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Defendor

(Defendor, 2009)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 20. Mai 2010
Premiere: 12. September 2009 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie, Krimi
Länge: 101 min Land: Kanada, USA, UK
Darsteller: Woody Harrelson (Arthur Poppington / Defendor), Elias Koteas (Chuck Dooney), Michael Kelly (Paul Carter), Sandra Oh (Dr. Ellen Park), Kat Dennings (Kat Debrofkowitz), Clark Johnson (Captain Fairbanks), Lisa Ray (Dominique Ball), Alan C. Peterson (Kristic), Kristin Booth (Wendy Carter), Charlotte Sullivan (Fay Poppington), Tony Nappo (Biker Cliff), Ron White (Judge Wilson), David Gardner (Grandpa Henry), Bryan Renfro (Mr. Debrofkowitz)
Regie: Peter Stebbings
Drehbuch: Peter Stebbings


Inhalt

Arthur Poppington erschafft sich durch den Wunsch, seine Mutter zu rächen, ein Alter Ego und kann bald Realität und Phantasiewelt nicht mehr unterscheiden. Getarnt als Superheld namens Defendor legt er sich mit den Bösewichten von Captain Industry an. Seine Waffe: Murmeln, Wespen, Zitronensaft und weitere unkonventionelle Utensilien.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Defendor hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 69%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lutz Granert
Defendor hat eine Wertung von 69%
Mit diesem Film nimmt Regiedebütant Peter Stebbings den Superheldenfilm ordentlich auf die Schippe. Sein von Woody Harrelson (Zombieland) verkörperter Held "Defendor" (so und nicht anders geschrieben) bricht ebenso wie sein Film mit vielen Genre-Konventionen und ist sehr kurzweilig, auch wenn etwas mehr Drive nicht geschadet hätte.

Bild aus Defendor Auch wenn Charles Bronson bereits Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal in seine Paraderolle als Paul Kersey schlüpfte, hat sich der gängige Figurentypus des Vigilanten im us-amerikanischen Film seitdem nur wenig verändert. Travis Bickle aus Taxi Driver fügte dem arbeitenden Mann aus der Mitte der Gesellschaft, der in der Großstadt das Gesetz in die eigene Hand nimmt, einige psychopathische Züge hinzu, ebenso William Foster in Falling Down. Beide hatten mit Problemen sozialer Isolation zu kämpfen, doch ein maskierter Schwachkopf im Superheldenkostüm war keiner von ihnen. Und das ist nur der erste von zahlreichen Gründen, warum Defendor, nun ja, anders ist.

Regiedebütant und Drehbuchautor Peter Stebbings springt dabei auf den trendigen Zug des Ironisierens von Superhelden auf. Dabei steht er dem schrillen Kick-Ass näher als dem Milliardär-Egotrip Iron Man, denn: auch Arthur Poppington (Woody Harrelson), so der bürgerliche Name des Defendor, kommt aus finanziell bescheidenen Verhältnissen und hat keine wirklichen Superkräfte. Doch während "Big Daddy" und "Hit-Girl" dieses Manko mit tödlicher, tarantinoesk überzeichneter Waffengewalt zu kompensieren wussten, bekämpft der nur mit einem IQ von 80 gesegnete Arthur das Verbrechen nach seinem Credo: "Waffen sind für Feiglinge". Stattdessen bedient er sich anderer Mittel, seien es ein losgelassener Bienenschwarm, ausgestreute Murmeln oder ein Knüppel. Stets dokumentiert er dabei seine Feldzüge gegen das Verbrechen mit einer Kamera, welche er durch einen angeschlossenen Videorecorder ganz old school auf Tape festhält. Insofern ist Defendor eine originelle Abwechslung zu seinen Genre-Kollegen.

Woody Harrelson (The Messenger - Die letzte Nachricht) verleiht dem debilen Comicfan, der den Drogentod seiner Mutter an der Fantasiegestalt "Captain Industry" rächen will, sehr viel Würde. Elias Koteas hingegen darf in seiner solide gespielten, genreobligatorischen Rolle als korrupter Polizist wieder mehr von seinem Können zeigen als in seinen zahlreichen Nebenrollen zuletzt (u. a. in Shutter Island). Doch bei allem Positiven, was man über Defendor zu berichten weiß, fallen zwei Dinge negativ auf: Die etwas zu simpel gestrickte Handlung und das streckenweise zu langsame Tempo. Zwar wird der Film insbesondere durch seinen Score mit Westernmotiven angereichert, doch fallen die Konfrontationen zwischen Gut und Böse vergleichsweise spärlich, wenn auch realistisch anmutend aus. Daran könnte das geringe Budget von 3,5 Mio. Dollar einen entscheidenden Anteil haben. Zum Vergleich: Kick-Ass kostete etwa das Zehnfache.

Dennoch: Defendor ist ein Film, der frischen Wind ins Genre bringt und neben einigem absurden Humor endlich einmal offen die Frage nach der psychischen Konstitution und der Zurechnungsfähigkeit des Selbstjustiz übenden Helden ebenso stellt wie beantwortet. Eine Frage freilich, die sich auch Tony Stark irgendwann einmal gefallen lassen müsste.



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Dt. Start: 22. Apr 2010
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