Trotz der ernsten Thematik ist dieser Film zu keinem Zeitpunkt nur Drama, sondern gleichzeitig ein von Detlev Buck stimmungsvoll inszeniertes Pladoyer für die wahre grenzenlose Liebe, das dank der hervorragenden Harmonie der beiden Hauptdarsteller für den nötigen Realismus sorgt und sicher jedes Herz im Sturm erobern wird.
Die besten Geschichten schreibt noch immer das Leben. So abgedroschen dieser Satz auch klingen mag: Im Falle der Geschichte des Benjamin Prüfer und dessen Liebe zu einer kambodschanischen Bardame könnte diese Formulierung treffender nicht sein. Dies scheint auch Detlev Buck bemerkt zu haben, der für seine erste reine Liebesgeschichte auch seine alten Bekannten David Kross und Michael Ostrowski mit an Bord holen konnte.
Der Rucksacktourist Ben wollte in seinem Urlaub in Kambodscha vor allen Dingen eines: Spaß haben. Dank des Wechselkurses werden er und sein Kumpel Ed als reiche Leute angesehen, die sich von ihrem Vermögen lange Nächte mit Alkohol, Drogen und Sex ohne Probleme leisten können. Nachdem Ben jedoch eine Nacht mit der Prostituierten Sreykeo verbracht hat, verliebt er sich Hals über Kopf in die schöne Kambodschanerin. Doch nicht ihr Beruf oder die geografische Entfernung stellen das größte Problem in ihrer Beziehung dar: Sreykeo ist mit dem HIV-Virus infiziert.
Wie nah sich der Film an die Buchvorlage Wohin du auch gehst, bzw. die wahre Geschichte des Benjamin Prüfers hält, kann man als Nichtleser des Romans nicht sagen. Fakt jedoch ist, dass Detlev Buck seinen Film ehrlich und ohne Rücksicht auf Sympathieverluste seiner Hauptcharaktere erzählt. Dabei umschiffen die Drehbuchautoren dieser ergreifenden Geschichte gängige Lovestory-Klischees und geben ihr den nötigen Realismus indem sie Schattenseiten im Kampf um die Liebe nicht außen vorlassen und ihre Charaktere nah am wahren Leben zeichnen.
Ginge man nur nach der Inszenierung, würde man sich wohl zu keinem Zeitpunkt in einer Love-Story wähnen, so hart und kompromisslos wirken die Bilder an manchen Stellen, wenn sich die von Detlev Buck geschaffene Atmosphäre meist dem Stimmungsbild der Charaktere anpasst. Dabei trifft er sowohl in den glücklichen, als auch in den frustrierenden Momenten nahezu immer den richtigen Ton, was auch durch die hervorragende Kameraarbeit und den nahezu perfekten Musikeinsatz noch verstärkt wird. Sehr positiv ist zudem zu erwähnen, dass darauf verzichtet wurde, den Film komplett auf Deutsch zu synchronisieren und somit das Problem der Sprachbarriere ein Bestandteil dieses Werkes ist.
Mit David Kross in der Hauptrolle hat man natürlich den wohl besten Jungstar Deutschlands vor die Kamera holen können, der jüngst schon in Der Vorleser beweisen konnte, dass er auch englischsprachige Rollen hervorragend meistern kann. Dies ist ihm hier wieder von Nutzen, ist doch der Großteil seiner Rolle in englischer Sprache zu absolvieren und erneut meistert er hier seine Aufgabe mit Bravour. Gleichzeitig lebt der Film auch von seiner hervorragenden Chemie mit der jungen, ebenso talentierten Apinya Sakuljaroensuk, so dass zu keiner Sekunde Zweifel an den Gefühlen der beiden Hauptcharaktere aufkommen mag.
Gute Liebesgeschichten werden immer mehr zur Mangelware. Speziell aus dem deutschen Raum gibt es nur wenige romantische Filme, die den Zuschauer so tief berühren, dass sie ihm ans Herz gehen. Zuletzt ist dies Til Schweiger mit seinem hervorragenden Barfuss gelungen und dank Detlev Buck haben wir mit Same Same But Different nun endlich wieder einen deutschen Vertreter seines Genres, der Freunden des romantischen Kinos uneingeschränkt zu empfehlen ist.