
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Sexy Beast(Sexy Beast, 2000)
| Dt.Start: |
27. Juni 2002
|
 |
Premiere: |
13. September 2000 (Toronto Film Festival, Kanada) |
| FSK: |
ab 16
|
Genre: |
Komödie, Krimi, Drama |
| Länge: |
88 min
|
Land: |
UK, Spanien |
|
Darsteller:
|
Ray Winstone (Gal), Ben Kingsley (Don Logan), Ian McShane (Teddy Bass), Amanda Redman (Deedee), Cavan Kendall (Aitch), Julianne White (Jackie), Alvaro Monje (Enrique), James Fox (Harry), Robert Atiko (Andy), Nieves del Amo Oruet (Flugbegleiterin), Enrique Alemán Fabrega (Pilot), Gérard Barray (spanischer Beamter), José Ma Cano Ramos (Felipes Freund), Desirée Erasmus (Jean) |
|
Regie:
|
Jonathan Glazer |
|
Drehbuch:
|
Louis Mellis, David Scinto |
|

Inhalt
Irgendwo in der sonnigen Hitze Spaniens hat sich der Gangster Gal von seinen kriminellen Tätigkeiten verabschiedet und genießt mit seiner Frau Deedee, seinem Freund Aitch und dessen Frau Jackie ein ausgedehntes Nichtstun, für immer wie er glaubt. Doch dann taucht Logan auf, ein fleischgewordener Alptraum der Gal zu einem letzten großen Coup überreden will. Als dieser sich weigert, bricht die Hölle auf Erden los und Logan steigert sich immer weiter in aufbrausendes Hysteriegeschrei hinein, schreit alles und jeden in Grund und Boden. Langsam, fast lautlos aber sehr intensiv eskaliert die Situation. |  |
|

