirkt sich diese Verlängerung der Story dennoch nicht für den Verlauf der Geschichte aus, da, wie schon beim Anime, die Action und die Inszenierung im Vordergrund stehen.
Dass Chris Nahon durchaus stimmungsvoll inszenieren kann, hat er unter anderem schon in Das Imperium der Wölfe beweisen können, doch hier liefert er seine wohl mit Abstand beste Regieleistung ab. Seine geschaffene Welt deckt sich mit der Intention des Szenarios, bietet es doch äußerst düstere Schauplätze, einen treffenden Score, sowie die notwendige bedrohliche Atmosphäre. Hinzu kommen noch die überzeugend choreografierten Kampfszenen, wie auch der etwas eigene Einsatz von CGI, der zwar gut mit der restlichen Inszenierung verschmilzt, für den Gelegenheitszuschauer jedoch mehr als nur gewöhnungsbedürftig sein wird.
Dass Gianna Jun die absolute Fehlbesetzung für Saya sein würde, da waren sich die Fans des Originales schnell einig, schließlich ist sie ausschließlich bekannt für ihre frechen, romantischen Rollen, wie beispielsweise in My Sassy Girl. Doch sie straft alle Kritiker Lügen, denn auch den ruhigen bedrohlichen Part eines Vampires kann sie mühelos meistern. Das größere Problem ist jedoch, dass viele der asiatischen Darsteller immense Probleme mit der englischen Sprache vorweisen: Diese auswendig gelernten Sätze sind teilweise so undeutlich gesprochen dass man Mühe hat, überhaupt die Dialoge zu verstehen und sich der entnervte Zuschauer schnell fragt, ob man diese Charaktere nicht mit Darstellern hätte besetzen können, die der englischen Sprache mächtig sind.
Sicherlich ist die Realverfilmung von Blood: The Last Vampire alles andere als ein Actionmeisterwerk. Gemessen an dem relativ schmalen Budget ist jedoch ein optisch durchaus ansprechender Film entstanden, der den Zuschauer von Anfang bis Ende Spaß bereiten kann. Wer sich nicht an den inhaltlichen Änderungen stört, wird kurzweilig gut unterhalten werden.