Die 4. Revolution - Energy Autonomy Poster

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Die 4. Revolution - Energy Autonomy

(Die 4. Revolution - Energy Autonomy, 2010)

Dt.Start: 18. März 2010 Premiere: März 2010 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Dokumentation
Länge: 83 min Land: Deutschland
Darsteller: n/a
Regie: Carl A. Fechner
Drehbuch: nicht bekannt


Inhalt

Die vierte Revolution: Eine Zukunft rein aus erneuerbaren Energien und eine gerechtere Verteilung allen Kapitals. Diese Vorstellung scheint aktuell noch Zukunftsmusik zu sein, doch verschiedenste Projekte und Firmen zeigen, wie mittels Solar- und Windkraft Energie ökonomisch und ökologisch wertvoll gewonnen werden kann. Dokumentarisch führt uns der Film heran an Häuser, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen und zeigt uns Familien, die mit erneuerbaren Energien ihren Lebensunterhalt finanzieren.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die 4. Revolution - Energy Autonomy hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 87%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Die 4. Revolution - Energy Autonomy hat eine Wertung von 87%
Es hat rund 10.000 Jahre gedauert. Dreimal gab es in dieser Zeit einen großen Umbruch im Leben der Menschheit. Von Jägern und Sammlern zu einer agrarorientierten Gesellschaft, anschließend zu einer industriellen und zuletzt zu einer Dienstleistungs- wie Mediengesellschaft. Den ausstehenden Wandel könnte der Umbau der Energieversorgung darstellen. Weg von den fossilen Trägern, hin zu effizienten erneuerbaren Quellen. Warum wird das aber immer wieder in eine nicht näher definierte Zukunft verlegt? Carl-A. Fechner geht dieser Frage auf die Spur und liefert einen echten Augenöffner. Absolut sehenswert.

Bild aus Die 4. Revolution - Energy Autonomy Nach Meinung manch eines innovativen Geschäftsmannes werden in Zukunft drei Märkte die Wirtschaft hauptsächlich bestimmen: Das sich immer weiter verzweigende und schneller wachsende Internet; die Raumfahrttechnik, wegen des Bestrebens der Menschheit in den Weltraum zu expandieren; und der Umbau der Energiewirtschaft, weg von fossilen Trägern und der Atomenergie, hin zu regenerativen Quellen. Dass an dem Internet als wichtigstes Medium von Gegenwart und Zukunft nichts mehr vorbei geht und sich die Uhr nicht mehr auf eine Zeit vor dem World Wide Web zurückstellen lässt, ist völlig klar. Ob die Menschheit alsbald den Weltraum bevölkern wird, sei dahingestellt. Sicher ist aber, dass wir nicht mehr weiter in der Art und Weise mit den Ressourcen dieses Planeten umgehen dürfen, wie wir es bisher taten.

Immer heißt es aber, die Technologien wären noch nicht soweit, alle konventionellen Energiesysteme komplett zu ersetzen; in 15 oder 20 Jahren vielleicht, hört man immer wieder. Manch ein Experte behauptet gar, der Energiehunger der Welt würde so rasch wachsen, dass alternative Energiekonzepte von der Effizienz her gar nicht in der Lage sein können, den immer größer werdenden Bedarf zu decken. Außerdem wären diese ganzen "Grünen Technologien" sehr teuer und demnach wäre der damit produzierte Strom ebenfalls zu teuer. Mit Hilfe solcher Argumente werden anschließend die Laufzeiten der kostengünstigen wie "überaus sicheren" Atomkraftwerke verlängert. Geht es tatsächlich nicht anders - und stimmen die Aussagen, der großen Energiekonzerne?

Der Film von Carl-A. Fechner nimmt eine entschiedene Gegenposition ein. Doch es geht nicht um inhaltslosen und emotionalen Umweltaktivismus: Bei den zu Worte kommenden Personen, die sich für einen raschen Umstieg weg von konventionellen Energieträgern aussprechen, finden sich clevere Geschäftsleute, engagierte Politiker und sogar Nobelpreisträger - alles andere als ein Wildwuchs aus "Ökofuzzis". Alle vertreten einhellig eine Meinung: Der Anfang vom Ausstieg ist bereits heute möglich, und eine Totalumstellung auf regenerative und alternative Energiekonzepte kann innerhalb von wenigen Jahren gelingen. Allein der Wille fehlt - und selbst dort, wo er vorhanden wäre, gibt es Kräfte, die alles tun, um dies zu verhindern.

OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder), Mineralöl- und Energie-Konzerne, Versorger, Vertreter der Energiewirtschaftsverbände sowie multiple Formen von Lobbyisten; keiner von denen hat auch nur das geringste Interesse daran, dass sich an den politischen wie ökonomischen Strukturen etwas ändert. Warum auch ein goldenes Kalb schlachten? Die Verflechtungen sind so komplex und gehen mitunter so weit, dass im Prinzip an jeder Entscheiderstelle, der Politik und Wirtschaft, jemand sitzt, welcher für die Interessen der traditionellen Energiewirtschaft arbeitet. Was sich spontan nach einem Michael-Mooresken-Verschwörungsszenario anhört, beinhaltet auf jeden Fall mehr als nur einen Funken Wahrheit.

Die Protagonisten von Die 4. Revolution - Energy Autonomy legen Zeugnis ab. Die vorgestellten Konzepte sind dabei ebenso revolutionär wie simpel und nachvollziehbar: Die Kombination von Wind- und Solarkraft, sowohl mit Großanlagen, wie dezentralen kleineren Systemen, bis hin zur hauseigenen Photovoltaik-Anlage, wird in Zukunft dafür garantieren, dass jede Stadt, Gemeinde und Haushalt unabhängig von zentral bereitgestellter Energie sein wird. Hinzu kommen hocheffiziente Speichersysteme und Bauweisen, welche die Energieeffizienz von Gebäuden auf einen nie gekannten Wirkungsgrad heben. Und das alles ist keinesfalls Science Fiction. Alle diese Technologien existieren bereits, werden teilweise schon erfolgreich eingesetzt. Es scheint also wirklich möglich umzusteigen - ein generelles Umdenken vorausgesetzt.

Die 4. Revolution - Energy Autonomy ist die perfekte Ergänzung zu Dokumentationen wie Eine Unbequeme Wahrheit oder jüngst Plastic Planet. Der Film rüttelt auf, ohne aus der anderen Seite den Satan samt Schweif und Schwefelaroma zu kreieren. Gut schneidet die alteingesessene Energiewirtschaft dennoch nicht ab. Das war auch kaum anders zu erwarten. Die Dokumentation ist streng genommen auch keine journalistische Arbeit, die sich auf Dialektik verlegt. Es handelt sich ganz klar um einen augenöffnenden Entwurf und somit ist die Doku auch im besten Sinne plakativ und emotionalisierend. Dass sie am Ende allzu Werbespot-look-alike gerät, verwischt aber nicht die Stichhaltigkeit der Grundaussage, wenn auch die finale Berieselung zu sehr an einen farbenfrohen Zeugen-Jehova-Kalender erinnern mag.



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