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Kindsköpfe

(Grown Ups, 2010)

Dt.Start: 05. August 2010 Premiere: 25. Juni 2010 (USA)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 102 min Land: USA
Darsteller: Adam Sandler (Lenny Feder), Kevin James (Eric Lamonsoff), Chris Rock (Kurt McKenzie), David Spade (Marcus Higgins), Rob Schneider (Rob Hilliard), Salma Hayek (Roxanne Chase-Feder), Maria Bello (Sally Lamonsoff), Maya Rudolph (Deanne McKenzie)
Regie: Dennis Dugan
Drehbuch: Adam Sandler, Fred Wolf


Inhalt

Fünf alte Freunde und ehemalige Sportkameraden treffen sich im Gedenken ihres verstorbenen ehemaligen Basketballtrainers nach vielen Jahren wieder. Am See, wo sie einst ihre Meisterschaft feierten, verbringen sie gemeinsam mit ihren Ehefrauen und Kindern das Feiertagswochenende des 4. Juli. Schnell wird klar, dass in den Fünfen noch genauso viel Kind steckt, wie vor dreißig Jahren.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Kindsköpfe hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
Kindsköpfe hat eine Wertung von 60%
Adam Sandler ist nach seinen eher schwachen Darbietungen in Leg dich nicht mit Zohan an und Bedtime Stories zurück auf der Leinwand. Die Erwartungen an Kindsköpfe sind eigentlich denkbar niedrig, obwohl dieses Mal zumindest der Cast Hoffnungen macht. Überraschenderweise werden diese nicht enttäuscht, sondern man erlebt einen heiteren Film mit einigen wirklichen Lachern und einer soliden Grundstimmung. Die Handlung lässt zwar wirklich zu wünschen übrig, doch die sympathischen Schauspieler, die gut miteinander harmonieren, entschädigen für diese Schwäche.

Bild aus Kindsköpfe Wenn man Adam Sandler hört, denkt man an Komödien wie Big Daddy oder 50 erste Dates. Meisterhaft verkörperte Sandler lange Zeit den Erwachsenen, der eigentlich überhaupt nicht erwachsen ist. Die Rolle stand ihm perfekt, er hatte den gewissen Charme und konnte den Zuschauer mit seiner ihm eigenen Art zum Lachen bringen. 2007 versuchte er sich mit Die Liebe in mir an einer ernsten Rolle, was er mit Wie das Leben so spielt im Jahr 2009 weiterführte. Dazwischen kamen ein paar mittelmäßige bis ganz schlechte Komödien, die alle nicht so recht überzeugen wollten. Jetzt kommt Sandler mit Kindsköpfe erneut mit einer Komödie zurück und hat sich dieses Mal einen ganzen Sack an bekannten und beliebten Komikern gepackt.

Die Geschichte von Kindsköpfe ist schnell erzählt, da es eigentlich keine tiefgründige Handlung gibt. Fünf Jugendliche bilden eine Basketballmannschaft und gewinnen unter ihrem Trainer und Freund ein einziges Mal die Meisterschaft, zu Unrecht, wie die gegnerische Mannschaft meint. Viele Jahre später erfahren die Fünf, mittlerweile alle erwachsen geworden und ihre eigenen Wege gegangen, vom Tod ihres ehemaligen Trainers und treffen sich auf der Beerdigung. Danach verbringen sie das Wochenende im Haus am See, wo sie als Kinder viel Zeit verbracht haben. Anlass um sich gegenseitig zu veralbern, miteinander Spaß zu haben und herauszufinden, was im Leben wirklich wichtig ist. Außerdem wäre da immer noch eine Sache zu klären, mit der gegnerischen Mannschaft von damals.

