Wer gerne in Horrorfilmen mitfiebern und miträtseln möchte, der ist in Christopher Smiths Werk richtig aufgehoben, bietet dieser klaustrophobische Paranoiathriller neben einem tollen Setting auch eine hochspannende Geschichte, die von ihrer hervorragenden Hauptdarstellerin Melissa George ohne Probleme im Alleingang getragen werden kann. Einzig die wenigen Logiklöcher im Finale könnten bei einigen Zuschauern für etwas Unmut sorgen.
Bislang hinterließ der britische Regisseur einen eher gespaltenen Eindruck in den deutschen Kinos. Der blutige Horrorthriller Creep mit Deutschlands Export Franka Potente war eine Gurke par Excellence, während seine darauf folgende Horrorkomödie Severance den Zuschauer mit auf einen aberwitzigen Betriebsausflug der etwas anderen Art nahm. Mit Triangle wird sich nun zeigen, welcher der beiden Filme ein Ausrutscher war und ob sich Christopher Smith als Horrorregisseur einen Namen machen kann.
Die alleinerziehende Mutter Jess wirkt für viele Leute etwas weltfremd. Als sie mit einigen Freunden einen Segelturn unternimmt, werden diese Vorurteile noch bestätigt, da sie von Anfang an ein komisches Gefühl hat. Sie und ihre Vorahnungen werden jedoch bestätigt, als ihr Boot in einem Sturm zum Kentern kommt und sie von einem teuren Luxusliner aufgelesen werden. Doch dieser gleicht zunächst einem Geisterschiff ... bis plötzlich irgendetwas Jagd auf die Schiffbrüchigen macht.
Was zu Beginn noch wie ein typischer Paranoiathriller mit den üblichen Genrewendungen und einigen Längen wirkt, entwickelt sich nach der Hälfte des Filmes zu einem hochspannenden Zeitschleifenszenario. Dieses lädt den Zuschauer zum Rätseln und Mitfiebern ein, ist in sich auch weitestgehend stimmig und hat erst am Ende einige kleine unvermeidliche Genrelogiklöcher vorzuweisen. Dank des spannenden Szenarios mag dies jedoch zu verzeihen sein.
Optisch gibt es nur wenig Grund zu klagen, spielt Smith doch hervorragend mit dem Licht und kann vor allen Dingen zu Beginn eine höchst klaustrophobische Atmosphäre schaffen. Dass er diese jedoch nicht über die komplette Laufzeit aufrecht erhalten kann, ist mehr der Story als seinem Talent geschuldet. Genrefans dürften sich vielleicht etwas ärgern, dass ein wenig mit Blut gegeizt wurde, jedoch unterstützt das eher die aussichtslose und beklemmende Atmosphäre des Filmes. Positiv erwähnenswert ist zudem noch der durchweg gelungene Score, der den ohnehin schon hohen Spannungsgrad des Filmes noch weiter anheizt.
Neben ihren vielen Serienengagements wie aktuell in Grey's Anatomy und In Treatment hat sich die australische Schauspielerin, der mit ihrer Rolle in Alias vor einigen Jahren ihr Durchbruch gelang, ein zweites Standbein als Horrordarstellerin aufbauen können. Nicht zu Unrecht, denn hier trägt sie den Film nahezu komplett im Alleingang und kann sowohl in den ruhigen emotionalen Momenten, als auch in den etwas härteren Szenen ihr Talent unter Beweis stellen. Die weiteren Akteure sind meist nicht mehr als Stichwortgeber und verblassen deutlich gegenüber der starken Hauptdarstellerin.
Mit Triangle hat Christopher Smith bewiesen, dass Creep wohl vorerst sein einziger Ausrutscher bleiben sollte. Sein Thriller ist ein hochspannendes Werk, das neben seiner emotionalen Geschichte vor allen Dingen von seiner Hauptdarstellerin Melissa George lebt, die hier den Film fast im Alleingang trägt. Da auch die Inszenierung keinen Grund zur Klage liefert, ist Triangle eine Empfehlung für alle Genrefreunde, die auch über die kleinen Logiklöcher im Finale hinwegsehen können.