|
Max Cady (Kap der Angst): Tatootapezierter Racheberserker, saß 14 Jahre wegen Vergewaltigung im Gefängnis und macht sich jetzt einen heiden Spaß daraus der Familie seines damaligen Anwaltes Sam Bowden die Hölle auf Erden zu entflammen. Robert de Niro reißt mit seiner Performance den Zuschauer für die nächsten paar Jahre aus dem sicheren Schlaf. Hausboote werden nach diesem Film nie wieder das selbe sein. Henry (Henry - Portrait of a Serial Killer): Lebensgefrusteter Hau-drauf-Prolet der auch mal gerne Anhalter in praktische Stückchen zerschnippelt und dann formschön in olle Reisetaschen verpackt. Michael Rooker spielt dermaßen real das man ihn erschüttert schnell gern wieder vergessen möchte aber einfach nicht vergessen kann. Fernseher werden nach diesem Film nie wieder das selbe sein. Hannibal Lecter (Das Schweigen der Lämmer): Schlaukopf-Slasher der seine Opfer zum fressen gern hat, auch mal für nette FBI-Agentinnen den Übervater spielt und lecker Hirn zum Abendessen kredenzt. Sir Anthony Hopkins setzt sich in der Rolle des Dr.Lecter tief im Bewusstsein des Zuschauers fest und breitet sich schleichend aber erbarmungslos immer weiter aus, ein Virus des Grauens. Chianti wird nach diesem Film nie wieder der selbe sein.
Wenn Ihr jetzt denkt schon alles gesehen, glaubt die schlimmsten Berserker der Filmgeschichte überlebt zu haben, dann muß ich Euch leider Eurer Sicherheit entsagen: Don "Malky" Logan (Sexy Beast): Alles niederwalzender Cockney-Bestie die in ihrer zerfleischenden Persönlichkeit die oben genannten Herren zu einer Bande weichwaschiger Kindergartenpupis degeneriert. Im Lexikon wird ab jetzt unter dem Begriff Bad-Ass-Psychopath Ben Kingleys Foto abgebildet sein. Nur selten schafft es ein Schauspieler die Leinwand unter wilden Flüchen und brodelnder Wut derart zum kochen zu bringen und die Angst des Zuschauers bis aufs Blut zu entbrennen. Gandhi wird nach diesem Film nie wieder der selbe sein.
Eigentlich war ja alles klar: Ein Gangster der sich zur Ruhe setzt und von einem der ganz großen zu einem letzten Coup überredet werden soll. Das bedeutet normalerweise schwitzende Tough-Guys die sich, ihrer Männlichkeit selbstsicher, in dicken Zigarrenrauch hüllen, dreckig lachen und nette Beiwerktussis um sich versammeln. Aber irgendwie kam dann doch alles anders und ich erlebte unter dem wohligem Summen meines DVD Players eine saftige Überraschung. Mit sicherer Hand und in eigener Vision führt uns der Regisseur Jonathan Glazer (Namen merken!) durch sein Spielfilmdebüt und überrascht bei einem durch und durch ausgereizten Thema mit neuen Perspektiven, optisch wie auch inhaltlich. Nach einem stimmigen Anfang der wohl in die Filmgeschichte als einer der lässigsten überhaupt eingehen wird, schließt man vielleicht zuerst auf eine skurrile Komödie wird aber im weiteren Verlauf des Films durch permanente Schläge ins Gesicht eines besseren belehrt.
Noch während die Stranglers aus dem Off flockig die Anfangsszenerie untermauern bahnt sich langsam aber unaufhaltsam und unaufhaltbar langsam einer der miesesten Bastarde der Filmgeschichte an und der Coup dabei ist (Trommelwirbel) das er von niemandem Geringeren als Ben Kingsley dargestellt wird. Ben Kingsley! Der Mann hat uns alle als Gandhi zu Tränen gerührt, als zerbrechlicher Itzhak Stern bis ins Mark erschüttert. Die sonst eher gemächliche Geschichte trudelt unerbittlich einer apokalyptischen Explosion entgegen nachdem Ben Kingsley ins Spiel kommt und selbst hartgesottene Gangster in wimmernde Häufchen zusammenbrüllt. Ein Feuerball an purer Boshaftigkeit, leider schon ein Stück zu realistisch als das man mit ihm darüber sympathisieren könnte. Mr. Kingsley wirkt so dermaßen locker und spielt, als wenn es das normalste der Welt sei so gut zu sein, das einem das Hirn Kapriolen schlägt. Oscar! Aber bitte sofort!
Und der Film selbst? Gewarnt sei jeder der ein Bildfeuerwerk à la Snatch - Schweine und Diamanten erwartet, denn hier werden ruhige Töne angeschlagen und der Regisseur verlässt sich mehr auf seine Darsteller und ein gekonntes Verknüpfen von Emotion und Atmosphäre. Er hält dabei erstaunlich sicher die Waage zwischen den verschiedensten Richtungen die der Verlauf der Geschichte einschlägt und besticht mit einer Erzählweise die fesselt, beobachten und mitfühlen lässt. Instinktives Erzählkino zum absoluten genießen. Aber wer sich diesen Film anschauen möchte sollte vorher nocheinmal Gandhi genießen und sich an der Reinheit Ben Kingsleys ergötzen bevor er sich dann in Sexy Beast zum Emotionszerfleischer verwandelt. Ein von jeder Seite betrachtet wirklich guter Film: Schauspieler die diese Bezeichnung tatsächlich verdient haben, eine Gangsterstory die mal zur Abwechslung was neues zu bieten hat, die Tatsache dass fast alles in einem Haus spielt, stimmige Urlaubsatmosphäre und ein Regisseur der sein Talent für den Film und nicht die Medien einsetzt (Oscarfrist von ein bis zwei weiteren Filmen). Klasse Film. |  | | von Thorsten Woner |

Weitere interessante Filme
|
 |
 |
 |
 |
© 2010 MovieMaze.de |
 |
 |
 |
|