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Black Hawk Down war das Codewort für einen abgestürzten Helikopter, das beim Einsatz von US Elitesoldaten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu am 03. Oktober 1993 gleich zweimal über den Äther ging. Die Soldaten hatten den Auftrag, mehrere enge Vertraute des somalischen Warlords Mohamed Farrah Aidid gefangen zu nehmen. Doch der mäßig geplante, aber äußerst riskante Einsatz konnte auf Grund der beiden abgeschossenen Helikopter nicht planmäßig durchgeführt werden und endete im größten Feuergefecht amerikanischer Soldaten seit dem Vietnam Krieg. Bei dem Einsatz verloren 18 Soldaten ihren ihr Leben und 73 wurden verletzt. Auf somalischer Seite wurden die Toten auf ungefähr 500 geschätzt.
Lang nachdem das Thema Somalia von der außenpolitischen Bühne verschwunden war, brachte Mark Bowden, ein Journalist des The Philadelphia Inquirer, sein Buch "Black Hawk Down: A Story of Modern War" auf den Markt. Noch bevor das Buch 1999 in den Läden erhältlich war, fiel es Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer in die Hände. Selbiger war von dem Material begeistert und setzte sich kurz darauf mit Gladiator Regisseur Ridley Scott in Verbindung. Zusammen stellten sie das Projekt Black Hawk Down auf die Beine und schufen einen beeindruckenden Kriegsfilm.
Will man die Handlung von Black Hawk Down am besten auf den Punkt bringen, so verweißt man am besten auf die erste halbe Stunde von Steven Spielbergs Der Soldat James Ryan. Ridley Scott konzentriert sich in seinem Film schlicht und ergreifend auf das Wesentliche und stellt in 150 Minuten den Kampfeinsatz der amerikanischen Soldaten in Mogadischu nach. Zu Beginn des Films wird kurz mit einigen prägnanten Sätzen der politische und geschichtliche Hintergrund dargelegt, doch das war auch schon fast alles an Vorgeschichte, was uns in dem Film präsentiert wird.
Auch die einzelnen Soldaten werden vor dem Einsatz nicht großartig vorgestellt, erst während des Kampfes ist es dem Zuschauer möglich einige Charakterzüge der Soldaten zu erhaschen. Neben bekannteren Gesichtern wie Josh Hartnett, Ewan McGregor und Tom Sizemore, auf die man unweigerlich besonders achtet, spielt sich vor allem der australische Import Eric Bana in den Vordergrund. Er spielt den unerschrockenen Delta Force Soldaten Gibson und gefällt als draufgängerische aber gleichzeitig wohl kalkulierender Einzelkämpfer. Aber auch die anderen Darsteller verrichteten alle samt eine sehr gute Arbeit und machten als kurzgeschorene Elitekämpfer eine gute Figur.
Nach Jerry Bruckheimers letzten Produktionen war man doch etwas skeptisch, ob er aus diesem Material einen ernstzunehmenderen Film schneidern könnte. Zumal es in Black Hawk Down hauptsächlich um Heldentum und um den Kampf für seinen linken und rechten Nebenmann geht. Vor allem die oberste Direktive der US Streitkräfte, niemals einen Kameraden zurückzulassen, muß man dem Publikum glaubhaft und kitschfrei servieren. Doch dank der besonnenen und feinfühligen Inszenierung von Ridley Scott gibt es hier kein Armageddon Heldentum, sondern einfach nur Soldaten die in einer Extremsituation über sich hinauswachsen und heldenhafte Taten vollbringen.
Auch im Punkto Action und Effekte kann Black Hawk Down überzeugen. Die zahlreichen Feuergefechte waren packend und abwechslungsreich inszeniert und vermittelten teilweise den Eindruck, man würde selbst in den staubigen Straßen von Mogadischu mitten im Kugelhagel stehen. Nur die vereinzelten ekligen Wunden oder Operation hätte man sich eventuell schenken können, da der Film auch ohne sie hervorragend ausgekommen wäre. Untermalt von einem sehr gut passenden Score des deutschen Komponisten Hans Zimmer, entfalten die einzelnen Szenen erst ihre Wirkung auf den Zuschauer. Regisseur Ridley Scott fand nach seiner letzten Übeltat Hannibal wieder zu alter Stärke zurück und fotografierte mit Black Hawk Down ein authentisches und ernstzunehmendes Kriegsdrama. Gerade jetzt wo das Thema Somalia wieder mehr und mehr ins weltpolitische Rampenlicht rückt, sollte man diesen erfolglosen UN Einsatz, der 1993 auf Grund der im Film geschilderten Ereignisse endete, nicht in Vergessenheit geraten lassen. |