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Das Konzert

(Le concert, 2009)

Dt.Start: 29. Juli 2010 Premiere: September 2009 (Festival, Russland)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 122 min Land: Frankreich, Italien, Rumänien
Darsteller: Aleksei Guskov (Andrei Filipov), Mélanie Laurent (Anne-Marie Jacquet), Dmitri Nazarov (Aleksander Abramovitch Grossman), Valeriy Barinov (Ivan Gavrilov), Francois Berléand (Olivier Morne Duplessis), Miou-Miou (Guylène de La Rivière), Lionel Abelanski (Jean-Paul Carrère), Jacqueline Bisset (Betty)
Regie: Radu Mihaileanu
Drehbuch: Radu Mihaileanu, Matthew Robbins


Inhalt

Andrei Filipov war einst Dirigent des weltberühmten Bolschoi-Orchesters in Moskau, doch wurde er zum Hausmeister degradiert, als er sich weigerte, jüdische Musiker in den 80er Jahren aus dem Orchester zu werfen. Eines Tages fällt ihm ein Fax des Pariser "Theatre du Châtelet" in die Hände, dessen Direktor, Olivier Morne Duplessis, das Bolschoi-Orchester einlädt, in dem Theater zu spielen. Andrei entschließt sich, als Dirigent nach Paris zu fahren und trommelt daher seine alten Kollegen zusammen, die inzwischen in verschiedensten Berufen ihre Brötchen verdienen.
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Kritik

Das Konzert hat eine Wertung von 75%
Frankreichs Publikums-Hit des vergangenen Jahres Das Konzert kommt nun auch in die deutschen Kinos. Ausgezeichnet mit zwei Césars lässt Radu Mihaileanus Musik-Tragikomödie über ein ausgedientes Orchester auf Revival-Tour die Erwartungen steigen. Und sie sollen nicht enttäuscht werden! Skurrile Russen und Musik, die ans Herz geht, sorgen für einen erfüllten Abend.

Bild aus Das Konzert Das Konzert ist ein französischer Film, in dem man vergeblich auf wilde amouröse Abenteuer und hysterische Anfälle wartet. Zwar muss man sich an das laute Durcheinander der Kommunikation zwischen den Russen erst gewöhnen, doch Wodka und jahrzehnte lange Unterdrückung lassen die Künstlerseelen eben übersprudeln. Weiß man anfangs noch nicht recht, ob die Herren Musiker nach 30 Jahren Arbeit als Möbelpacker, Krankenwagenfahrer und Hausmeister tatsächlich noch in der Lage sind, ein ganzes Konzert ohne intensive Proben zu meistern, ist man in der zweiten Hälfte komplett von der Schönheit der Musik, die sie auf den geliehenen Instrumenten erzeugen, ergriffen. Doch bis der große Auftritt im Pariser Chatelet Theater vor einem riesen Publikum und der weltweiten Live-Übertragung beginnt, hat das alte Bolschoi Orchester einen weiten Weg vor sich.

Denn nicht das aktuelle Orchester tritt die Reise in die Stadt der Liebe an, sondern die Besetzung, die vor 30 Jahren einen fabelhaften Ruf genoss. Der Kommunismus sah jedoch keinen Platz für jüdische Musiker, auch wenn sie noch so brillant waren. Dirigent Andrei Filipov (Aleksei Guskov) weigerte sich damals, auf seine Künstler zu verzichten, und durfte fortan nur noch als Putzmann im Theater arbeiten. Doch ein Fax aus Paris verschafft ihm die Gelegenheit, sich für die größte Demütigung seines Lebens zu rächen. Also sagt er anstelle des tatsächlichen Direktors den Auftritt zu und trommelt die ganze alte Orchester-Besetzung zusammen, um noch einmal das Konzert von Tschaikowski zu spielen, das damals abgebrochen wurde. Als Solistin kommt für Andrei nur die begabte und berühmte Violinistin Anne-Marie Jaquet (Mélanie Laurent) in Frage. Allerdings genießen die russischen Künstler ihre neugewonnene Freiheit in Paris ein wenig zu sehr.

Was sich eher wie eine vorprogrammierte Katastrophe anhört und schwer nach schrägen Tönen und verpatzten Proben klingt, entwickelt sich zu einem wunderschönen Kinoerlebnis, das Auge und Ohr gleichermaßen bedient. Musik und Handlung gehen zunehmend ans Herz. Dass Das Konzert nicht zu sehr ins Drama abrutscht, hat es seinem etwas ruppigen, aber doch sehr liebenswerten Humor zu verdanken. Schräge Charaktere sorgen für die nötige Skepsis am Können der Musiker. Wer glaubt schon im Traum daran, dass ein Zigeuner auf seiner Fiedel dazu in der Lage ist, einen ganzen Konzertsaal mit lieblichen Klängen zu füllen. Etwas farblos gegen den bunten Haufen Russen kommt Mélanie Laurent rüber. Der immer gleiche Gesichtsausdruck, den man noch aus Inglourious Basterds kennt, bekommt erst im großen Finale die Freiheit, echte Emotionen zu zeigen. Die ungewöhnliche Mischung schafft es dennoch, dem Zuschauer das positive Gefühl zu geben, einen erfüllten Kinobesuch erlebt zu haben.

von Bettina Friemel


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