Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Das weiß doch jedes Kind. Dieses Motiv tauchte bereits in zahlreichen Familienfilmen auf und konnte immer wieder aufs Neue die Herzen zum Schmelzen bringen. Doch wie wichtig die Hunde für die Menschheit tatsächlich sind, macht sich Cats & Dogs - Wie Hund und Katz zum Thema. Hier werden die Hunde zu Spezialagenten, die die Menschheit vor einer Knechtung durch die bösen Katzen beschützen und das schon seit der Zeit des alten Ägypten. Damit warten Glenn Ficarra und Co. mit einer witzigen Idee auf, verspielen aber äußerst viel Potential durch zu flache Charaktere und fehlende Handlung über die gesamte Laufzeit. Damit bleibt ein Film, der Kinder sicherlich begeistern und unterhalten kann, der für das ältere Publikum aber nur wenige sehenswerte Momente bereit hält.
Ein Hund namens Beethoven eroberte 1992 die Herzen unzähliger großer und kleiner Kinogänger und ist auch heute noch durchaus präsent. Kein Wunder, der Hund ist und bleibt nunmal des Menschen bester Freund. Seither gab es zahlreiche weitere Hund-Mensch-Filme, zuletzt beispielsweise Marley & Ich oder Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft. Auch Cats & Dogs - Wie Hund und Katz mutet in den ersten Sekunden wie ein derartiger Film über die Freundschaft zwischen einem Hund und seinem Besitzer an, schlägt dann aber eine witzige und etwas andere Laufbahn ein.
In Wirklichkeit sind die Hunde nämlich deutlich mehr, als "nur" beste Freunde und Hüter der Familie. Eigentlich beschützen die Hunde die gesamte Menschheit, nämlich vor der Schreckensherrschaft der gnadenlosen Katzen. Dieses Verhältnis begann im alten Ägypten mit der Befreiung der Menschen und hält bis heute an. Bis die fiese Katze Mr. Tinkles auf der Bildfläche erscheint und einen grausamen Plan der Weltherrschaft in die Tat umzusetzen versucht. Im Mittelpunkt dieses Unterfangens steht die Familie Brody. Vater Brody ist ein Wissenschaftler, der an einem Mittel arbeitet, welches die Hundeallergie von Menschen heilen soll. Diese Entdeckung versuchen die Katzen natürlich mit allen Mitteln zu verhindern. Als der eigentliche Hütehund der Brodys ge"cat"napped wird, muss ein neuer Agent her. Blöd nur, dass versehentlich der absolut unerfahrene aber herzallerliebste Beagle Lou von der Familie aufgenommen wird, anstelle eines hochausgebildeten Agenten. Aufgrund von Zeitmangel muss der alteingesessene Agent Butch das Beste aus der Situation und aus dem Jungen möglichst einen Agenten machen.
Die Geschichte und die Grundidee dahinter wissen durchaus zu gefallen. Es sorgt immer für Erheiterung, wenn man Tiere in eine für sie eigentlich untypische, meist rein menschliche, Rolle steckt. Auf dieses Prinzip wurde auch nach Cats & Dogs - Wie Hund und Katz noch häufiger gesetzt, wie beispielsweise bei G-Force. Doch leider macht dieser Aspekt alleine noch keinen guten Film. Fehlen die dazugehörigen Charaktere und eine witzige und knackig erzählte Handlung, so kann auch ein noch so guter Einfall nicht über eine Laufzeit von fast 90 Minuten retten.
Leider ist genau das das Problem bei Cats & Dogs - Wie Hund und Katz. Die Charaktere sind oberflächlich und entwickeln sich über den Verlauf der Handlung nicht nennenswert weiter. Der kleine Lou, der natürlich schon allein durch sein Welpen-Verhalten zu gefallen weiß, ist und bleibt ein verspielter Welpe, der sich so gut wie möglich durch die Agenten-Welt beißt. Kindern wird dies sicherlich gefallen, da sie sich damit auch ein Stück weit identifizieren können, aber für Erwachsene fehlt hier einfach das gewisse Etwas. So ist es auch mit allen anderen tierischen wie menschlichen Charakteren. Jeff Goldblum in der Rolle des Wissenschaftlers, der nichts anderes als seine Forschung im Kopf hat und darüber seinen Sohn Scotty sträflich vernachlässigt, ist vielleicht anfangs noch ganz amüsant, wird aber irgendwann nur noch langweilig und nervtötend. Elizabeth Perkins, die Mama Brody mimt, dient sogar nur als Mittel zum Zweck und tritt nicht weiter in Erscheinung.
So zieht sich die Handlung mit ein paar Actionelementen, wie einer Ninja-Katze, dahin, ohne wirkliche Höhepunkte. Ein paar witzige Einfälle, wie beispielsweise die "Weltherrschaftsbroschüre" des Katzenanführers, kann man dem Film zwar durchaus nicht absprechen, über die gesamte Laufzeit gesehen sind diese Einfälle aber zu wenig und zu dünn gesät. Hier hätte in Sachen Handlung deutlich mehr geboten werden müssen.
Zu Gute halten muss man dem Film, dass er mit wirklichen Tieren arbeitet und diese, neben ihrem Dasein als Agenten, auch weitgehend Tiere sein lässt. Während bei G-Force Meerschweinchen unnatürlicherweise als Süßigkeiten-Liebhaber dargestellt werden, hat man bei Cats & Dogs - Wie Hund und Katz von derartigen Abwandlungen weitestgehend abgesehen. Die Effekte, die zum Einsatz kommen, wirken für heutige Standards natürlich teils etwas plump, sind aber für einen derartigen Kinderfilm sicherlich ausreichend und verleihen dem ganzen einen gewissen Charme.
Alles in allem ist Regisseur Lawrence Guterman und Drehbuchautor Glenn Ficarra, für die der Film jeweils das Erstlingswerk darstelle, ein solider Kinderfilm gelungen, der die kleinen Kinogänger sicherlich unterhalten und erheitern kann. Leider schafft er es aber nicht, die Qualität eines Pixar-Films zu erreichen, der durch seine Charaktertiefe und gute Handlung auch das ältere Publikum in seinen Bann zieht und zu begeistern weiß. Es bleibt abzuwarten, ob Cats & Dogs - Die Rache der Kitty Kahlohr, der für 2010 geplant ist, diese Schwächen ausmerzen können wird und sich in eine Liga mit Findet Nemo oder Cars katapultieren kann. Der erste Teil ist von diesen Höhen leider noch zu weit entfernt.