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I Love You Phillip Morris

(I Love You Phillip Morris, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

76%



Inhalt

Steven Russell führt ein beschauliches Leben, bis er eines Tages eine Nahtoderfahrung macht und beschließt, sein Leben zu ändern. Fortan steht er zu seiner bis dato versteckt gehaltenen Homosexualität und beginnt aus Geldgier eine kriminelle Karriere, was ihn hinter Gitter bringt. Dort lernt er Phillip Morris kennen, in den er sich verliebt. Nachdem Morris aus der Haft entlassen wird, setzt Steven alles daran, seiner großen Liebe nahe zu sein - und sei es mit einem Ausbruch.

Kritik

von Julian Reischl

Wertung Kritik

76%

Romantische Komödie über einen erfindungsreichen Trickbetrüger, der nur versucht, mit seiner großen Liebe ein ruhiges Leben in angemessenem Luxus zu führen - mit fremdem Geld natürlich. Die Karriere des Steven Jay Russell klingt mehr als fantastisch, was dem Unterhaltungswert des Films, dessen emotionale Wucht wirklich alles von "himmelhoch jauchzend" bis "zu Tode betrübt" umspannt, keinerlei Abbruch tut.

Bild aus I Love You Phillip Morris Steven Russells Welt bricht schon im Kindesalter zusammen, nämlich als seine Eltern ihn zu einem Gespräch ins Haus bitten. Der kleine Junge lässt seine Freunde alleine weiterspielen. Anstatt einen kleinen Anpfiff für irgendein kindliches Vergehen über sich ergehen lassen zu müssen, reißt man Steve jedoch den Boden unter den Füßen weg: Steve erfährt kurz und vermeintlich schmerzlos, dass er adoptiert ist. Von da an lebt Steven Russell jahrzehntelang ein hohles Leben nach den Vorstellungen anderer. Er singt im Kirchenchor, heiratet, wird Vater, ist unauffällig und normal, eine graue Maus. Bis er einmal fast ums Leben kommt. Da dämmert eine Erkenntnis in Steve Russell, und aus dem jungen Jedermann bricht ein völlig neuer Mensch. Denn Steve ist schwul, wusste das schon immer, und wird das jetzt nicht mehr um des lieben Friedens Willen unter Verschluss halten. Doch was noch wichtiger ist: Steve ist nicht brav. Oh nein, ganz und gar nicht.

Angetrieben von seinem neu entdeckten, bisher nicht angerührten Lebensmut aus rund 30 Jahren, trennt Steve sich von seiner Familie und lebt das "high life", in dem er sich nun sieht - jeder Tag könnte ja der letzte sein. Für diesen Lebensstil reicht natürlich das Gehalt nicht, und so beginnt Steve, sich eben auf andere Weise Geld zu besorgen. Die kriminelle Karriere des Steve Russell hat begonnen.

Im Gefängnis lernt Steve den jungen Phillip Morris kennen und findet in ihm und mit ihm die Liebe seines Lebens. Für Phillip holt Steve die Sterne vom Himmel und wächst über sich hinaus - mehrfach. Was als kleinkriminelle Karriere angefangen hat, entwickelt sich bald zu einer Art "Bonnie und Clyde"-Lebenslauf, bei dem allerdings Steve die kriminelle Energie sowohl Bonnies als auch Clydes in sich vereint, und Phillip lediglich den Part des auf Händen getragenen Verehrten übernimmt.

Uninformierte gehen natürlich mit einer Menge Vorurteile ins Kino. Was, eine romantische Schwulenkomödie, noch dazu mit Jim Carrey? Das wird bestimmt wie ein schwules Dumm und Dümmer! Ein Schenkelklopfer vom Feinsten! Doch dass Carrey auch anders kann, hat er ja nicht nur mit Die Truman Show und Der Mondmann bewiesen, Liebhaber von Flachwitzen vom Niveau deutscher TV-Unterhaltung und Homophobiker werden definitiv nicht auf ihre Kosten kommen.

Tatsächlich legen Jim Carrey und sein weitgehend gleichberechtigter Filmpartner Ewan McGregor die Messlatte für Filme mit homoerotischem Aspekt sogar ein gutes Stück höher. Denn I Love You Phillip Morris ist einfach nur eine romantische (Gauner-) Komödie, deren Hauptfiguren halt schwul sind. Der letzte Film, in der die Homosexualität seiner Hauptfiguren so selbstverständlich vermittelt wurde, war Milk, mit dem Unterschied, dass hier die sexuelle Orientierung von Steve und Phillip keinerlei Auswirkungen auf den Rest des Filmes hat - bis auf die Schlüsselszene vielleicht, in der Steve sich entscheidet, zu seinem Wesen zu stehen. Es könnte sein, dass dieser Film der erste ist, in dem die Hauptfiguren ganz ohne weitere Thematisierung eben schwul sind.

Als Räuberpistole funktioniert der Film ganz großartig, Steves immer wildere Anstrengungen, zu Geld zu kommen, aus dem Gefängnis zu kommen oder auch etwas zum Beeindrucken von Phillip auf die Beine zu stellen, sind gewaltig unterhaltsam. Umso beeindruckender ist, dass die Geschichte auch noch auf der Biographie des echten Steven Jay Russell, geboren 1957, basiert.

Der kurzweilige Streifen wartet mit der perfekten Mischung aus Humor, Romantik und Spannung auf. Betrachtet man den Sex & Crime-Aspekt, bleibt dem Hetero-Zuschauer überdeutliche homosexuelle Aktivität weitgehend erspart (es bleibt bei Küssen im Gegenlicht und Andeutungen weiterer Handlungen), wohingegen die sich stets weiterentwickelnden Con-Artist-Künste von Steven Russell den größten Teil des Films ausmachen. Lediglich die Rolle von Phillip Morris hätte stärker ausgebaut werden können. Doch was soll's, der Film ist trotzdem ein einmaliges Vergnügen.

Keine weitere Wertung


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