Hatten Blues Brothers und die beiden Wayne's World-Filme einen gelungenen Sprung von "Saturday Night Live"-Gags auf die große Leinwand dargestellt, blieben spätere Produktionen weniger erfolgreich. Zwar vermag auch MacGruber nicht in den Pantheon der cineastischen Showableger einzuziehen, als Kinoadaption unterhalten MacGrubers egozentrische Spinnereien jedoch über weite Strecken durchaus gelungen.
Er ist ein ehemaliger Navy SEAL, Army Ranger und Green Beret, der für seine Vaterlandsverdienste nicht weniger als 16 Purple Hearts erhielt. Und er ist so cool, dass er im Intro für seinen eigenen Film persönlich das Saxophon spielt. Im Januar 2007 als Parodie auf die TV-Serie "MacGyver" geboren, entwickelte sich MacGruber zu einem Running Gag der US-Comedy-Show "Saturday Night Live". Die kurzen Sketche zeigen MacGruber stets in einer brenzligen Situation in einem abgeschlossenen Kontrollraum nebst seiner Assistentin Vicki sowie dem prominenten Gastgeber der jeweiligen Sendung.
Mit 20 Sekunden Zeit, einen Sprengsatz mittels Haargummis und anderer Utensilien zu entschärfen, verliert MacGruber stets seine Konzentration und tötet alle Beteiligten. Die Sketche erfreuten sich einer derartigen Beliebtheit, dass Pepsi eigens drei von ihnen in Kombination mit Richard Dean Anderson als Eigenwerbung in Auftrag gab und MacGruber im vergangenen Jahr sein eigenes Kino-Sequel fand. In diesem gilt es erstmals mit Dieter Von Cunth einen Gegner auszuschalten. Grund genug hat MacGruber, schließlich brachte Von Cunth einst MacGrubers Frau Casey an deren gemeinsamen Hochzeitstag um.
Nachdem sein erster Versuch, ein Einsatzkommando zusammenzustellen scheitert, gibt sich der narzisstische MacGruber mit der Hilfe des talentierten Piper zufrieden. Für den Sprung auf die große Leinwand ist die Anwesenheit eines Experten wie Piper natürlich notwendig, denn nur so lässt sich die schusselige Idiotie von MacGrubers Handeln wenigstens halbwegs ausgleichen. Viel mehr außer diesem größenwahnsinnigen Selbstbewusstsein und der naiv-loyalen Unterstützung von Vicki bleiben aus den MacGruber-Sketchen logischerweise nicht übrig, wenn der Kinofilm länger als 20 Sekunden dauern soll.
Mit der Einführung von Val Kilmers deliziös gespielter Nemesis wird MacGruber zugleich auch ausreichend Motivation gegeben, um von den Toten wieder aufzuerstehen und seine schmucke Weste überzustülpen. Der Tod von Casey verkommt in MacGruber jedoch nicht nur zur Motivation, sondern auch zum Trauma des Helden. Zwar ist die Regie von SNL-Mitglied Jorma Taccone nicht ganz so sicher wie die seines "The Lonely Island"-Kollegen Akiva Schaffer und MacGruber daher nicht ansatzweise so brillant wie Hot Rod - Mit Vollgas durch die Hölle, dennoch zählt er in der Tradition der SNL-Filme zu den gelungeneren Produkten.
Nicht jeder Gag ist hier ein Treffer, das gesamte Konstrukt mitunter etwas wackelig und redundant, aber wenn einer der Gags zündet, dann auch zielsicher. Beispielsweise MacGrubers Versuch, Piper mit allen Mitteln zur Mission zu überreden, seine Begegnung mit Caseys Geist auf dem Friedhof oder etwaige John Rambo-Zitate. Dass MacGruber als kurzer, aber brachialer Spaß funktioniert, verdankt er primär dem Spiel von Will Forte, der dank drei Jahren Erfahrung MacGruber weniger spielt wie lebt. Für Fans der SNL-Gag-Reihe dürfte der Film daher einfach classic MacGruber sein.