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Zu scharf, um wahr zu sein

(She's Out of My League, 2010)

Dt.Start: 29. April 2010
DVD: 09. September 2010
Premiere: März 2010 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Romanze
Länge: 104 min Land: USA
Darsteller: Alice Eve (Molly), Jay Baruchel (Kirk Kettner), Krysten Ritter (Patty), Mike Vogel (Jack), Lindsay Sloane (Marnie), Geoff Stults (Cam), Jasika Nicole (Wendy), Debra Jo Rupp (Mrs. Kettner), Kim Shaw (Katie), Hayes MacArthur (Ron)
Regie: Jim Field Smith
Drehbuch: Sean Anders, John Morris


Inhalt

Kirk ist ein unscheinbarer Durchschnittstyp. Eines Tages lernt er mit Molly die vermeintlich perfekte Frau kennen, die sich auch noch für ihn interessiert. Seltsam daran ist, dass Molly eigentlich zu sexy und gut aussehend ist, um etwas von Kirk zu wollen. Das denkt nicht nur er selbst, sondern auch sein gesamtes Umfeld. Umso mehr versucht er deshalb, zu beweisen, dass er solch eine Wahnsinnsfrau halten kann, auch wenn sie eigentlich in einer ganz anderen Liga spielt als er.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Zu scharf, um wahr zu sein hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 45%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Zu scharf, um wahr zu sein hat eine Wertung von 45%
Nicht jede schräge Boy-Meets-Girl-Story beschert gleich Schenkelklopferhumor. Manchmal reicht es, eine leicht merkwürdige Liebesgeschichte zu erzählen, in der die bekannten Klischees wie Stereotypen der freakig-derben Hausnummer etwas weichgespült wurden, um ruhigere und charmantere Pfade einzuschlagen. Vom Prinzip her möglicherweise nett angedacht, aber bei Zu scharf, um wahr zu sein, der Story um einen gerade mal durchschnittlichen Typen, in den sich eine scharfe Braut verliebt, wurde viel zu unkreativ mit diesem Ansatz umgegangen, als dass der Film wirklich viel Spaß machen könnte.

Bild aus Zu scharf, um wahr zu sein Der Loser und das Superbunny: oder der Traum jedes 08/15-Typen, dass sich eine echte Sahneschnitte wegen seiner inneren Werte in ihn verliebt. Aus dieser Grundkonstellation machte Tony Scott 1993 aus Quentin Tarantinos Drehbuch einen echten Kultfilm: True Romance. Ganz so abgefahren und derbe geht es in Zu scharf, um wahr zu sein aber nicht zu. Der Protagonist ist auch kein schräger Nerd, dem in Visionen Der King erscheint; er ist schlichtweg ein Normalo, der kaum jemandem auffallen würde.

Kirk (Jay Baruchel), von physisch wenig beeindruckender Statur, ist ein totaler Durchschnittstyp. Er arbeitet beim Sicherheitspersonal des Flughafens und träumt insgeheim davon, eines Tages selbst Pilot zu werden, weiß aber in seinem Inneren, dass es wohl beim Träumen bleiben wird. Mit den Frauen läuft es auch nicht besonders gut: Seine Ex, Marnie (Lindsay Sloane), arbeitet ebenfalls am Flughafen und hat bereits einen Neuen. Und weil sie sich immer noch prima mit Kirks Eltern versteht, bringt sie ihren neuen Lover am Wochenende zum Essen bei Kirks Familie gleich mit. Für seine Freunde ist Kirk ein echter Waschlappen, da er sich so was bieten lässt. Er hofft aber insgeheim immer noch, eines Tages wieder mit seiner alten Flamme zusammen zu kommen.

Aber selbst einer wie Kirk hat mal Schwein. Eines Tages vergisst Molly (Alice Eve), eine äußerst attraktive Blondine, ihr Handy bei der Kontrolle im Sicherheitsbereich. Als Kirk ihr das Handy zurückbringt, ist er ihr "Lebensretter". Sie möchte sich für diese Tat gerne revanchieren und lädt ihn zu einem Eishockematch seines Lieblingsteams ein - mit Plätzen in der ersten Reihe. Kirk ist zwar ganz weg von Molly, kann sich aber nicht einmal in seinen kühnsten Phantasien vorstellen, dass sie wirklich Gefallen an ihm finden könnte. In seinen Augen ist sie die absolute Traumfrau: bildhübsch, kultiviert, intelligent und aus gutem Hause. Sie scheint schlichtweg makellos.

Ein wenig Situationskomik, gepaart mit altbewährtem Dialogwitz. Dazu ein paar Pointen, die noch aus der Resteverwertung von American Pie übrig blieben, sowie einige Highsociety-Plattitüden und pseudosatirische Motive, die an White-Trash-Persiflagen erinnern, aber nie ernsthaft versuchen, dem Film eine besondere Richtung zu verleihen; das ist kurz zusammengefasst Zu scharf, um wahr zu sein. Selbstverständlich wird bei dem Streifen aber im Grunde mit allen erdenklichen Klischees und Stereotypen gearbeitet: Kirks Familie besteht aus peinlichen, aber lieben Prolos, Mollys Eltern sind typische Oberschichtspießer und ihre beste Freundin ist eine elitäre Zicke, die von Kirk nicht allzu viel hält; während seine Kumpels eine bunte Vielfalt männlicher Schablonen abgeben: vom netten Dicken, der verheiratet ist, über den immergeilen Freak, bis hin zum Frauenversteher. Aber alles irgendwie mit angezogener Handbremse.

Die meiste Zeit plätschert der Film eher geplapperlastig ohne nennenswerte Höhepunkte dahin. Die spärlichen Pointen erscheinen dementsprechend dann mitunter lustiger, als sie vermutlich wirklich sind. Fremdschämen ist aber in der Show inbegriffen, das scheint bei solch einer Grundstory zum Pflichtprogramm zu gehören. Im Prinzip erinnert Zu scharf, um wahr zu sein vom Plot her ein wenig an Jungfrau (40), männlich, sucht ... ist aber insgesamt viel zu zahm gehalten, um schlussendlich damit mithalten zu können. Der Streifen mag somit nett angedacht sein und gerade wegen seines eher unaufgeregt-unspektakulären Charakters sich von hysterisch-überdrehten Komödien unterscheiden, aber mehr als etwas grundsätzliche Sympathie vermag ihm das nicht einzubringen. Es mangelt zu sehr an Neureiz, da den altbekannten Elementen leider nichts Eigenes beigemischt wurde. Für das Warming-up zu einem Comedy-Videoabend könnte er aber gerade noch einigermaßen tauglich sein.



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