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Ondine

(Ondine, 2009)

Dt.Start: 21. Oktober 2010 Premiere: 14. September 2009 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 103 min Land: Irland
Darsteller: Colin Farrell (Syracuse), Alicja Bachleda (Ondine), Stephen Rea (Priester), Tony Curran (Alex), Dervla Kirwan (Maura), Alison Barry (Annie), Don Wycherley (Kettle), Emil Hostina (Vladic)
Regie: Neil Jordan
Drehbuch: Neil Jordan


Inhalt

Der Fischer Syracuse fristet ein ruhiges Leben an der Küste Irlands. Dies ändert sich, als er eines Tages anstatt Fischen eine hübsche Frau in seinem Fischernetz findet. Hals über Kopf verliebt sich der einfache Syracuse in die hübsche Ondine, die jedoch mehr zu sein scheint, als er annimmt. So glaubt Syracuses Tochter Annie, in der Fremden eine meerjungfrau-ähnliche Kreatur zu erkennen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Ondine hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julia Stache
Ondine hat eine Wertung von 75%
Mit Ondine kehrt Regisseur Neil Jordan in seine irische Heimat zurück. Die zunächst märchenhafte Geschichte verwebt sowohl Saga als auch Liebesdrama zu einem interessanten Stoff und nutzt die wunderbare irische Landschaft als Kulisse. Lediglich das Ende des Dramas hätte man sich weniger vorhersehbar gewünscht.

Bild aus Ondine Undine, französisch auch Ondine, ist ein weiblicher, jungfräulicher Wassergeist, umgangssprachlich als Nixe bekannt. In der irischen Sagenwelt bezeichnet man diese Wesen als Selkies, was so viel wie Robbenfrau bedeutet. Dem Begriff liegt die Vorstellung zugrunde, dass eine Selkie beim Verlassen des Wassers ihr Fell ablegen und ab dann in Menschengestalt weiterleben kann. Eben diese spielt in Neil Jordans Genre-Mix eine elementare Rolle. Geschickt nutzt der irische Regisseur diese Grundlage, um seinem Film den Hauch eines klassischen Märchens zu verleihen. Im Verlauf der Geschichte verwebt er dann jedoch verschiedene Genres miteinander, so dass eine eindeutige Festlegung nicht möglich ist.

Zunächst zwischen Märchen und Liebesdrama angelegt, zieht der als Fischer arbeitende Syracuse mit seinen Netzen eine junge Frau aus dem Meer. Wie durch ein Wunder scheint sie die kalte See überlebt zu haben und legt nach ihrer Rettung viel Wert darauf, von niemandem außer Syracuse gesehen zu werden. Von der mysteriösen Schönheit, die sich selbst Ondine nennt, verzaubert, bietet der Fischer ihr Unterkunft und weitere Hilfe. Seiner schwer kranken Tochter Annie erzählt er in Form eines Märchens von seinem Fund. Annie spinnt die Geschichte weiter aus und ist bald überzeugt, dass es sich bei Ondine um ein mystisches Wasserwesen handelt. Auch Syracuse beginnt daran zu glauben, scheint die junge Frau im Wasser stets aufzublühen und ihm einen hohen Fang zu bescheren. Mit der Zeit offenbaren sich immer mehr dunkle Geheimnisse um die Schönheit, die das Märchen zu zerstören beginnen.

Je mehr man über die mysteriöse Ondine erfährt, desto mehr beginnt der märchenhafte Zug der Geschichte zu schwinden. Ab der zweiten Filmhälfte wechselt Jordan zu einem Liebesdrama oder auch modernem Thriller, was dem Gesamtbild jedoch nicht schadet. Seine große Stärke zieht der Film aus seiner Optik und Erzählweise. Die wunderschöne irische Natur ist mehr als nur Kulisse und wird von Kameramann Christopher Doyle in wunderbaren Bildern eingefangen. In die teilweise verträumt wirkende Landschaft fügen sich der langsame, ruhige Erzählstil des Films und der märchenhafte Zug wunderbar ein. Konkurrenz findet die irische Landschaft nur in Colin Farrell, der einmal mehr seine Schauspielkunst in einer leisen, zurückgenommenen Rolle zeigen kann, sowie in der bisher eher unbekannten polnischen Alicja Bachleda, deren Äußeres rein optisch die angesprochene Sage zu unterstreichen weiß.

Ondine ist ein kleiner, ruhiger Film geworden, der vor allem durch überzeugende Aufnahmen der irischen Natur überzeugen kann. Trotz eines vorhersehbaren Ausgangs gelingt es Neil Jordan zudem, eine interessante Geschichte zu erzählen, die einem die Sagenkultur Irlands ein Stückchen näher bringen kann.



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