So dünn die Story klingt, so "wenig vorhanden" ist sie auch. Eigentlich beschränkt sich der Handlungsfaden auf den Anlass, wieso die Freunde sich nach so vielen Jahren wiedertreffen und ein Wochenende in einem Haus verbringen. Doch natürlich bringt jede Figur seine eigene kleine Geschichte mit. So ist Lenny Feder (Adam Sandler) ein erfolgreicher Hollywood Produzent, verheiratet mit einer ebenso erfolgreichen Modedesignerin (gespielt von Salma Hayek) und gesegnet mit zwei Söhnen und einer kleinen Tochter, die allerdings keinen blassen Dunst davon haben, was im Leben zählt. Lieber spielen sie Videospiele und SMSen die Nanny an, damit diese sie von vorne bis hinten bedient. Natürlich ist die auf dem Ausflug ebenfalls dabei, wird von Lenny aber als "Au Pair" verkauft, um seinen Reichtum und versnobten Lebensstil ein wenig herunterzuspielen.

Eric Lamonsoff (sympathisch dargestellt von Kevin James, der bereits in Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme an Sandlers Seite spielte) hat da nicht so viel vorzuweisen. Zwar hat er auch eine wunderschöne Ehefrau (Maria Bello), reizende Kinder und einen Hund, doch bei seiner Familie ist nicht alles so rosig, wie es scheint. Seine Tochter hat ein Gewichtsproblem und ist außerdem unerzogen, sein vierjähriger Sohn hängt noch an Mamis Brust (im wahrsten Sinne des Wortes) und seinem Hund wurden die Stimmbänder gekürzt, so dass er eher krächzt als bellt.

Auch Kurt McKenzie (Chris Rock) hat schon lange nicht mehr gebellt. Bei ihm zu Hause läuft alles ein wenig anders. Er ist Hausmann und seine Frau (Maya Rudolph), die aktuell wieder schwanger ist, verdient das Geld. Außerdem lebt seine Schwiegermutter, die keine Gelegenheit auslässt, um ihn zu demütigen, bei ihnen und begleitet sie auch auf den Ausflug.

Die schrägsten Vögel der Truppe sind allerdings Marcus Higgins (David Spade), der ewige Single und Frauenheld, und Rob Hilliard (natürlich Rob Schneider, der in keinem Adam Sandler Film fehlen darf). Hilliard ist zum dritten Mal verheiratet und hat ein Faible für ältere Frauen. Außerdem sieht er aus wie eine Kreuzung aus Oompa Loompa und Elvis und ist total auf dem esoterischen Trip.

Somit bringt jeder Charakter seine Lacher quasi mit und diese werden auch reihenweise ausgespielt. Sei es in gegenseitigen direkten Verarschungen, die für einige Lacher sorgen, oder in Situationen innerhalb der Familien. Das Konzept geht jedenfalls auf und man kann sich von der lustigen Stimmung unterhalten und mitreißen lassen. Einige Male driften die Gags zwar ein wenig in den Klamauk ab, doch im Großen und Ganzen zünden die Wortwitze und lächerlichen Situationen. Dass der Film Kindsköpfe heißt, kommt auch nicht von irgendwo, denn so richtig erwachsen ist keiner der Protagonisten geworden, was sich spätestens bei dem beliebten Spiel "Pfeil Roulette" deutlich zeigt.

Einiges hat der Film sicherlich seinem Cast zu verdanken. Hier merkt man förmlich, dass jeder Spaß beim Dreh hatte und seine komödiantische Seite voll ausleben konnte. Die Charakterzeichnung kommt den jeweiligen Personen natürlich auch ein wenig entgegen, so dass jeder sein Bestes geben kann. Wirklich hervorsticht dabei aber keiner, es ist vielmehr eine Gruppenleistung, die auch von den weiblichen Darstellerinnen mitgetragen wird. Zum Running-Gag wird ein bisschen Steve Buscemi, der zur gegnerischen Basketballmannschaft gehört und seine ganz eigene Rolle bekommen hat.

Durch all diese Komponenten wird Kindsköpfe zu einem durchaus unterhaltsamen Streifen, von dem man sich allerdings auch nicht viel erwarten darf. Ein kurzer Versuch, Tiefe in die nicht existierende Handlung zu bringen, nervt ein wenig und muss überstanden werden, doch im Allgemeinen kann man sich einfach zurücklehnen, Gehirn ausschalten und sich an dem Aufgebot durchaus begabter Komiker erfreuen.



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